Gemein­sam! NEIN zur Pflegekammer!

Liebe Pflegekräfte, stimmt gegen die Kammer!

In der kom­men­den Woche beginnt die Abstim­mung über den Wei­ter­be­stand der Pfle­ge­kam­mer in Schles­wig-Hol­stein. Die­se wird von vie­len Pfle­ge­kräf­ten u.a. wegen einer Pflicht­mit­glied­schaft und damit ein­her­ge­hen­den Bei­trä­gen abge­lehnt. Die Kam­mer hat nun in der ver­gan­ge­nen Woche in einem Brief an alle Mit­glie­der dafür gewor­ben bei der Abstim­mung für den Erhalt der Kam­mer zu votie­ren. Kri­ti­sche Stim­men kamen nicht zu Wort.

„Damit hat der Vor­stand der Kam­mer gegen sei­ne Neu­tra­li­täts­pflicht ver­sto­ßen. Mit Mit­glieds­bei­trä­gen dür­fen kei­ne Wahl­kam­pa­gnen geführt wer­den. Ich for­de­re den Vor­stand der Kam­mer auf mit sofor­ti­ger Wir­kung zurück­zu­tre­ten und die rechts­wid­ri­ge mit Mit­glieds­bei­trä­gen finan­zier­te Kam­pa­gne für die Pfle­ge­kam­mer ein­zu­stel­len. Alles ande­re wäre in mei­nen Augen eine fort­ge­setz­te Ver­un­treu­ung der Mit­glieds­bei­trä­ge“, so Susan­ne Speth­mann, Mit­glied des Lan­des­vor­stan­des der Partei DIE LINKE in Schles­wig-Hol­stein sowie Direkt­kan­di­da­tin für den Bun­des­tags­wahl­kreis Ost­hol­stein und selbst Zwangs­mit­glied der Pfle­ge­kam­mer in Schleswig-Holstein.

Kam­mern sind gesetz­lich zur Neu­tra­li­tät ver­pflich­tet, da sie hoheit­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­men und die Mit­glied­schaft nicht frei­wil­lig ist. „Ab nächs­ter Woche gilt es der Kam­mer bei der Abstim­mung end­gül­tig die Rote Kar­te zu zei­gen. Wir wer­den als DIE LINKE für ein kla­res „Nein“ zur Pfle­ge­kam­mer werben.“

War­um wol­len wir kei­ne Pfle­ge­be­ru­fe­kam­mer? (Quel­le: Kammergegner.de)

Auch wenn die Pfle­ge­be­ru­fe­kam­mer Schles­wig-Hol­stein es ger­ne behaup­tet: Es geht bei der Ableh­nung der Kam­mer vie­len Pfle­ge­fach­kräf­ten nicht um das Geld!

Wir machen uns nichts vor: Sozia­le Beru­fe sind häu­fig schlecht bezahlt. Trotz­dem hät­ten vie­le Pfle­ge­fach­kräf­te nichts gegen einen monat­li­chen Bei­trag in Höhe von 10 Euro, wenn Sie eine Berufs­ver­tre­tung hät­ten, die sich nach­weis­lich für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und höhe­re Gehäl­ter ein­set­zen wür­de. Durch regel­mä­ßi­ge Gehalts­er­hö­hun­gen wür­den die Pfle­ge­kräf­te die monat­li­chen 10 Euro (die übri­gens in der Steu­er­erklä­rung wirk­sam gemacht wer­den kön­nen) ganz schnell wie­der raus haben.

Aber weder die Ver­hand­lung um bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen, mehr Per­so­nal (Min­dest­per­so­nal­ver­ord­nung) oder gar die Ver­gü­tung sind die Auf­ga­be einer Pfle­ge­kam­mer, son­dern die einer Gewerk­schaft. Selbst wenn Sie sich dafür ein­set­zen woll­ten: Sie dür­fen es nicht. Sie haben in ers­ter Linie nur eine Auf­ga­be: Den pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen vor schlech­ter Pfle­ge zu schüt­zen. Und wer darf dafür bezah­len? Die Pfle­ge­fach­kräf­te. Klingt komisch, ist aber so.

Die Kam­mer hat ein Mit­spra­che­recht in diver­sen Gre­mi­en, aber kein Stimm­recht. Mehr als Emp­feh­lun­gen kann Sie nicht aus­spre­chen. Was sie jedoch kann ist Sta­tis­ti­ken und Struk­tur­da­ten erhe­ben und die Kam­mer hat somit 2019 fest­ge­stellt, dass vie­le Pfle­ge­kräf­te über 50 Jah­re alt sind und bald in Ren­te gehen. Dies hat jedoch schon Kammergegner.de-Webmaster Kevin Dame­row 2018 ver­öf­fent­licht anhand von Daten des sta­tis­ti­schen Bundesamtes.