Der Frau­en­tag ist auch ein Tag gegen Gewalt

Am 8. März gehen Frauen weltweit auf die Straße, um für ihre Rechte, für Gleichstellung zu demonstrieren.

„Am 8. März gehen Frau­en welt­weit auf die Stra­ße, um für ihre Rech­te, für Gleich­stel­lung und für ein Leben frei von Gewalt zu demons­trie­ren. All das ist für Frau­en immer noch nicht selbst­ver­ständ­lich. Im Gegen­teil: Wir erle­ben zwar klei­ne gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Schrit­te, die dem zuneh­men­den, mit­un­ter töd­li­chen Frau­en­hass aber nicht genug ent­ge­gen­set­zen“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LINKE, mit Blick auf den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März. Möh­ring weiter:

„Gewalt an Frau­en muss auf allen Ebe­nen kon­se­quent bekämpft wer­den. Die Frak­ti­on DIE LINKE hat in die­ser Woche den Antrag ‚Für eine fried­li­che, femi­nis­ti­sche Außen­po­li­tik‘ beschlos­sen. Uns geht es nicht um eine
Beset­zung von mili­tä­ri­schen Spit­zen­po­si­tio­nen mit Frau­en oder quo­tier­ten Bun­des­wehr­ein­hei­ten. Mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen schüt­zen kei­ne Frau­en­rech­te. Deut­sche Pan­zer sichern kei­ne Frau­en­rech­te. Waf­fen­ge­walt schafft Situa­tio­nen, in denen Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt sind. Des­halb for­dern wir den Stopp deut­scher Waf­fen­ex­por­te und die Ver­an­ke­rung von sexua­li­sier­ter Gewalt als legi­ti­men Flucht­grund im Asyl­ge­setz. Und ange­sichts der huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe an der euro­päi­schen Außen­gren­ze ist das Gebot der Stun­de: Die EU muss die Gren­ze öff­nen und die schutz­su­chen­den Men­schen aufnehmen.“

Doris Achel­wilm, Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LINKE für Gleich­stel­lungs- und Queer­po­li­tik, fährt fort:

„Wir kämp­fen am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag auch für ein gerech­te­res Wirt­schafts­sys­tem. Pro­fi­te wer­den auf Kos­ten von Frau­en und Mäd­chen gemacht. Sie leis­ten welt­weit täg­lich 12,5 Mil­li­ar­den Stun­den unbe­zahl­te
Arbeit: bei der Kin­der­er­zie­hung, im Haus­halt und bei der Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. Die­se gesell­schaft­lich not­wen­di­gen Auf­ga­ben wer­den im patri­ar­cha­len Kapi­ta­lis­mus als bil­lig oder selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt.
Oxfam hat errech­net: Ihr Geld­wert ent­spricht einer Sum­me von 11 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr – und das, wenn für die­se Arbeit gera­de ein­mal lan­des­üb­li­che Min­dest­löh­ne gezahlt würden. 

Auch bei uns sind Erwerbs- und Sor­ge­ar­beit ungleich zwi­schen den Geschlech­tern ver­teilt. Laut Zwei­tem Gleich­stel­lungs­be­richt von 2017 brin­gen Frau­en für Sor­ge­ar­beit in Fami­li­en um die Hälf­te mehr Zeit auf als Män­ner und ste­cken ent­spre­chend beruf­lich zurück. Die Fol­ge sind schlech­te­re Ein­kom­men, Auf­stiegs­chan­cen und Ren­ten. Gleich­zei­tig wer­den Sor­ge­be­ru­fe wie die Pfle­ge, schlech­ter bezahlt als z.B. tech­ni­sche Fach­be­ru­fe. Des­halb for­dern wir, Arbeit und Zeit geschlech­ter­ge­recht zu ver­tei­len. Beru­fe der Sozia­len Arbeit, Gesund­heit, Erzie­hung und haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen müs­sen end­lich gesell­schaft­lich und finan­zi­ell auf­ge­wer­tet wer­den. Am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag und an allen ande­ren Tagen im Jahr.“