Diese Poli­tik schafft keine Sicher­heit – sie schafft Exis­tenz­ängste und spal­tet die Gesellschaft

Pres­se­mit­tei­lung

Lorenz Gösta Beutin und die Linke Flens­burg warnen vor der Verschär­fung der Grund­si­che­rung sowie der geplan­ten Wohngeldkürzung

Heute, am 1. Juli 2026, tritt die Verschär­fun­gen der neuen Grund­si­che­rung in Kraft. Unter ande­rem wird das Schon­ver­mö­gen abge­senkt und Sank­tio­nen werden wieder ausge­wei­tet. Für 2027 plant die Bundes­re­gie­rung auch das Wohn­geld deut­lich zu kürzen. Nach den bishe­ri­gen Plänen könnte rund ein Drit­tel der bishe­ri­gen Wohn­geld­haus­halte ihren Anspruch verlie­ren. Sozi­al­ver­bände warnen, dass dadurch mehr Menschen in Armut gera­ten und im schlimms­ten Fall sogar ihre Wohnung verlie­ren könnten.

„Die Bundes­re­gie­rung schiebt Menschen sehen­den Auges von einer Unsi­cher­heit in die nächste. Wer die Grund­si­che­rung kürzt und gleich­zei­tig am Wohn­geld die Daumen­schrau­ben ansetzt, nimmt in Kauf, dass Menschen ihre Erspar­nisse aufbrau­chen müssen oder sogar ihre Wohnung verlie­ren könn­ten. Gerade in Flens­burg, wo stei­gende Mieten für viele Fami­lien, Allein­er­zie­hende und Rentner*innen längst zur Exis­tenz­frage gewor­den sind, ist das ein sozi­al­po­li­ti­scher Irrweg. Wohnen ist ein Grund­recht und keine Haus­halts­re­serve, bei der man nach Belie­ben strei­chen kann“, erklärt Lorenz Gösta Beutin, Bundes­tags­ab­ge­ord­ne­ter der Linken für Schleswig-Holstein.

Auch die Kreis­spre­che­rin der Linken in Flens­burg, Daniela Zuze, warnt vor den Folgen für die Menschen vor Ort:

„In vielen Flens­bur­ger Stadt­tei­len leben Menschen, die nur dank des Wohn­gel­des über die Runden kommen. Sie haben Angst, dass sie künf­tig in die Grund­si­che­rung gedrängt werden. Laut Sozial­at­las 2025 erhiel­ten im Jahr 2024 16% der Flensburger*innen zwischen 15 und 65 Jahren Grund­si­che­rung. Ab heute müssen Bedürf­tige erst ihren mühsam erspar­ten Notgro­schen aufbrau­chen, bevor sie über­haupt Grund­si­che­rung erhal­ten können. Und es trifft wieder die Menschen mit dem klei­nen Geld­beu­tel statt eine Umver­tei­lung von oben nach unten ins Auge zu fassen. Diese Poli­tik schafft keine Sicher­heit – sie schafft Exis­tenz­ängste und spal­tet die Gesellschaft.“

Die Linke kriti­siert zudem die poli­ti­sche Begrün­dung der Refor­men. Die immer wieder bemühte Erzäh­lung von angeb­li­chen „Total­ver­wei­ge­rern“ entspre­che nicht der Reali­tät. Die Mehr­heit der Menschen, die auf staat­li­che Unter­stüt­zung ange­wie­sen sind, arbei­tet, leis­tet Care-Arbeit, befin­det sich in Ausbil­dung oder ist aufgrund ihres Alters auf Leis­tun­gen ange­wie­sen. Statt Sozi­al­leis­tun­gen weiter abzu­bauen, brau­che es höhere Löhne, bezahl­ba­ren Wohn­raum und einen Sozi­al­staat, der Menschen absi­chert, anstatt sie gegen­ein­an­der auszuspielen.