Gesundheitsversorgung und Selbstbestimmung sichern
Die aktuellen Entwicklungen rund um das geplante Fördeklinikum am Peelwatt machen einen grundlegenden Neustart erforderlich.
Nachdem die DIAKO ihre Beteiligung an der Trägerschaft aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben musste und die katholischen Malteser das bestehende DIAKO-Krankenhaus zum 1. März 2026 übernehmen wollen, fordern der Kreisverband Die Linke Flensburg und die Fraktion Linkes Bündnis in der Flensburger Ratsversammlung eine klare politische Konsequenz: Das neue Zentralklinikum in Flensburg muss in öffentlicher Trägerschaft gebaut und betrieben werden.
„Gesundheitsversorgung ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht von religiösen Vorgaben oder wirtschaftlichen Interessen abhängig sein“, erklärt Tjark Naujoks Fraktionsvorsitzender des Linken Bündnis. „Ein Krankenhaus dieser Größenordnung und Bedeutung für den Norden Schleswig-Holsteins gehört in öffentliche Verantwortung,“ ergänzt Tjark Naujoks, der gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger ist.
Ein zentrales Problem der bisherigen Planungen ist die Haltung der Malteser, in ihren Einrichtungen keine stationären Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Für Die Linke und das Linke Bündnis ist klar: Der uneingeschränkte Zugang zu medizinisch notwendigen Schwangerschaftsabbrüchen muss auch künftig in Flensburg gewährleistet sein. Das gilt sowohl für das geplante Fördeklinikum als auch ausdrücklich für das noch bestehende DIAKO-Krankenhaus – auch nach dessen Übernahme durch die Malteser.
„Das Recht auf körperliche Selbstbestimmung von Frauen darf nicht dem Trägerprofil eines Krankenhauses untergeordnet werden. Schwangerschaftsabbrüche, ob ambulant oder stationär sind medizinische Leistungen und müssen wohnortnah verfügbar sein“, erklärt Daniela Zuze, Sprecherin der Flensburger Linken.
Der Kreisverband Die Linke Flensburg und die Fraktion Linkes Bündnis sprechen sich daher für ein öffentlich getragenes Fördeklinikum aus, an dem sich die Stadt Flensburg, die Nachbarkreise sowie das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) beteiligen sollten. Ein solches Modell würde nicht nur demokratische Kontrolle und Transparenz sichern, sondern auch die Chance eröffnen, das neue Krankenhaus als medizinisches Gesundheitszentrum und Ausbildungsstätte für das nördliche Schleswig-Holsteins zu entwickeln, mit spezialisierten Leistungen und Operationen, die bislang in Flensburg nicht angeboten werden.
Die Linke Flensburg und die Fraktion Linkes Bündnis fordern das Land und die Stadt Flensburg auf, jetzt Verantwortung zu übernehmen und die Weichen für eine zukunftsfähige, solidarische und weltanschaulich neutrale Gesundheitsversorgung zu stellen.
Sie darf keine Frage von Religion oder Rendite sein und gehört in öffentliche Hand.


