Regu­lie­rung von Can­na­bis durch staat­lich kon­trol­lier­ten Anbau und Ver­kauf

Pres­se­mit­tei­lung von Nie­ma Movas­sat, 20. April 2020

„Welt­weit haben heu­te schon fast 130 Mil­lio­nen Men­schen lega­len Zugang zu Can­na­bis für den Frei­zeit­kon­sum. In Deutsch­land wird jedoch wei­ter in Kauf genom­men, dass Men­schen wegen ein­fa­chen Can­na­bis­de­lik­ten kri­mi­na­li­siert wer­den – allein im Jahr 2019 betraf das mehr als 186.000 Per­so­nen. Das ist ein Anstieg um 28 Pro­zent in nur drei Jah­ren. Immer mehr Can­na­bis­kon­su­men­tin­nen und Can­na­bis­kon­su­men­ten müs­sen somit um ihren Arbeits­platz, ihren Ruf und ihre finan­zi­el­le Lage fürch­ten“, erklärt Nie­ma Movas­sat, dro­gen­po­li­ti­scher Spre­cher der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Welt-Can­na­bis-Tag am 20. April. Movas­sat wei­ter:

„Die gesund­heit­li­chen Risi­ken, mit denen die Pro­hi­bi­ti­on begrün­det wird, wer­den zudem durch die Kri­mi­na­li­sie­rung unnö­tig erhöht. Denn ohne staat­li­che Kon­trol­len ist auch Can­na­bis immer wie­der mit schäd­li­chen Sub­stan­zen gestreckt.

Ange­sichts der Coro­na-Kri­se wäre Lega­li­sie­rung von Can­na­bis als Genuss­mit­tel umso wich­ti­ger. Lei­der bremst der Virus aber gera­de meh­re­re Lega­li­sie­rungs­plä­ne aus. In ein­zel­nen US-Staa­ten, die eine Lega­li­sie­rung geplant hat­ten, wer­den vor­erst ande­re Prio­ri­tä­ten gesetzt. In Mexi­ko wird die für Ende April geplan­te Bil­li­gung des Geset­zes­ent­wurfs für die Can­na­bis­le­ga­li­sie­rung sehr wahr­schein­lich ver­scho­ben, da zen­tra­le Akteu­re ihre Arbeit aus­ge­setzt haben. Län­der wie z.B. Kana­da, die bereits lega­li­siert haben, kön­nen hin­ge­gen auch in Kri­sen­zei­ten ihre Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten mit kon­trol­liert ange­bau­tem Can­na­bis ver­sor­gen. In Deutsch­land hin­ge­gen haben die getrof­fe­nen Pan­de­mie-Maß­nah­men auch Aus­wir­kun­gen auf dem ille­ga­len Dro­gen­markt. Die Nach­fra­ge scheint unge­bro­chen, aber das Ange­bot ver­rin­gert sich. Mit Eng­päs­sen stei­gen die Prei­se und sinkt die Qua­li­tät. Die Wahr­schein­lich­keit, dass Dro­gen mit gesund­heits­schäd­li­chen Sub­stan­zen gestreckt sind, ist jetzt noch höher. DIE LIN­KE for­dert daher: Regu­lie­rung von Can­na­bis durch staat­lich kon­trol­lier­ten Anbau und Ver­kauf. Die Lega­li­sie­rung ist lan­ge über­fäl­lig, und die Gesund­heit der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung aufs Spiel zu set­zen, ist fahr­läs­sig – nicht nur zu Coro­na­zei­ten.“

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