Linkes Bünd­nis fordert Erhalt des Kultur­zen­trums Ex-Sultan­markt in der Flens­bur­ger Neustadt

Sanie­rungs­trä­ger Ihrsan beab­sich­tigt Miet­ver­trag mit dem Träger­ver­ein zu kündigen

Die Frak­tion Linkes Bünd­nis setzt sich in einem Antrag­für die kommende Sitzung des Umwelt- und Planungs­aus­schuss und die Rats­ver­samm­lung für den Erhalt des Kultur­zen­trums Ex-Sultan­marktin der Flens­bur­ger Neustadt ein. Ziel des Antrags ist es, die Stadt­ver­wal­tung zu beauf­tra­gen, Gesprä­che mit dem Vermie­ter, dem Sanie­rungs­trä­ger Ihrsan aufzu­neh­men. Damit soll  eine drohende Kündi­gung des Miet­ver­trags durch die Ihrsan abge­wen­det und eine Fort­set­zung der kultu­rel­len Nutzung des Gebäu­des in der Neustadt 26 durch den Träger-Verein Kunst- und Kultur Baustelle 8001 e.V. sicher­ge­stellt werden.

Das Kultur­zen­trum Ex-Sultan­markt ist in den vergan­ge­nen Jahren zu einem leben­di­gen Treff­punkt für Kunst, Kultur, Begeg­nung und nach­bar­schaft­li­ches Enga­ge­ment in der Neustadt gewor­den. Das Linke Bünd­nis sieht einen herben Verlust für die kultu­relle Viel­falt und soziale Stabi­li­tät des ohne­hin schon gebeu­tel­ten Stadt­teils, sollte es tatsäch­lich zu einer Kündi­gung kommen.

Tjark Naujoks, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der des Linken Bünd­nis:
„Der Ex-Sultan­markt ist weit mehr als ein Gebäude – er ist ein Ort geleb­ter und inter­kul­tu­rel­ler Viel­falt, sozia­ler Teil­habe und krea­ti­ver Ener­gie. Dass der Fort­be­stand dieses Kultur­zen­trums gefähr­det wird, ist kultur­po­li­tisch und stadt­ent­wick­lungs­po­li­tisch ein fata­les Signal. Wir fordern die Ihrsan auf, gemein­sam mit der Stadt und dem Träger­ver­ein des Ex-Sultan­markt eine trag­fä­hige und vertrag­lich verbind­li­che Lösung zum Weiter­be­trieb zu finden.“

Jörg Pepmeyer, Rats­herr des Linken Bünd­nis und lang­jäh­rig im Stadt­teil Neustadt und Duburg enga­giert:
„Das Ex-Sultan­markt-Kollek­tiv hat in den letz­ten Jahren gezeigt, was Nach­bar­schaft, Kultur und Enga­ge­ment bewir­ken können, wenn man Räume dafür lässt. Der Verlust dieses Zentrums wäre ein Schlag für die Neustadt und das ganze kultu­relle Leben und die Inte­gra­ti­ons­ar­beit in Flens­burg. Es gibt derzeit keinen Inves­tor, der das Gebäude kaufen oder entwi­ckeln will – es gibt also keiner­lei sach­li­chen Grund, durch die Ihrsan voll­endete Tatsa­chen zu schaffen.“

Gabi Ritter, Rats­frau des Linken Bünd­nis, die den Antrag in der Sitzung des Umwelt- und Planungs­aus­schuss am 4. Novem­ber einbrin­gen und begrün­den wird:
„Gerade in einem Stadt­teil wie der Neustadt brau­chen wir Orte, die Begeg­nung und Mitein­an­der fördern. Der Ex-Sultan­markt ist so ein Ort – nied­rig­schwel­lig, offen, viel­fäl­tig. Als Stadt dürfen wir nicht taten­los zuse­hen, wie ein so wich­ti­ges Stück kultu­rel­ler Infra­struk­tur droht, verlo­ren zu gehen. Wir erwar­ten, dass die Verwal­tung aktiv vermit­telt und sich klar zum Erhalt dieses Kultur­zen­trums bekennt.“

Das Linke Bünd­nis betont, dass die Stadt Flens­burg eine beson­dere Mitver­ant­wor­tung trägt, wenn es um den Schutz und die Förde­rung gemein­wohl­ori­en­tier­ter Räume geht. Private Rendit­ein­ter­es­sen dürf­ten nicht Vorrang vor sozia­ler und kultu­rel­ler Stadt­ent­wick­lung haben.

 „Der Ex-Sultan­markt steht beispiel­haft für das, was in Flens­burg gut funk­tio­niert, wenn Menschen selbst aktiv werden und Kultur von unten gestal­ten. Genau solche Orte braucht diese Stadt – und sie müssen poli­tisch geschützt werden“, so Naujoks abschließend.