Rechts­wid­rige Auflö­sung des Senior*innenbeirats: Linkes Bünd­nis fordert sofor­tige Neuwahl

Die Frak­tion Linkes Bünd­nis kriti­siert scharf das Vorge­hen der Stadt Flens­burg und der Rats­ver­samm­lung bei der Auflö­sung des demo­kra­tisch gewähl­ten Senior*innenbeirats.

Ausgangs­punkt der Entschei­dung war das Unter­schrei­ten der satzungs­ge­mä­ßen Mindest­mit­glie­der­zahl von fünf Perso­nen. Entge­gen der klaren Rege­lung in der Satzung des Beirats  wurde jedoch keine Neuwahl einge­lei­tet. Statt­des­sen beschloss die Rats­ver­samm­lung, das Gremium  aufzu­lö­sen und perspek­ti­visch durch ein soge­nann­tes Expert*innengremium zu erset­zen.

Die Kommu­nal­auf­sicht des Landes Schles­wig-Holstein hat anläss­lich einer Beschwerde der verblie­be­nen Mitglie­der des Beirats jetzt klar gestellt, dass dieser Beschluss  recht­wid­rig war und die Stadt aufge­for­dert, diesen Rechts­ver­stoß zu besei­ti­gen.

Vor diesem Hinter­grund fordert die Frak­tion Linkes Bünd­nis die sofor­tige Neuwahl des Senior*innenbeirats.

Ange­sichts mögli­cher Kosten einer Neuwahl erklärt Linke Bünd­nis-Rats­frau Gabi Ritter sehr entschie­den: „Die Rats­ver­samm­lung hat einen rechts­wid­ri­gen Beschluss gefasst. Jetzt ist es die Aufgabe des Ober­bür­ger­meis­ters ihn sofort zu kassie­ren! Wir sind uns der Kosten für eine Neuwahl bei den klam­men Kassen der Stadt bewusst, doch hier über­wiegt die poli­ti­sche und demo­kra­ti­sche Notwen­dig­keit der Neuwahl des Senior*innenbeirats“

Die geplante Erset­zung eines gewähl­ten Beirats durch ein beru­fe­nes Expert*innengremium wird abge­lehnt. Betei­li­gung dürfe nicht durch Auswahl ersetzt werden – schon gar nicht, wenn es um die Inter­es­sen einer so großen Bevöl­ke­rungs­gruppe geht.
„Der DGB Nord hatte die Landes­re­gie­rung bereits ange­ru­fen, um die Stär­kung der Beiräte zu fordern und auf die Beru­fung von Beauf­trag­ten zu verzich­ten. Dieser Forde­rung schlie­ßen wir uns ausdrück­lich an. Ände­run­gen von Gemein­de­ord­nung und Satzun­gen dürfen keine Gesell­schafts­grup­pen ausschlie­ßen“, sagt Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Tjark Naujoks.

Rats­herr Jörg Pepmeyer, ehema­li­ges Mitglied des Beirats, sieht in den Vorgän­gen nicht nur ein kras­ses Verwal­tungs­ver­sa­gen, sondern ein Schlag gegen die Mitwir­kung und die Stimme der älte­ren Gene­ra­tion in Flens­burg. „Diese Senior*innenvertretung ist keine Nice-to-have-Einrich­tung – sie ist ein demo­kra­tisch gewähl­tes Organ, das wich­tige Impulse in die kommu­nale Poli­tik einbringt und ein Stück geleb­ter Bürger­be­tei­li­gung darstellt.“ Und was ihn aufgrund des Anwach­sens demo­kra­tie­feind­li­cher Tenden­zen im Land beson­ders besorgt: „Den Beirat einfach so aufzu­lö­sen ist rechts­wid­rig, zutiefst auto­ri­tär und verstößt gegen funda­men­tale Prin­zi­pien unse­rer Demo­kra­tie und Verfas­sung. Das ist nicht hinnehmbar.“