Min­der­hei­ten

DIE LINKE möchten einen Beitrag dazu leisten, dass die Politik für und mit den in der Bundesrepublik lebenden autochthonen Minderheiten (Dänen, Sorben, Friesen und der Sinti und Roma) den entsprechenden Stellenwert in der Gesamtpolitik der Partei DIE LINKE hat. Gerade der Kreisverband Flensburg sieht sich hier in einer besonderen Rolle.

Fast kei­ne Stadt ist so bunt an kul­tu­rel­len Ein­flüs­sen wie Flens­burg. Das hat es zu der Stadt gemacht, die sie heu­te ist. His­to­risch war die Stadt die längs­te Zeit dänisch, und das ist auch heu­te noch über­all zu spü­ren. Aber immer wur­de hier auch Platt- und Hoch­deutsch gespro­chen, und das von einem gro­ßen oder sogar dem größ­ten Teil der Bevöl­ke­rung. Deutsch und Dänisch gehö­ren heu­te durch Han­del, Tou­ris­mus, Arbeit oder Stu­di­um in einer moder­nen Grenz­re­gi­on zusam­men – und ganz beson­ders bei all denen, die seit Genera­tio­nen in Flens­burg und drum­her­um leben und die sich über Spra­che und Kul­tur über­wie­gend oder teil­wei­se als däni­sche Min­der­heit defi­nie­ren. Auch Mit­glie­der der LINKEN sind Teil der däni­schen Min­der­heit und auch des­halb am pro­blem­lo­sen und posi­ti­ven Zusam­men­le­ben in der dänisch-deut­schen Grenz­re­gi­on beson­ders interessiert.

In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­de die­se schon recht bun­te Mischung durch vie­le Fami­li­en aus Süd­eu­ro­pa und der Tür­kei, die hier arbei­ten, ler­nen und ihren All­tag leben, noch facet­ten­rei­cher. Spä­ter, nach teils gewal­ti­gen poli­ti­schen Umbrü­chen, kamen noch Men­schen aus Ost- und Süd­ost­eu­ro­pa dazu.

Außer­dem sind seit über zwan­zig Jah­ren durch Krie­ge, wirt­schaft­li­che Not und Ver­trei­bung
vie­le hun­dert Men­schen aus Nahen und Mitt­le­ren Osten sowie aus Afri­ka nach Flens­burg
gekom­men. Die­se bis­wei­len sehr ver­schie­den­ar­ti­ge Mischung von Men­schen, Spra­chen und Kul­tu­ren ist Berei­che­rung, Her­aus­for­de­rung und stän­di­ge Neu­de­fi­ni­ti­on unse­rer Stadt zugleich.

Unse­re wich­tigs­ten Forderungen 

  • Die däni­sche Min­der­heit ist ein wich­ti­ger Teil der Flens­bur­ger Gesell­schaft. Sie trägt tag­täg­lich zu einem posi­ti­ven Zusam­men­le­ben in unse­rer Stadt bei. Die Kopen­ha­gen-Bon­nEr­klä­rung von 1955, nach der die däni­sche Min­der­heit ein Bestand­teil des nörd­li­chen Schles­wig-Hol­steins ist und die die Zuge­hö­rig­keit zu ihr durch ein per­sön­li­ches Bekennt­nis defi­niert, ist der äuße­re Rah­men für das Zusam­men­le­ben. In die­sem Sin­ne müs­sen däni­sche Bil­dungs- und Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen auch wei­ter­hin im Han­deln der Stadt Flens­burg eine 100-pro­zen­ti­ge Gleich­stel­lung erfahren.
  • Das Erler­nen der däni­schen Spra­che, z.B. in der Aus- und Wei­ter­bil­dung, soll stär­ker geför­dert wer­den, um im Frei­zeit- und im Arbeits­le­ben bei­der­seits der dänisch-deut­schen Gren­ze sprach­lich fle­xi­bler zu sein.
  • Flens­burg ist durch die Orga­ni­sa­tio­nen EMCI (Euro­päi­sches Zen­trum für Min­der­hei­ten­fra­gen) und FUEN (Föde­ra­lis­ti­sche Uni­on Euro­päi­scher Natio­na­li­tä­ten) ein Ort für die Arbeit mit und für das Zusam­men­tref­fen von vie­len Min­der­hei­ten Euro­pas. Das Pro­jekt „Haus der Min­der­hei­ten“ in der Nor­der­stra­ße soll­te von der Stadt wei­ter­hin aktiv unter­stützt werden.
  • Ins­be­son­de­re in Kin­der­ta­ges­stät­ten und Schu­len soll neben der Schul­so­zi­al­ar­beit eine ver­stärk­te Sprach- und Kul­tur­ar­beit geleis­tet wer­den. Dafür brau­chen wir zusätz­li­che Per­so­nal­stel­len im Auf­trag der Stadt Flensburg.
  • Wir brau­chen stadt­teil­na­he Kul­tur- und Begeg­nungs­stät­ten, in denen sich Ange­hö­ri­ge aller Kul­tu­ren so selbst­ver­wal­tet wie mög­lich und öffent­lich geför­dert wie nötig begeg­nen und Gemein­sam­kei­ten ent­de­cken können.
WAS WOLLEN WIR FÜR UNS ALLE IN FLENSBURG ERREICHEN?

Durch die Viel­falt von Spra­chen und Kul­tu­ren ist Flens­burg in stän­di­ger Bewe­gung und Ver­än­de­rung. Wir LINKE ver­ste­hen dies als posi­ti­ven Auf­trag, unse­re Stadt als offe­ne und bun­te Stadt im Nor­den Schles­wig-Hol­steins zu begrei­fen und zu gestal­ten. Neben der deut­schen Mehr­heits­kul­tur muss es uns gelin­gen, auch die vie­len kul­tu­rel­len Ver­schie­den­hei­ten mit Respekt und Akzep­tanz zu begrü­ßen. Wo der­zeit noch ein Neben­ein­an­der vor­herrscht, wol­len wir für alle in Flens­burg leben­den Men­schen ein Mit­ein­an­der errei­chen – damit eines klar wird: Wir sind alle Flens­bur­ge­rin­nen und Flensburger!

DAS STÖRT UNS

An eini­gen Punk­ten hat die Inte­gra­ti­on von Zuge­zo­ge­nen sprach­lich und kul­tu­rell noch nicht ihr Ziel erreicht. Ins­be­son­de­re die Situa­ti­on von Geflüch­te­ten, die in den letz­ten Jah­ren hier­her­ge­kom­men sind, ist noch immer nicht opti­mal. Flens­burg hat sich zwar deut­lich als „bun­te Stadt“ defi­niert und auf die­se Wei­se eine eige­ne Inte­gra­ti­ons­po­li­tik umge­setzt. Den­noch fehlt es an Sprach‑, Bil­dungs- und Arbeits­mög­lich­kei­ten um Inte­gra­ti­on schnel­ler und bes­ser zu gestalten.

WARUM IST LINKE POLITIK WICHTIG?

Unse­re Vor­stel­lung von einem gemein­sa­men „Flens­burg-Gefühl“ für alle seit Genera­tio­nen oder erst seit kur­zem hier Leben­den ist ein posi­ti­ves Ange­bot an kul­tu­rel­le Mehr- und Min­der­hei­ten. Dazu bedarf es des Respekts und der Akzep­tanz zwi­schen allen Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern. Nur so errei­chen wir eine fried­li­che, soli­da­ri­sche und sozia­le Stadt­ge­sell­schaft, in der alle Kul­tu­ren und Spra­chen ihren Platz finden.

WAS WIRD DIE LINKE IM RAT TUN?
  • Wir wer­den die Ein­füh­rung von Sprach- und Kul­tur­be­auf­trag­ten, die im Auf­trag der Stadt in den Kin­der­ta­ges­stät­ten und Schu­len zu einer bes­se­ren Inte­gra­ti­on und zu einem bes­se­ren Bil­dungs­ni­veau bei­tra­gen sol­len, beantragen.
  • Wir wer­den uns für dezen­tra­le, stadt­teil­na­he mul­ti­kul­tu­rel­le Ange­bo­te und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen einsetzen.
  • Wir wer­den uns für die Stär­kung der Inte­gra­ti­ons­be­hör­de bei der Stadt Flens­burg ein­set­zen, damit sie Bedar­fen zur Betreu­ung und zur Inte­gra­ti­on von Geflüch­te­ten per­so­nell und finan­zi­ell gerecht wer­den kann.