Kul­tur und Medien

Kul­tu­rel­le Viel­falt und die Küns­te in allen ihren Aus­drucks­for­men sind unver­zicht­bar für eine leben­di­ge Demo­kra­tie. Güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen und Frei­räu­me für ihre Ent­wick­lung zu schaf­fen ist des­halb für uns als Linke wesent­li­cher Bestand­teil unse­res Rin­gens um eine demo­kra­ti­sche und sozi­al gerech­te Gesell­schaft. Das Staats­ziel Kul­tur gehört ins Grundgesetz.

DIE LINKE tritt für eine demo­kra­ti­sche Kul­tur ein, in der alle Grup­pen und Milieus ihre kul­tu­rel­le Iden­ti­tät fin­den und aus­drü­cken kön­nen. Alle Men­schen sol­len die Mög­lich­keit zur Teil­ha­be am kul­tu­rel­len Leben und dem kul­tu­rel­len Reich­tum die­ser Gesell­schaft haben. Das erfor­dert kul­tu­rel­le Bil­dung von Anfang an. Der Zugang zu Bil­dung und Kul­tur, zu den tra­di­ti­ons­rei­chen wie auch den moder­nen Kul­tur- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men ist eine der wich­tigs­ten sozia­len Fra­gen des 21. Jahr­hun­derts und ent­schei­det wesent­lich über die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten jedes Ein­zel­nen und der Gesell­schaft als Gan­zes. Kul­tur und kul­tu­rel­le Bil­dung sind Vor­aus­set­zung von Emanzipation.

Wir set­zen uns für den Erhalt der öffent­li­chen Kul­tur­för­de­rung ein und wen­den uns gegen eine schran­ken­lo­se Libe­ra­li­sie­rung und Ver­wer­tung kul­tu­rel­ler Leis­tun­gen, gegen Pri­va­ti­sie­run­gen und den Abbau öffent­li­cher Infra­struk­tur. Wir wol­len die Viel­falt der Trä­ger kul­tu­rel­ler Pro­duk­ti­on erhal­ten und för­dern — von öffent­li­chen und frei-gemein­nüt­zi­gen Initia­ti­ven bis zu unab­hän­gi­gen Ver­la­gen, Stu­di­os, Agen­tu­ren und künst­le­ri­schen Pro­duk­ti­ons­fir­men. Wir wol­len das kul­tu­rel­le Leben in allen Regio­nen und Milieus för­dern. Wir wol­len gute, exis­tenz­si­chern­de Arbeit im Kul­tur­be­reich. Künst­le­rin­nen und Künst­ler, alle Kul­tur­schaf­fen­den sol­len von ihrer Arbeit leben kön­nen und sozi­al abge­si­chert sein.

Durch die Küns­te in der Viel­falt ihrer Rich­tun­gen wer­den die Frei­heit der Ein­zel­nen und ihre sozia­le Gebun­den­heit in aller Wider­sprüch­lich­keit gedacht und erlebt. Weil Kunst ein wesent­li­ches Moment der gro­ßen gesell­schaft­li­chen Debat­ten ist, will DIE LINKE die eige­nen Wel­ten der Küns­te als auto­no­me Räu­me, Expe­ri­men­tier­fel­der und Refu­gi­en sichern und schüt­zen. Sie sieht in neu­en künst­le­ri­schen Ten­den­zen Impul­se für ein erwei­ter­tes Welt- und Gesell­schafts­ver­ständ­nis, die nach Kräf­ten zu för­dern sind. Und sie braucht Anre­gun­gen, die von Künst­le­rin­nen und Künst­lern ausgehen.

Die Linke fühlt sich mit all jenen ver­bun­den, die die­se Gesell­schaft kri­tisch sehen und auf ihre Ver­än­de­rung drin­gen. Wir sind offen für die ver­schie­de­nen Ent­wür­fe eines ande­ren, men­schen­wür­di­gen Lebens und wol­len die eman­zi­pa­to­ri­schen Per­spek­ti­ven stärken.

In der Partei DIE LINKE fin­den Men­schen aus ver­schie­de­nen sozi­al-kul­tu­rel­len Milieus und unter­schied­li­chen poli­ti­schen Kul­tu­ren zusam­men. Ihre Erfah­run­gen sind eine Berei­che­rung auf dem Wege zu einem wei­ten Kul­tur­ver­ständ­nis einer neu­en gesell­schaft­li­chen Linken.

Kul­tur ist Erin­ne­rung. Kul­tur ver­bin­det Tra­di­ti­on mit dem Heu­te. Erst die Besin­nung auf das kul­tu­rel­le Erbe lässt ein dif­fe­ren­zier­tes Kul­tur­ver­ständ­nis ent­ste­hen. Des­halb liegt in der Kul­tur die Basis für Ver­stän­di­gung und Tole­ranz. DIE LINKE wird ihren Bei­trag für eine demo­kra­ti­sche Erin­ne­rungs­kul­tur leis­ten. Wir wol­len uns der Kul­tur­ge­schich­te des frü­her geteil­ten Lan­des in sei­nem euro­päi­schen Kon­text vergewissern.

Aus dem Kommunalwahlprogramm

WAS WOLLEN WIR FÜR UNS ALLE IN FLENSBURG ERREICHEN?

Eine viel­fäl­ti­ge Kul­tur ist die Grund­la­ge einer jeden Gesell­schaft. Auch in Flens­burg muss es kul­tu­rel­le Ange­bo­te der ver­schie­dens­ten Art geben – eta­blier­te Kul­tur von Muse­en, Thea­tern und Kon­zer­ten eben­so wie nicht-kom­mer­zi­el­le, alter­na­ti­ve Kul­tur­ange­bo­te, die auch die in Flens­burg vor­han­de­ne Viel­falt und die in ihr leben­den Kul­tu­ren abbilden.

WARUM IST LINKE POLITIK WICHTIG?

Wir sehen die Viel­falt von kul­tu­rel­len Ange­bo­ten sowie die eige­ne Krea­ti­vi­tät als wich­ti­gen Bestand­teil von Demo­kra­tie, Frei­heit und sozia­ler Gerech­tig­keit an. Der Zugang zu Kul­tur muss daher allen Men­schen mög­lich sein. Wir wol­len eine ver­läss­li­che För­de­rung von Kul­tur, ins­be­son­de­re wenn sie direkt aus unse­rer Flens­bur­ger Bevöl­ke­rung kommt. Dazu gehört die Bereit­stel­lung z.B. von Ate­liers, Stu­di­os, Pro­be­räu­men sowie Aus­stel­lungs- und Spiel­stät­ten. Ins­be­son­de­re für jun­ge Leu­te und für Men­schen aus ande­ren Län­dern ist die Bewah­rung eige­ner Kul­tur ein wich­ti­ger Aspekt der gesell­schaft­li­chen Teilhabe.

DAS FORDERT DIE LINKE
  • Eine gleich­wer­ti­ge För­de­rung aller Kul­tur­ein­rich­tun­gen und ‑initia­ti­ven ist die Vor­aus­set­zung für eine kul­tu­rel­le Vielfalt.
  • Flens­bur­ger Kul­tur muss durch öffent­li­che För­de­rung auch ver­stärkt in Stadteil­zen­tren und dezen­tra­len Begeg­nungs­stät­ten ermög­licht werden.
  • Für den Besuch von Kul­tur­ange­bo­ten muss es sozi­al ver­träg­li­che Ein­tritts­prei­se geben, z.B. durch ein Sozi­al­ti­cket für Men­schen mit gerin­gem Ein­kom­men. Die Kos­ten dafür dür­fen nicht zu Las­ten der Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen gehen.
  • Alter­na­ti­ve Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen, z.B. Volks­bad, Kühl­haus und Pil­ken­ta­fel, müs­sen ver­läss­lich und aus­rei­chend geför­dert werden.
  • Wir begrü­ßen die Initia­ti­ve zum Start eines nicht-kom­mer­zi­el­len Radi­os für Flens­burg und for­dern eine bedarfs- und sach­ge­rech­te Unter­stüt­zung durch die Stadt.
WAS WIRD DIE LINKE IM RAT TUN?
  • Wir wer­den uns für eine lang­fris­ti­ge För­de­rung per­ma­nent arbei­ten­der Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen. Die­se För­de­rung soll­te für Drei- oder Fünf­jah­res­pe­ri­oden gel­ten, um es ihnen zu ermög­li­chen, ihr Per­so­nal ange­mes­sen zu entlohnen.
  • Wir wer­den uns für den Erhalt und den Wei­ter­be­trieb bereits bestehen­der Museums‑, Thea­ter- und Musik­an­ge­bo­te ein­set­zen; dies jedoch unter der Maß­ga­be, dass ande­re Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen und ‑pro­jek­te nicht benach­tei­ligt werden.
  • Kom­mer­zi­el­le Events und Son­der­ver­an­stal­tun­gen müs­sen sich grund­sätz­lich selbst tra­gen; eine städ­ti­sche För­de­rung kann nur in begrün­de­ten Ein­zel­fäl­len in mode­ra­tem Umfang geschehen.
  • Wir wer­den uns dafür ein­set­zen, dass wie schon in ande­ren Städ­ten Rest­plät­ze in städ­tisch geför­der­ten Spiel­stät­ten kos­ten­frei zur Ver­fü­gung gestellt werden.
  • Wir wer­den uns für die Ein­rich­tung und die För­de­rung von kul­tu­rel­len Treff­punk­ten in den Stadt­tei­len, z.B. in Quar­tiers­zen­tren, einsetzen.
  • Wir wer­den uns dafür ein­set­zen, dass das Per­so­nal in Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen ange­mes­sen ent­lohnt wird.
  • Kul­tur darf nicht Ernied­ri­gung von Tie­ren bedeu­ten. Des­we­gen for­dern wir, dass Ver­an­stal­tun­gen in Flens­burg nicht zuge­las­sen wer­den, bei denen Tie­re zur Schau gestellt werden.