Femi­nis­mus

Gleichheit und Geschlechtergerechtigkeit
Gleich­heit und Geschlechtergerechtigkeit

Es gibt immer noch kein aus­ge­gli­che­nes und gerech­tes Ver­hält­nis zwi­schen den Geschlech­tern. Nach wie vor beein­flus­sen die tra­di­tio­nel­len Rol­len­kli­schees das Leben von Frau­en und Män­nern, beein­träch­ti­gen ihre Lebens­qua­li­tät und Chan­cen in der beruf­li­chen und sozia­len Ent­wick­lung. Patri­ar­cha­le Struk­tu­ren durch­zie­hen nach wie vor alle gesell­schaft­li­chen Bereiche.

“Frau­en erbrin­gen mehr als die Hälf­te aller Arbeit in der Gesellschaft.”

Ins­be­son­de­re nicht ent­lohn­te Haus‑, Pfle­ge- und Repro­duk­ti­ons­ar­beit, aber ihre Arbeit wird weni­ger aner­kannt, und sie wer­den im Bereich der Erwerbs­ar­beit immer noch wesent­lich gerin­ger ent­lohnt als die männ­li­chen Kollegen.“Entsprechend nied­ri­ger fal­len ihre Sozi­al­leis­tungs­an­sprü­che aus. Ins­be­son­de­re die Arbeits­be­din­gun­gen, die schlech­te­re Bezah­lung und lan­ge Arbeits­zei­ten benach­tei­li­gen Frau­en und ver­fes­ti­gen das tra­di­tio­nel­le Geschlech­ter­ver­hält­nis. Fol­ge ist, dass Frau­en häu­fig ihre Exis­tenz nicht selbst sichern kön­nen. Öko­no­mi­sche Abhän­gig­kei­ten begüns­ti­gen auch das Ent­ste­hen von Gewaltverhältnissen.

“Jede drit­te Frau welt­weit, jede vier­te in Deutsch­land und Euro­pa ist Gewalt ausgesetzt.”

Gewalt gegen Frau­en ist ein wich­ti­ges Mit­tel der Kriegs­füh­rung. Doch auch im pri­va­ten Bereich und in der Fami­lie erle­ben Frau­en Gewalt von Män­nern. Auch am Arbeits­platz wer­den Frau­en sexu­ell beläs­tigt. Gewalt hat vie­le Gesich­ter. Ver­let­zung des Rechts auf Selbst­be­stim­mung, kör­per­li­che und see­li­sche Schi­ka­ne, Demü­ti­gung und Dis­kri­mi­nie­rung. Migran­tin­nen und in die Ille­ga­li­tät gezwun­ge­ne Frau­en sind noch häu­fi­ger Opfer von Gewalt. Des­halb will DIE LINKE Prä­ven­ti­on aus­bau­en, unab­hän­gi­ge Frau­en­häu­ser und Gewalt­schutz­ein­rich­tun­gen dau­er­haft finan­zi­ell absi­chern. Geschlechts­spe­zi­fi­sche Gewalt muss umfas­send als Asyl­grund aner­kannt, Opfer­schutz aus­ge­baut wer­den. Das gilt nicht nur für geschlechts­spe­zi­fi­sche Ver­fol­gun­gen von staat­li­cher Sei­te, son­dern auch für sol­che im fami­liä­ren und gesell­schaft­li­chen Bereich – etwa Zwangs­hei­rat oder Geni­tal­ver­stüm­me­lung. Opfer von Frau­en­han­del müs­sen Blei­be­recht erhal­ten. Sexu­el­le Ver­stüm­me­lung und Zwangs­hei­rat wol­len wir wirk­sam bekämp­fen.  DIE LINKE weist Demo­kra­ti­sie­rung der Gesell­schaft die Instru­men­ta­li­sie­rung von Frau­en­rech­ten zur Begrün­dung von Ras­sis­mus und Krie­gen zurück.

DIE LINKE ver­steht sich als Partei mit sozia­lis­ti­schem und femi­nis­ti­schem Anspruch. Wir set­zen uns für ein selbst­be­stimm­tes, soli­da­ri­sches Leben ein, in dem Erwerbs­ar­beit, Fami­li­en­ar­beit, gesell­schaft­li­ches und poli­ti­sches Enga­ge­ment für Män­ner und Frau­en mit­ein­an­der ver­ein­bar wer­den. Wir tre­ten dafür ein, die sozia­len Siche­rungs­sys­te­me, die Gestal­tung der Arbeits­welt, das Ange­bot an öffent­li­chen Dienst­leis­tun­gen und die Rah­men­be­din­gun­gen für die poli­ti­sche Betei­li­gung in Wirt­schaft und Poli­tik so zu ver­än­dern, dass Benach­tei­li­gun­gen besei­tigt werden.

“Alle poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen und Vor­schlä­ge müs­sen sys­te­ma­tisch danach beur­teilt wer­den, wel­che Aus­wir­kun­gen sie auf Frau­en und auf Män­ner haben.”

Wir unter­stüt­zen Maß­nah­men, die zur Erhö­hung der Frau­en­er­werbs­quo­te bei­tra­gen, strei­ten für glei­chen Lohn für glei­che und gleich­wer­ti­ge Arbeit, für die Ver­kür­zung der Arbeits­zeit und für die gerech­te Ver­tei­lung von Erwerbs- und Fami­li­en­ar­beit auf Män­ner und Frau­en. Wir for­dern ein Gleich­stel­lungs­ge­setz auch für die Pri­vat­wirt­schaft. Die Fle­xi­bi­li­sie­rung der Arbeit darf nicht dazu füh­ren, dass das sozia­le Mit­ein­an­der und die Frei­zeit dem Dik­tat der stän­di­gen Abruf­bar­keit unter­wor­fen wird.

Wir leh­nen pre­kä­re, unge­si­cher­te Beschäf­ti­gung und eine zuneh­men­de Fle­xi­bi­li­sie­rung der Arbeit auch des­halb ab, weil sol­che Arbeits­ver­hält­nis­se fami­li­en- und kin­der­feind­lich sind. Viel­mehr wol­len wir Arbeits­zeit und Arbeits­mög­lich­kei­ten in der Wei­se fle­xi­bel gestal­ten und sozi­al absi­chern, dass sie fami­li­en- und kin­der­freund­lich sind. Wir for­dern das Recht auf ganz­tä­gi­ge gebüh­ren­freie Betreu­ung und Bil­dung in Krip­pen, Kin­der­gär­ten und Kin­der­ta­ges­stät­ten für alle Kin­der. Dies ist eine grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für eine gute früh­kind­li­che För­de­rung aller Kin­der und ist erfor­der­lich, damit Frau­en und Män­ner gleich­be­rech­tigt Erwerbs­ar­beit und Fami­li­en­le­ben mit­ein­an­der ver­ein­ba­ren kön­nen. Quo­tie­rung bleibt ein wich­ti­ges Mit­tel zur För­de­rung der Geschlechtergerechtigkeit.

Wir set­zen uns für ein selbst­be­stimm­tes soli­da­ri­sches Leben und für die Strei­chung des Schwan­ger­schafts­ab­bruches als Straf­tat­be­stand (§ 218) aus dem Straf­ge­setz­buch ein.

(Aus dem Patrei­pro­gramm, Sei­te 50–51)

Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit

DIE LINKE will die struk­tu­rel­le Dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en auf­he­ben und strei­tet für die tat­säch­li­che Her­stel­lung der Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit in Poli­tik und Gesell­schaft. Ihren eman­zi­pa­to­ri­schen Gesell­schafts­an­spruch will die LINKE auch für sich selbst umset­zen. DIE LINKE soll für Frau­en eine Partei sein, in der sie Poli­tik machen und ihre Inter­es­sen ver­tre­ten kön­nen. DIE LINKE möch­te mit gutem Bei­spiel vor­an gehen und die poli­ti­schen For­de­run­gen inner­par­tei­lich umset­zen. Auf die­ser Grund­la­ge hat der Erfur­ter Par­tei­tag im Okto­ber 2011 das Kon­zept zur Her­stel­lung von Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit in der LINKEN beschlossen.

Kon­zept zur Her­stel­lung von Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit in der LINKEN
Beschluss des Par­tei­vor­stan­des vom 11. und 12. Dezem­ber 2010 — Bestä­tigt von der 2. Tagung des 2. Par­tei­tags (Erfur­ter Par­tei­tag) am 23. Okto­ber 2011 (Auf der Grund­la­ge des Ent­wur­fes vom 16. Okto­ber 2010, beschlos­sen von der Bun­des­frau­en­kon­fe­renz der LINKEN und unter­stützt vom Bun­des­aus­schuss am 12. Sep­tem­ber 2010)

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Die BAG LISA ist eine auto­no­me Frau­en­struk­tur, in der Frau­en die Mög­lich­keit haben, ihre Poli­tik­an­sät­ze zu ent­wi­ckeln, zu dis­ku­tie­ren und zu beschlie­ßen. In LISA enga­gie­ren wir uns für eine eman­zi­pa­to­ri­sche Gesell­schaft, in der jede*r glei­che Mög­lich­kei­ten für selbst­be­stimm­te Lebens­ent­wür­fe hat. Mach mit!

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