Die Corona-Pande­mie ist nicht nur eine medi­zi­ni­sche Krise, sie bedroht nicht nur Gesund­heit und Leben vieler Menschen, sondern sie stellt die ganze Gesell­schaft vor eine drama­ti­sche Belas­tungs­probe. Die Maßnah­men zur Verlang­sa­mung der Coro­na­in­fek­tio­nen sind mit massi­ven Einschrän­kun­gen der Grund­rechte verbun­den. Die Krise trifft die am härtes­ten, die wenig haben. Viele Menschen erlei­den dras­ti­sche Einkom­mens­ver­luste bis zum Total­aus­fall, in zahl­rei­chen Bran­chen haben Unter­neh­men keine Aufträge mehr, es droht eine massive Wirtschaftskrise.

In dieser Krise wird sich mit entschei­den, in was für einer Gesell­schaft wir leben: Wird die soziale Spal­tung dras­ti­scher oder tun wir das Rich­tige und stel­len wir die Menschen in den Mittel­punkt und geben eine soli­da­ri­sche Antwort?

Ein Gesund­heits­sys­tem an der Belastungsgrenze

Die Corona-Pande­mie trifft auf ein Gesund­heits­sys­tem, das seit Jahren kaputt­ge­spart wurde und wird. In Kran­ken­häu­sern herr­schen zum Teil drama­ti­sche Zustände und es fehlen mehr als hundert­tau­send Pfle­ge­kräfte. Jetzt rächen sich die Priva­ti­sie­run­gen und damit verbun­de­nen Profit­ori­en­tie­rung in Gesund­heits­we­sen und Pflege. Die Bertels­mann Stif­tung forderte noch im letz­ten Sommer in einer Studie die Hälfte aller Kran­ken­häu­ser zu schlie­ßen. Wenn sich das Corona-Virus zu schnell ausbrei­tet, kann das deut­sche Gesund­heits­sys­tem über­las­tet werden. Deshalb müssen wir jetzt alles tun, um das Gesund­heits­sys­tem dauer­haft krisen­fest zu machen. Wir fordern 500 Euro mehr Grund­ge­halt für alle in der Pflege als dauer­hafte Sofort­maß­nahme. Wir müssen sofort in die Kran­ken­häu­ser inves­tie­ren und die in den vergan­ge­nen Jahren aufge­lau­fe­nen Inves­ti­ti­ons­stau von 30 Mrd. Euro beheben.

Menschen vor Profite: Beschäf­tigte sind systemrelevant!

Viele Menschen in system­re­le­van­ten Beru­fen, Pfle­ge­kräfte, Kassie­rende und Fahrende arbei­ten bis zum Umfal­len und riskie­ren ihre Gesund­heit, doch bezahlt werden sie seit eh und je mies. Es sind vor allem Frauen, die den Laden am Laufen halten. Applaus vom Balkon und Lob von der Kanz­le­rin sind schön und gut, aber diese Aner­ken­nung von Bedeu­tung und Risiko dieser Berufe sollte sich auch in der Bezah­lung ausdrü­cken. Während die Besit­zer der großen Super­märkte und Discoun­ter gerade Rekord­ge­winne einstrei­chen, sitzen die Kassie­ren­den an der Kasse, machen Über­stun­den, sind einen hohen Anste­ckungs­ri­siko ausge­setzt und bekom­men kein Cent mehr.

Soli­da­ri­tät in Zeiten von Corona

Niemand darf in der Krise zurück­ge­las­sen werden. Wir müssen jene Menschen in unse­rer Gesell­schaft absi­chern, die von Verdienst­aus­fäl­len betrof­fen sind: Beschäf­tigte und Erwerbs­lose, Menschen die von Armuts­ren­ten leben müssen sind oder Solo-Selbst­stän­dige und Klein­ge­werbe. Wie soll „zu Hause blei­ben“, Ausgangs­be­schrän­kun­gen und Abstands­ge­bote umset­zen werden, wenn man keine eigene Wohnung hat? Deshalb benö­ti­gen jetzt wohnungs­lose Menschen oder Geflüch­tete in Sammel­un­ter­künf­ten beson­de­ren Schutz.

Nur gemein­sam und soli­da­risch können wir diese Heraus­for­de­run­gen meistern.