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Feministische Politik

Ges­tern vor 40 Jah­ren hat der Bun­des­tag per Gesetz die Gleich­be­hand­lung von weib­lich und männ­lich gele­se­ne Men­schen am Arbeits­platz beschlos­sen. Und den­noch ver­die­nen weib­lich gele­se­ne Men­schen heu­te – 40 Jah­re spä­ter – immer­noch weni­ger als ihre männ­lich gele­se­ne Kol­le­gen (im Durch­schnitt), trotz glei­cher Auf­ga­ben und Qua­li­fi­zie­run­gen. Weib­lich gele­se­ne Men­schen beset­zen weni­ger Füh­rungs­po­si­tio­nen und bekom­men am Ende weni­ger Ren­te.

Die Lin­ke setzt sich mit ihrer Poli­tik für eine Gleich­be­hand­lung am Arbeits­platz ein, nicht nur auf dem Papier son­dern in der Rea­li­tät. Und DIE LIN­KE. Flens­burg geht als gutes Bei­spiel vor­an. Unser Vor­stand besteht aus gleich­vie­len
weib­li­chen und männ­lich gele­se­nen Men­schen, bei inter­nen Sit­zun­gen arbei­ten wir mit einer geschlech­ter­ab­wech­seln­de Red­ner­lis­te und auf Wahl­lis­ten ste­hen bei­de Geschlech­ter im Wech­sel.

Und wir sind offen für neue Ideen und Köp­fe die uns dabei hel­fen die Gleich­be­hand­lung von allen Men­schen (nicht nur am Arbeits­platz) vor­an­zu­brin­gen.

Equal Pay Day: Care-Arbeit ist sys­tem­re­le­vantund muss ent­spre­chend bezahlt wer­den.

„Equal Pay, also die glei­che Bezah­lung von glei­cher und gleich­wer­ti­ger Arbeit, kann nur erreicht wer­den, wenn Care-Arbeit end­lich mas­siv auf­ge­wer­tet wird. In der aktu­el­len Situa­ti­on zeigt sich mit aller Deut­lich­keit, wel­che Arbeit gesell­schaft­lich so not­wen­dig ist, dass sie nicht auf Pau­se gestellt wer­den kann: Ohne Care-Arbeit wür­de alles zusam­men bre­chen. Und genau­so deut­lich muss allen klar sein, wer die­se Arbeit leis­tet: über­wie­gend Frau­en. Wann, wenn nicht jetzt, soll­te die­se Arbeit end­lich ange­mes­sen bezahlt wer­den? Men­schen, die Pan­zer oder Autos pro­du­zie­ren, ver­die­nen immer noch deut­lich mehr, als Men­schen, die einer der­art sys­tem­re­le­van­ten Arbeit nach­ge­hen“, so Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE im Bun­des­tag anläss­lich des Equal Pay Days am 17. März 2020.

Möh­ring wei­ter: „Seit Jah­ren ist die Rede von einer Kri­se im Pfle­ge- und Gesund­heits­be­reich. Der Ratio­na­li­sie­rungs- und Spar­druck haben zu mas­si­ver Per­so­nal­knapp­heit geführt. Die zuneh­men­de Pri­va­ti­sie­rung hat zum Ergeb­nis, dass Pro­fit­stre­ben an die Stel­le des eigent­li­chen Zwecks – Gesund­heit und Gene­sung – getre­ten ist. Die­se durch fal­sche Poli­tik ver­ur­sach­te Kri­se trifft nun auf die durch das Coro­na-Virus erzeug­te Kri­se. Die­se Mischung ist fatal, alle Bemü­hun­gen müs­sen dar­auf gerich­tet sein, den Kol­laps des Gesund­heits­sys­tems zu ver­hin­dern. In der Coro­na-Kri­se zeigt sich ins­ge­samt, auf wes­sen Arbeit unse­re Gesell­schaft dar­über hin­aus auf­baut: Es sind die­je­ni­gen, die in den Super­märk­ten an der Kas­se sit­zen, die Rega­le ein­räu­men, die Lebens­mit­tel pro­du­zie­ren und lie­fern, die die Not­fall-Kin­der­be­treu­ung leis­ten, damit pfle­ge­ri­sches und medi­zi­ni­sches Per­so­nal arbei­ten kann, es sind Rei­ni­gungs­kräf­te und die Müll­ab­fuhr und so vie­le mehr. Vie­le der Jobs sind die, die in einem Gehalts­ran­king am unte­ren Ende lan­den. Mit Wucht zeigt uns Coro­na, in was für einer unge­rech­ten Gesell­schaft wir leben. Das zu ändern, soll­te eine der ers­ten Leh­ren sein.“

DIE.LINKE. Flens­burg hat heu­te zur Vor­be­rei­tung auf den mor­gi­gen Frau­en­kampf­tag Rosen ver­teilt und mit inter­es­sier­ten Bürger*innen über Frau­en­rech­te und eine geschlech­ter­ge­rech­te Gesell­schaft gespro­chen. 

„Noch immer ist es so, dass Frau­en in vie­len Berei­chen benach­tei­ligt wer­den. Zum Bei­spiel ver­die­nen sie, bei glei­cher Arbeit noch immer nicht den glei­chen Lohn! Die­ser Unge­rech­tig­keit ist es auch geschul­det, dass immer mehr Frau­en im Ren­ten­al­ter von Alters­ar­mut bedroht sind.“ erklärt Luca Grim­min­ger (Kreis­vor­sit­zen­der DIE.LINKE. Flens­burg). Danie­la Boll­mann (Mit­glied im Kreis­vor­stand) ergänzt, „In wei­ten Tei­len die­ser Welt nimmt die Zahl von Femi­zi­den zu. Die­se Tat­sa­che ist auch dem Umstand geschul­det, dass Frau­en immer noch sys­te­ma­tisch benach­tei­ligt wer­den und welt­weit für für uns selbst­ver­ständ­li­che Rech­te kämp­fen müs­sen.“ Für uns als LIN­KE ist klar, dass wir wei­ter Druck machen wer­den, egal ob in Par­la­men­ten oder auf der Stra­ße, für eine geschlech­ter­ge­rech­te Gesell­schaft. 

Am Diens­tag, den 10.03.2020 um 18 Uhr fin­det ein Frau­en­tref­fen der LIN­KEN statt in der Nor­der­stra­ße 88. Haupt­the­ma der Ver­an­stal­tung wird die Heb­am­men­ver­sor­gung sein. Wir freu­en uns, mit Gäs­ten des Heb­am­men­ver­ban­des SH e.V., der BAG LISA (Arbeits­ge­mein­schaft der Frau­en in der Par­tei DIE.LINKE) und inter­es­sier­ten Bürger*innen ins Gespräch zu kom­men. Der Ein­tritt ist frei und alle Inter­es­sier­ten sind herz­lich ein­ge­la­den.

„Am 8. März gehen Frau­en welt­weit auf die Stra­ße, um für ihre Rech­te, für Gleich­stel­lung und für ein Leben frei von Gewalt zu demons­trie­ren. All das ist für Frau­en immer noch nicht selbst­ver­ständ­lich. Im Gegen­teil: Wir erle­ben zwar klei­ne gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Schrit­te, die dem zuneh­men­den, mit­un­ter töd­li­chen Frau­en­hass aber nicht genug ent­ge­gen­set­zen“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März. Möh­ring wei­ter:

„Gewalt an Frau­en muss auf allen Ebe­nen kon­se­quent bekämpft wer­den. Die Frak­ti­on DIE LIN­KE hat in die­ser Woche den Antrag ‚Für eine fried­li­che, femi­nis­ti­sche Außen­po­li­tik‘ beschlos­sen. Uns geht es nicht um eine
Beset­zung von mili­tä­ri­schen Spit­zen­po­si­tio­nen mit Frau­en oder quo­tier­ten Bun­des­wehr­ein­hei­ten. Mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen schüt­zen kei­ne Frau­en­rech­te. Deut­sche Pan­zer sichern kei­ne Frau­en­rech­te. Waf­fen­ge­walt schafft Situa­tio­nen, in denen Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt sind. Des­halb for­dern wir den Stopp deut­scher Waf­fen­ex­por­te und die Ver­an­ke­rung von sexua­li­sier­ter Gewalt als legi­ti­men Flucht­grund im Asyl­ge­setz. Und ange­sichts der huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe an der euro­päi­schen Außen­gren­ze ist das Gebot der Stun­de: Die EU muss die Gren­ze öff­nen und die schutz­su­chen­den Men­schen auf­neh­men.“

Doris Achel­wilm, Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE für Gleich­stel­lungs- und Queer­po­li­tik, fährt fort:

„Wir kämp­fen am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag auch für ein gerech­te­res Wirt­schafts­sys­tem. Pro­fi­te wer­den auf Kos­ten von Frau­en und Mäd­chen gemacht. Sie leis­ten welt­weit täg­lich 12,5 Mil­li­ar­den Stun­den unbe­zahl­te
Arbeit: bei der Kin­der­er­zie­hung, im Haus­halt und bei der Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. Die­se gesell­schaft­lich not­wen­di­gen Auf­ga­ben wer­den im patri­ar­cha­len Kapi­ta­lis­mus als bil­lig oder selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt.
Oxfam hat errech­net: Ihr Geld­wert ent­spricht einer Sum­me von 11 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr – und das, wenn für die­se Arbeit gera­de ein­mal lan­des­üb­li­che Min­dest­löh­ne gezahlt wür­den. 

Auch bei uns sind Erwerbs- und Sor­ge­ar­beit ungleich zwi­schen den Geschlech­tern ver­teilt. Laut Zwei­tem Gleich­stel­lungs­be­richt von 2017 brin­gen Frau­en für Sor­ge­ar­beit in Fami­li­en um die Hälf­te mehr Zeit auf als Män­ner und ste­cken ent­spre­chend beruf­lich zurück. Die Fol­ge sind schlech­te­re Ein­kom­men, Auf­stiegs­chan­cen und Ren­ten. Gleich­zei­tig wer­den Sor­ge­be­ru­fe wie die Pfle­ge, schlech­ter bezahlt als z.B. tech­ni­sche Fach­be­ru­fe. Des­halb for­dern wir, Arbeit und Zeit geschlech­ter­ge­recht zu ver­tei­len. Beru­fe der Sozia­len Arbeit, Gesund­heit, Erzie­hung und haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen müs­sen end­lich gesell­schaft­lich und finan­zi­ell auf­ge­wer­tet wer­den. Am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag und an allen ande­ren Tagen im Jahr.“

Gesell­schaft erle­ben wir lei­der auch eine Zunah­me von Hass gegen­über Frau­en“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tages zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en am Mon­tag. Möh­ring wei­ter:

„Die Zunah­me von Hass gegen­über Frau­en zeigt sich seit eini­gen Jah­ren auch im Inter­net und in den sozia­len Medi­en. Dort erle­ben Frau­en, ins­be­son­de­re Femi­nis­tin­nen, quee­re und les­bi­sche Frau­en oder Frau­en mit ver­mu­te­tem Migra­ti­ons­hin­ter­grund, zuneh­mend ver­ba­le Gewalt und Hass wie Beschimp­fun­gen, Dro­hun­gen und Cyber-Stal­king. Die geschil­der­ten Erleb­nis­se sind erschre­ckend, doch lei­der feh­len uns immer noch offi­zi­el­le Zah­len über die Aus­ma­ße von digi­ta­ler Gewalt.

Die Bun­des­re­gie­rung muss drin­gend han­deln und Stu­di­en und Zah­len zum gesam­ten Aus­maß von Gewalt an Frau­en erhe­ben. Es reicht nicht, ein­mal im Jahr die poli­zei­be­kann­ten Zah­len zu häus­li­cher Gewalt zu prä­sen­tie­ren. Das Pro­blem ist viel grö­ßer: Die meis­ten Vor­fäl­le von häus­li­cher und sexua­li­sier­ter Gewalt wer­den nicht ange­zeigt und sind in den Zah­len nicht ent­hal­ten. Zudem fin­det häus­li­che Gewalt zuneh­mend auch im Inter­net bezie­hungs­wei­se den sozia­len Medi­en statt. Auch hier­für gibt es kei­ne Zah­len. Es fehlt an einem Gesamt­über­blick, der alle For­men von Gewalt an Frau­en berück­sich­tigt und regel­mä­ßig erstellt wird.

Drin­gend gebo­ten ist daher die voll­stän­di­ge Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on, eine Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on gegen Gewalt an Frau­en und Mäd­chen, wie in unse­rem Antrag gefor­dert. Wir brau­chen staat­li­che Koor­di­nie­rungs­stel­len, ein unab­hän­gi­ges Moni­to­ring, regel­mä­ßi­ge Daten­er­he­bung und den umfas­sen­den Aus­bau sowie die bedarfs­ge­rech­te Finan­zie­rung des Hil­fe­sys­tems. Alle Frau­en, die Gewalt erle­ben, müs­sen Schutz und Hil­fe erhal­ten. Daher for­dern wir auch die Rück­nah­me des Vor­be­halts von Arti­kel 59 der Istan­bul-Kon­ven­ti­on, damit Migran­tin­nen ein eigen­stän­di­ges Auf­ent­halts­recht erhal­ten kön­nen.“

Antrag der Frak­ti­on DIE LIN­KE „Gewalt an Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch bekämp­fen – Grund­la­gen zur erfolg­rei­chen Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on schaf­fen“

Wir neh­men heu­te an der Demo vor dem Rat­haus Flens­burg teil, für die Selbst­be­stim­mung der Frau. Jede schwan­ge­re Frau soll­te das Recht haben, allein und ohne staat­li­che Bevor­mun­dung oder Beleh­rungs­ver­su­che über sich und ihren Kör­per zu ent­schei­den. Als damals das Zen­tral­kran­ken­haus für Flens­burg geplant wor­den ist, wären wir nicht ein­mal im Traum dar­auf gekom­men, dass die Trä­ger des moder­nen Groß­kli­ni­kums auf die exo­ti­sche Idee kom­men, Schwan­ger­schafts­ab­brü­che in „ihrem“ Haus aus­zu­schlie­ßen. Wir beob­ach­ten natür­lich, dass bun­des­weit ver­sucht wird, das Rad zurück zu dre­hen. Wie heu­te in Flens­burg wird über­all die alte For­de­rung der Frau­en aktu­ell: Die Para­gra­phen 218 und 219 StGB müs­sen REST­LOS weg!

„Die­ser Rück­schritt im 21. Jahr­hun­dert ist unmög­lich. Es muss selbst­ver­ständ­lich sein, dass Men­schen in guten Bedin­gun­gen eine voll­um­fäng­li­che Ver­sor­gung, inkl. Schwan­ger­schafts­ab­brü­che in Flens­burg vor­fin­den.“ So Lui­sa Cor­droch – Mit­glied des Kreis­vor­stan­des.

DIE LIN­KE for­dert, die ersatz­lo­se Strei­chung des §218. Wir wol­len eben­so den §219 StGB abschaf­fen, in dem ein soge­nann­tes Wer­be­ver­bot fest­ge­schrie­ben ist, bei dem es sich jedoch eigent­lich um ein Infor­ma­ti­ons­ver­bot han­delt. Statt­des­sen wol­len wir Ange­bo­te der frei­wil­li­gen Bera­tung aus­bau­en und auch das neue Zen­tral­kran­ken­haus in Flens­burg dazu ver­pflich­ten, Schwan­ger­schafts­ab­brü­che durch­zu­füh­ren, damit eine wohn­ort­na­he Ver­sor­gung sicher­ge­stellt wer­den kann.

Neu­es­te Bei­trä­ge

Strah­len­de Nach­bar­schaft
1. Oktober 2020
Beset­zung des Bahn­hofs­wal­des
1. Oktober 2020
Gera­de jetzt brau­chen älte­re Men­schen mehr Auf­merk­sam­keit
30. September 2020
Rent­ne­rin­nen und Rent­ner end­lich vor Armut schüt­zen
30. September 2020
Das muss drin sein…
29. September 2020

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