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Europa

Der Kreis­vor­stand der Par­tei DIE LIN­KE begrüßt die Ver­ord­nung der däni­schen Regie­rung, die per­ma­nen­ten Grenz­kon­trol­len ein­zu­stel­len. Jedoch ist für DIE LIN­KE die Situa­ti­on an der deutsch-däni­schen Gren­ze, mit stich­pro­ben­ar­ti­gen Kon­trol­len, immer noch unbe­frie­di­gend. Wir begrei­fen uns als gesam­te Regi­on, da stö­ren auch tem­po­rä­re Grenz­kon­trol­len. Zudem stel­len wir die Fra­ge, mit wel­chen Kri­te­ri­en Men­schen an der Gren­ze kon­trol­liert wer­den? Auch stel­len wir uns die Fra­ge, wel­chen Sinn stich­pro­ben­ar­ti­ge Grenz­kon­trol­len haben sol­len? Wir setz­ten uns für eine gene­rel­le Abschaf­fung der Grenz­kon­trol­len ein sowie die Abschaf­fung des sog. Wild­schwein­zauns. Die Gren­ze ist eine unna­tür­li­che Tren­nung unse­rer Regi­on. Die Tren­nung und Ent­ste­hung neu­er Gren­zen in den Köp­fen muss ver­hin­dert wer­den.

Vor Beginn des Euro­grup­pen­tref­fens heu­te Nach­mit­tag mel­den sich Jörg Schind­ler, Bun­des­ge­schäfts­füh­rer der Par­tei DIE LIN­KE und Mar­tin Schir­de­wan, Ko-Vor­sit­zen­der der Links­frak­ti­on im Euro­päi­schen Par­la­ment und Mit­glied des Wirt­schafts- und Wäh­rungs­aus­schus­ses des Euro­päi­schen Par­la­men­tes, zu Wort. Jörg Schind­ler kom­men­tiert die Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung:

Der Zusam­men­halt der EU hängt an ihrer Soli­da­ri­tät. Wenn in der Stun­de der Not das Haupt­in­ter­es­se eini­ger EU-Staa­ten ist, ande­ren Mit­glieds­staa­ten Regeln auf­zu­zwin­gen und die eige­nen Schäf­chen ins Tro­cke­ne zu brin­gen, wird die EU das nicht unbe­scha­det über­ste­hen. Wenn die EU selbst inmit­ten die­ser schreck­li­chen Pan­de­mie nicht im Stan­de ist, soli­da­risch zu han­deln, wird sie es nie­mals sein.

Es geht bei dem heu­ti­gen Tref­fen der Euro­grup­pe um nicht weni­ger als um die Zukunft der EU. Die Bun­des­re­gie­rung muss ihre Blo­cka­de­hal­tung gegen Coro­na-Bonds auf­ge­ben. Damit hilft sie nicht nur ihren Euro­päi­schen Part­nern, son­dern auch sich selbst.

Deutsch­land ist, mit Öster­reich, Finn­land und den Nie­der­lan­den eines von nur vier Län­dern, die die soli­da­ri­sche Lösung, die Coro­na-Bonds, rigo­ros ablehnt. Und mit Abstand das Ein­fluss­reichs­te. Wenn die Gro­ße Koali­ti­on ihre Blo­cka­de­hal­tung gegen Coro­na-Bonds nicht auf­gibt, macht sie sich zur Toten­grä­be­rin der euro­päi­schen Idee.

Dazu erklärt Mar­tin Schir­de­wan:

Es wäre fatal, falls sich die Euro­grup­pe nicht auf Coro­na-Bonds eini­gen kann. Doch statt­des­sen soll es wohl wie­der der Euro­päi­sche Sta­bi­li­täts­me­cha­nis­mus (ESM) rich­ten. Der ESM hat zu Recht einen schlech­ten Ruf als ein Instru­ment, um Schuld­ner­staa­ten eine mas­si­ve Kür­zungs­po­li­tik und dra­ma­ti­schen Sozi­al­ab­bau auf­zu­zwin­gen. Die bis­her betrof­fe­nen Staa­ten haben das nicht ver­ges­sen.

Die Coro­na-Kri­se bie­tet die Chan­ce, end­lich mit der fal­schen Aus­teri­täts­po­li­tik zu bre­chen und zu soli­da­ri­schen Lösun­gen zu fin­den. Falls die Bun­des­re­gie­rung und ande­re jedoch wei­ter an ihrer Beton­mau­er bau­en und den am stärks­ten von der Pan­de­mie betrof­fe­nen Län­dern wie­der ihre fal­sche Medi­zin ver­schrei­ben wol­len, dro­hen Auto­kra­ten und Rechts­po­pu­lis­ten die lachen­den Drit­ten zu sein.

Mar­tin Schir­de­wan (* 12. Juli 1975 in Ost-Ber­lin) ist ein deut­scher Poli­ti­ker (Die Lin­ke). Im Novem­ber 2017 rück­te Schir­de­wan für den aus­schei­den­den Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Fabio De Masi nach und ist seit­dem Mit­glied des Euro­päi­schen Par­la­ments. Bei der Euro­pa­wahl 2019 kan­di­dier­te er als Spit­zen­kan­di­dat sei­ner Par­tei und ver­tei­dig­te sein Man­dat. Sei­ne Frak­ti­on, die Kon­fö­de­ra­le Frak­ti­on der Ver­ein­ten Euro­päi­schen Linken/Nordische Grü­ne Lin­ke, wähl­te ihn zum Co-Frak­ti­ons­vor­sit­zen der 9. Legis­la­tur­pe­ri­ode.

Pres­se­mit­tei­lung von Sevim Dagde­len, 28. Febru­ar 2020

„DIE LIN­KE for­dert einen Waf­fen­still­stand im syri­schen Idlib und ruft alle Sei­ten zur Dees­ka­la­ti­on auf. Die Bun­des­re­gie­rung muss dem Drän­gen der Tür­kei nach mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung und Ein­rich­tung einer Flug­ver­bots­zo­ne durch die NATO eine deut­li­che Absa­ge ertei­len“, erklärt Sevim Dagde­len, Außen­ex­per­tin der Frak­ti­on DIE LIN­KE und Mit­glied im Aus­wär­ti­gen Aus­schuss. Dagde­len wei­ter:

„Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan för­dert mit sei­ner aggres­si­ven Expan­si­ons­po­li­tik isla­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus und ist damit eine Gefahr für die Regi­on, aber auch für die Sicher­heit Euro­pas. Bis­lang hat die Bun­des­re­gie­rung in unver­ant­wort­li­cher Wei­se kei­ner­lei Kon­se­quen­zen aus ihrer eige­nen Fest­stel­lung von 2016 gezo­gen, dass Erdo­gan die Tür­kei zur ‚zen­tra­len Akti­ons­platt­form‘ für isla­mis­ti­sche Grup­pen in der Regi­on umge­baut hat. Das rächt sich nun. Die Bun­des­re­gie­rung muss dar­aus end­lich Kon­se­quen­zen zie­hen.

Die Prä­senz tür­ki­scher Trup­pen an der Sei­te isla­mis­ti­scher Ter­ror­grup­pen in Syri­en ist ille­gal und darf durch eine von Erdo­gan gefor­der­te Flug­ver­bots­zo­ne durch die NATO nicht auch noch unter­stützt wer­den. Es ist fatal, dass Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas und sei­ne Amts­kol­le­gen aus der EU weder das Vor­ge­hen des tür­ki­schen Mili­tärs noch der Al-Qai­da-Ter­ror­grup­pe Hayat Tah­r­ir al-Scham (HTS) in Syri­en nament­lich ver­ur­teilt haben.

Deut­sche Sol­da­ten dür­fen dem Völ­ker­rechts­bruch Erdo­gans im Ver­bund mit Al-Qai­da kei­nen Bei­stand leis­ten. Die Bun­des­re­gie­rung darf sich durch die Ankün­di­gung Erdo­gans, Flücht­lin­ge in die EU zu schi­cken, nicht erpres­sen las­sen. Die Bun­des­re­gie­rung muss sich in der NATO für eine Ver­ur­tei­lung des tür­ki­schen Vor­ge­hens in Syri­en ein­set­zen.“

Heu­te war eine Demons­tra­ti­on in Kruså, für die Abschaf­fung des Wild­schwein­zauns an der Deutsch-Däni­schen Gren­ze.

Unser Vor­stands­mit­glied Nico­las sprach auf der Demons­tra­ti­on. Er stell­te die Peti­ti­on gegen den Wild­schwein­zaun vor, die er mit initi­iert hat. Die Peti­ti­on lehnt sich an den däni­schen bor­ger­vors­lag an, der jedoch nur von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in Däne­mark unter­schrie­ben wer­den kann, die auch im Besitz des däni­schen Wahl­rechts sind. Die Peti­ti­on läuft bis zum 10. Juni 2020 und wird dann dem Bot­schaf­ter Däne­marks in Ber­lin über­ge­ben. Denn auch süd­lich der Gren­ze wol­len wir ein deut­li­ches Zei­chen gegen den Wild­schwein­zaun sen­den. Man kann unter petition.fridux.de unter­schrei­ben.

Der Bau des Wild­schwein­zaun zeigt näm­lich, dass die­ser einen schwe­ren Ein­griff in die Natur dar­stellt. In nur kur­zer Zeit sind Wild­tie­re an ihren schwe­ren Ver­let­zun­gen erle­gen, da sie ver­sucht haben, den Wild­schwein­zaun zu über­sprin­gen. Aber auch Vögel sind betrof­fen, die in den Maschen des Zau­nes ste­cken geblie­ben sind.

Exper­ten einig, dass der Wild­schwein­zaun den gewünsch­ten Effekt nicht erfül­len kann, da die Wild­schwei­ne leicht durch natür­li­che Öff­nun­gen im Zaun, durch das Stra­ßen- und Schie­nen­netz gelan­gen kön­nen. Dar­über hin­aus kön­nen Wild­schwei­ne über die Flens­bur­ger För­de schwim­men. Somit kann die afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest nicht fern­ge­hal­ten wer­den.

Zudem sen­det der Wild­schwein­zaun ein fal­sches Signal an unse­re Regi­on. Der Zaun erin­nert eher an eine befes­tig­te Gren­ze. „Zusam­men mit den befes­tig­ten Grenz­kon­troll­punk­ten, ergibt das ins­ge­samt ein trau­ri­ges Bild. Was das Zusam­men­wach­sen unse­rer bei­den Lan­des­tei­le angeht waren wir auch optisch schon­mal wei­ter. Gera­de zu den Fei­er­lich­kei­ten der 100-jäh­ri­gen Grenz­zie­hung wäre es ein tol­les Sym­bol gewe­sen, dass eben nichts mehr vom Grenz­ver­lauf zu sehen wäre, lei­der wur­de die­se Chan­ce ver­tan.

Auch wir betei­li­gen uns an der #Kund­ge­bung gegen den #Wild­schwein­zaun. Der #Zaun ist ein schwe­rer #Ein­griff in die #Natur. Vie­le #Wild­tie­re ster­ben an ihm, beim #Ver­such ihn zu über­win­den! Außer­dem ist der Zaun optisch ein fal­sches Signal, denn er erin­nert doch sehr an eine #befes­tig­te #Gren­ze. Optisch waren wir schon sehr viel wei­ter!

Heu­te von 13:00 bis 15:00
Mades­kov­vej 7C (Park­platz vor der Bin­go-Hal­le) #Kru­sau / #Kruså / #DK

Gut 400 mehr Wahl­stim­men – aber im Pro­zent­be­reich ein Vier­tel ver­lo­ren.

Bei stark gestie­ge­ner Wahl­be­tei­li­gung konn­te DIE LIN­KE nir­gend­wo in Schles­wig-Hol­stein mit­hal­ten und ver­lor flä­chen­de­ckend – meis­tens ein Vier­tel oder sogar ein Drit­tel ihrer Ergeb­nis­pro­zen­te

Das war kein guter Wahl­tag für DIE LIN­KE – weder bun­des- noch lan­des­weit, und auch bei uns in Flens­burg. Hier muss­ten wir drei Vier­tel unse­res über­pro­por­tio­nal hohen Pro­zent­zu­wach­ses von 2014 wie­der abge­ben: von 7,6 auf 6,0 Pro­zent, auch wenn wir den abso­lu­ten Wahl­stim­men­an­teil um 20 Pro­zent stei­gern konn­ten; noch nie hat­ten wir so vie­le Wahl­stim­men bei einer EU-Wahl (von 1.911 auf 2.349 ange­stie­gen). Die Flens­bur­ger LIN­KEN lagen damit immer noch über dem Ergeb­nis 2009 (das schaff­ten ansons­ten nur Kiel und 4 Land­krei­se). Zusam­men mit Kiel (eben­falls 6,0) nimmt Flens­burg aber immer noch den LIN­KEN Spit­zen­platz auf Lan­des­ebe­ne ein.

In Flens­burg ver­lo­ren CDU, SPD und DIE LIN­KE pro­zen­tu­al stär­ker als in ande­ren Wahl­krei­sen, denn hier konn­ten Die Grü­nen ihr Wahl­er­geb­nis mehr als ver­dop­peln, da hier der grü­ne EU-Kan­di­dat Ras­mus And­re­sen antrat und für beson­ders vie­le grü­ne Stim­men sorg­te. Dar­über hin­aus gin­gen wohl aber auch vie­le mög­li­che LIN­KE Stim­men an „Die Par­tei“, die in Flens­burg mit 4,2 Pro­zent ihr Ergeb­nis ver­vier­fa­chen konn­te.

Die schles­wig-hol­stei­ni­sche LIN­KE ver­lor ins­ge­samt 0,8 und damit ein Vier­tel ihrer Pro­zent­punk­te. Sie kam auf nur noch 3,7 Pro­zent – und liegt nun sogar hin­ter dem Ergeb­nis von 2009 (3,9). Der Ein­zug der schles­wig-hol­stei­ni­schen Kan­di­da­tin Mari­an­ne Kol­ter ins neue EU-Par­la­ment rück­te damit in wei­te Fer­ne.

Beson­ders ernüch­ternd ist das bun­des­wei­te Ergeb­nis der LIN­KEN: Von 7,4 Pro­zent ver­lor die Par­tei fast ein Drit­tel ihrer Wahl­pro­zen­te und fiel damit bei 5,5 Pro­zent sogar noch hin­ter das PDS-Ergeb­nis von 1999 zurück; sie zieht nun mit nur noch 5 Abge­ord­ne­ten ins EU-Par­la­ment ein und ver­lor damit zwei Sit­ze.

„Es ist für uns in Flens­burg dies­mal ein schwa­cher Trost, dass unser Wahl­er­geb­nis noch deut­li­cher über dem Bun­des­er­geb­nis liegt als 2014“, erklär­te der Kreis­vor­sit­zen­de Her­man U. Sol­d­an, „denn wir haben wie vie­le Wahl­krei­se im Bun­des­land etwa ein Vier­tel unse­rer Pro­zent­punk­te ein­ge­büßt. Der Nega­tiv­trend in Bund und Land hat uns in Flens­burg genau­so erfasst wie die meis­ten ande­ren Wahl­krei­se, obwohl wir ja hier bei den abso­lu­ten Wahl­stim­men sogar noch 20 Pro­zent zule­gen konn­ten, und dar­über freu­en wir uns.

Wir Flens­bur­ger LIN­KE haben auch dies­mal gut ‚wahl­ge­kämpft’ – und des­halb geht ein sehr gro­ßer Dank an die Akti­ven, die Wahl­ma­te­ri­al geholt, sor­tiert und an den Stän­den und Haus­tü­ren ver­teilt haben, die Wahl­pla­ka­te geklebt, auf- und wie­der abge­hängt haben, die unse­re fast ein Dut­zend Stän­de auf- und abge­baut haben, die Auto­tou­ren für uns gemacht, die geplant und orga­ni­siert und für eine akti­ve Öffent­lich­keits­ar­beit gesorgt haben. Das war ein tol­ler Ein­satz und hat auch dies­mal meis­tens wie­der viel Spaß gemacht.“

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