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Bundestagsfraktion

Equal Pay Day: Care-Arbeit ist sys­tem­re­le­vantund muss ent­spre­chend bezahlt wer­den.

„Equal Pay, also die glei­che Bezah­lung von glei­cher und gleich­wer­ti­ger Arbeit, kann nur erreicht wer­den, wenn Care-Arbeit end­lich mas­siv auf­ge­wer­tet wird. In der aktu­el­len Situa­ti­on zeigt sich mit aller Deut­lich­keit, wel­che Arbeit gesell­schaft­lich so not­wen­dig ist, dass sie nicht auf Pau­se gestellt wer­den kann: Ohne Care-Arbeit wür­de alles zusam­men bre­chen. Und genau­so deut­lich muss allen klar sein, wer die­se Arbeit leis­tet: über­wie­gend Frau­en. Wann, wenn nicht jetzt, soll­te die­se Arbeit end­lich ange­mes­sen bezahlt wer­den? Men­schen, die Pan­zer oder Autos pro­du­zie­ren, ver­die­nen immer noch deut­lich mehr, als Men­schen, die einer der­art sys­tem­re­le­van­ten Arbeit nach­ge­hen“, so Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE im Bun­des­tag anläss­lich des Equal Pay Days am 17. März 2020.

Möh­ring wei­ter: „Seit Jah­ren ist die Rede von einer Kri­se im Pfle­ge- und Gesund­heits­be­reich. Der Ratio­na­li­sie­rungs- und Spar­druck haben zu mas­si­ver Per­so­nal­knapp­heit geführt. Die zuneh­men­de Pri­va­ti­sie­rung hat zum Ergeb­nis, dass Pro­fit­stre­ben an die Stel­le des eigent­li­chen Zwecks – Gesund­heit und Gene­sung – getre­ten ist. Die­se durch fal­sche Poli­tik ver­ur­sach­te Kri­se trifft nun auf die durch das Coro­na-Virus erzeug­te Kri­se. Die­se Mischung ist fatal, alle Bemü­hun­gen müs­sen dar­auf gerich­tet sein, den Kol­laps des Gesund­heits­sys­tems zu ver­hin­dern. In der Coro­na-Kri­se zeigt sich ins­ge­samt, auf wes­sen Arbeit unse­re Gesell­schaft dar­über hin­aus auf­baut: Es sind die­je­ni­gen, die in den Super­märk­ten an der Kas­se sit­zen, die Rega­le ein­räu­men, die Lebens­mit­tel pro­du­zie­ren und lie­fern, die die Not­fall-Kin­der­be­treu­ung leis­ten, damit pfle­ge­ri­sches und medi­zi­ni­sches Per­so­nal arbei­ten kann, es sind Rei­ni­gungs­kräf­te und die Müll­ab­fuhr und so vie­le mehr. Vie­le der Jobs sind die, die in einem Gehalts­ran­king am unte­ren Ende lan­den. Mit Wucht zeigt uns Coro­na, in was für einer unge­rech­ten Gesell­schaft wir leben. Das zu ändern, soll­te eine der ers­ten Leh­ren sein.“

„Am 8. März gehen Frau­en welt­weit auf die Stra­ße, um für ihre Rech­te, für Gleich­stel­lung und für ein Leben frei von Gewalt zu demons­trie­ren. All das ist für Frau­en immer noch nicht selbst­ver­ständ­lich. Im Gegen­teil: Wir erle­ben zwar klei­ne gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Schrit­te, die dem zuneh­men­den, mit­un­ter töd­li­chen Frau­en­hass aber nicht genug ent­ge­gen­set­zen“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März. Möh­ring wei­ter:

„Gewalt an Frau­en muss auf allen Ebe­nen kon­se­quent bekämpft wer­den. Die Frak­ti­on DIE LIN­KE hat in die­ser Woche den Antrag ‚Für eine fried­li­che, femi­nis­ti­sche Außen­po­li­tik‘ beschlos­sen. Uns geht es nicht um eine
Beset­zung von mili­tä­ri­schen Spit­zen­po­si­tio­nen mit Frau­en oder quo­tier­ten Bun­des­wehr­ein­hei­ten. Mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen schüt­zen kei­ne Frau­en­rech­te. Deut­sche Pan­zer sichern kei­ne Frau­en­rech­te. Waf­fen­ge­walt schafft Situa­tio­nen, in denen Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt sind. Des­halb for­dern wir den Stopp deut­scher Waf­fen­ex­por­te und die Ver­an­ke­rung von sexua­li­sier­ter Gewalt als legi­ti­men Flucht­grund im Asyl­ge­setz. Und ange­sichts der huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe an der euro­päi­schen Außen­gren­ze ist das Gebot der Stun­de: Die EU muss die Gren­ze öff­nen und die schutz­su­chen­den Men­schen auf­neh­men.“

Doris Achel­wilm, Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE für Gleich­stel­lungs- und Queer­po­li­tik, fährt fort:

„Wir kämp­fen am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag auch für ein gerech­te­res Wirt­schafts­sys­tem. Pro­fi­te wer­den auf Kos­ten von Frau­en und Mäd­chen gemacht. Sie leis­ten welt­weit täg­lich 12,5 Mil­li­ar­den Stun­den unbe­zahl­te
Arbeit: bei der Kin­der­er­zie­hung, im Haus­halt und bei der Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. Die­se gesell­schaft­lich not­wen­di­gen Auf­ga­ben wer­den im patri­ar­cha­len Kapi­ta­lis­mus als bil­lig oder selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt.
Oxfam hat errech­net: Ihr Geld­wert ent­spricht einer Sum­me von 11 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr – und das, wenn für die­se Arbeit gera­de ein­mal lan­des­üb­li­che Min­dest­löh­ne gezahlt wür­den. 

Auch bei uns sind Erwerbs- und Sor­ge­ar­beit ungleich zwi­schen den Geschlech­tern ver­teilt. Laut Zwei­tem Gleich­stel­lungs­be­richt von 2017 brin­gen Frau­en für Sor­ge­ar­beit in Fami­li­en um die Hälf­te mehr Zeit auf als Män­ner und ste­cken ent­spre­chend beruf­lich zurück. Die Fol­ge sind schlech­te­re Ein­kom­men, Auf­stiegs­chan­cen und Ren­ten. Gleich­zei­tig wer­den Sor­ge­be­ru­fe wie die Pfle­ge, schlech­ter bezahlt als z.B. tech­ni­sche Fach­be­ru­fe. Des­halb for­dern wir, Arbeit und Zeit geschlech­ter­ge­recht zu ver­tei­len. Beru­fe der Sozia­len Arbeit, Gesund­heit, Erzie­hung und haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen müs­sen end­lich gesell­schaft­lich und finan­zi­ell auf­ge­wer­tet wer­den. Am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag und an allen ande­ren Tagen im Jahr.“

Pres­se­mit­tei­lung von Gökay Akbu­lut, 02. März 2020

„Wir brau­chen ein Demo­kra­tie­för­de­rungs­ge­setz, das ech­te und geleb­te Par­ti­zi­pa­ti­on garan­tiert“, erklärt Gökay Akbu­lut, migra­ti­ons- und inte­gra­ti­ons­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Inte­gra­ti­ons­gip­fel der Bun­des­re­gie­rung. Akbu­lut wei­ter:

„See­hofer erklär­te den Kampf gegen Ras­sis­mus nach der schreck­li­chen Tat in Hanau zur Chef­sa­che – wie kann es sein, dass er als Innen­mi­nis­ter heu­te zum ers­ten Mal am Inte­gra­ti­ons­gip­fel teil­nimmt? Er hät­te die­ses The­ma längst zur Chef­sa­che machen und den Tod von Men­schen ver­hin­dern müs­sen. Die Bun­des­re­gie­rung darf dem Ras­sis­mus-Pro­blem in die­sem Land nicht mehr aus­wei­chen.

Es muss auf allen Ebe­nen gehan­delt wer­den, ins­be­son­de­re in Schu­len und bei der Aus­bil­dung von Beam­tin­nen und Beam­ten, die eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung tra­gen. Wir brau­chen Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung auf dem Arbeits- und Woh­nungs­markt, dar­um muss end­lich das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) refor­miert wer­den.

Die For­de­rung nach der Vor­in­te­gra­ti­on für Schutz­su­chen­de, die nach Deutsch­land kom­men, ist zynisch. Die ein­zi­ge Vor­in­te­gra­ti­on die wir brau­chen, ist die in den Köp­fen der Men­schen. Sogar Men­schen, die in zwei­ter und drit­ter Genera­ti­on in Deutsch­land leben, erfah­ren Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung. 

DIE LIN­KE for­dert neben der Ein­füh­rung des Kom­mu­nal­wahl­rechts für Nicht-EU-Bür­ger eine Ver­ein­fa­chung der Ein­bür­ge­run­gen und dass Inte­gra­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on nicht nur bei einem Gip­fel ver­han­delt wer­den: Es muss gehan­delt wer­den.“

Pres­se­mit­tei­lung von Sevim Dagde­len, 28. Febru­ar 2020

„DIE LIN­KE for­dert einen Waf­fen­still­stand im syri­schen Idlib und ruft alle Sei­ten zur Dees­ka­la­ti­on auf. Die Bun­des­re­gie­rung muss dem Drän­gen der Tür­kei nach mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung und Ein­rich­tung einer Flug­ver­bots­zo­ne durch die NATO eine deut­li­che Absa­ge ertei­len“, erklärt Sevim Dagde­len, Außen­ex­per­tin der Frak­ti­on DIE LIN­KE und Mit­glied im Aus­wär­ti­gen Aus­schuss. Dagde­len wei­ter:

„Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan för­dert mit sei­ner aggres­si­ven Expan­si­ons­po­li­tik isla­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus und ist damit eine Gefahr für die Regi­on, aber auch für die Sicher­heit Euro­pas. Bis­lang hat die Bun­des­re­gie­rung in unver­ant­wort­li­cher Wei­se kei­ner­lei Kon­se­quen­zen aus ihrer eige­nen Fest­stel­lung von 2016 gezo­gen, dass Erdo­gan die Tür­kei zur ‚zen­tra­len Akti­ons­platt­form‘ für isla­mis­ti­sche Grup­pen in der Regi­on umge­baut hat. Das rächt sich nun. Die Bun­des­re­gie­rung muss dar­aus end­lich Kon­se­quen­zen zie­hen.

Die Prä­senz tür­ki­scher Trup­pen an der Sei­te isla­mis­ti­scher Ter­ror­grup­pen in Syri­en ist ille­gal und darf durch eine von Erdo­gan gefor­der­te Flug­ver­bots­zo­ne durch die NATO nicht auch noch unter­stützt wer­den. Es ist fatal, dass Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas und sei­ne Amts­kol­le­gen aus der EU weder das Vor­ge­hen des tür­ki­schen Mili­tärs noch der Al-Qai­da-Ter­ror­grup­pe Hayat Tah­r­ir al-Scham (HTS) in Syri­en nament­lich ver­ur­teilt haben.

Deut­sche Sol­da­ten dür­fen dem Völ­ker­rechts­bruch Erdo­gans im Ver­bund mit Al-Qai­da kei­nen Bei­stand leis­ten. Die Bun­des­re­gie­rung darf sich durch die Ankün­di­gung Erdo­gans, Flücht­lin­ge in die EU zu schi­cken, nicht erpres­sen las­sen. Die Bun­des­re­gie­rung muss sich in der NATO für eine Ver­ur­tei­lung des tür­ki­schen Vor­ge­hens in Syri­en ein­set­zen.“

Pres­se­mit­tei­lung von Sabi­ne Zim­mer­mann, 28. Febru­ar 2020

„Ohne sta­tis­ti­sche Tricks ist die tat­säch­li­che Arbeits­lo­sen­zahl auch im Febru­ar wie­der leicht gestie­gen. Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat nimmt ohne­hin auch die offi­zi­el­le Arbeits­lo­sen­zahl seit Mona­ten zu. Wir befin­den uns in einer Pha­se wirt­schaft­li­cher Schwä­che. Auch durch die Trans­for­ma­ti­on in vie­len Bran­chen ist der Arbeits­markt her­aus­ge­for­dert. Es ist daher höchs­te Zeit, mit höhe­ren Löh­nen und Sozi­al­leis­tun­gen die Bin­nen­nach­fra­ge zu stär­ken und zugleich Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Außer­dem muss die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung wie­der stär­ker und ver­läss­li­cher wer­den. Gera­de in Zei­ten wirt­schaft­li­cher Schwä­che lohnt es sich, die Leis­tun­gen der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu ver­bes­sern“, erklärt Sabi­ne Zim­mer­mann, arbeits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, zum aktu­el­len Monats­be­richt der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Zim­mer­mann wei­ter:

„Das Kon­zept der LIN­KEN für eine Reform der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung liegt auf dem Tisch: Grund­la­ge ist ein höhe­res Arbeits­lo­sen­geld, das man leich­ter und län­ger bezie­hen kann – das gilt beson­ders für älte­re Beschäf­tig­te. Dar­an schließt sich das Arbeits­lo­sen­geld Plus an, eine voll­wer­ti­ge Ver­si­che­rungs­leis­tung ohne Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­prü­fung. Hin­zu kom­men ein Rechts­an­spruch auf Wei­ter­bil­dung für alle Erwerbs­lo­sen und Beschäf­tig­ten, nach­hal­ti­ge Ver­mitt­lung in qua­li­fi­zier­te Beschäf­ti­gung statt Arbeit um jeden Preis und För­de­rung statt Sperr­zei­ten und Sank­tio­nen. All das ist die Auf­ga­be einer Ver­si­che­rung gegen Arbeits­lo­sig­keit, die die­sen Namen auch ver­dient. Für die abhän­gig Beschäf­tig­ten muss die Tarif­bin­dung wie­der stei­gen, denn nur Tarif­ver­trä­ge sichern gute, ange­mes­sen ent­lohn­te Arbeit.“

Pres­se­mit­tei­lung von Doris Achel­wilm, 25. Febru­ar 2020

„Auf vier Staats­se­kre­tä­re der Bun­des­re­gie­rung kommt groß­zü­gig gerech­net eine Staats­se­kre­tä­rin. Nur jede zehn­te Füh­rungs­kraft kann sich Teil­zeit­ar­beit erlau­ben. Die Bun­des­re­gie­rung ist weit ent­fernt von ihrem Ziel, in den nächs­ten fünf Jah­ren in ihrer eige­nen Ver­wal­tung für eine gleich­be­rech­ti­ge Teil­ha­be von Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen zu sor­gen“, erklärt Doris Achel­wilm, gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, zum heu­te vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Gleich­stel­lungs­in­dex 2019. Achel­wilm wei­ter:

„War­me Wor­te der Regie­rung hel­fen den Beschäf­tig­ten in den Bun­des­mi­nis­te­ri­en nicht. Sie brau­chen end­lich ein Gleich­stel­lungs­ge­setz mit Durch­set­zungs­kraft. Die Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten benö­ti­gen aus­rei­chend Stel­len und Befug­nis­se, wie zum Bei­spiel eige­ne Kla­ge­rech­te. Nur so kön­nen sie dar­auf ein­wir­ken, dass offe­ne Füh­rungs­po­si­tio­nen mit Frau­en besetzt wer­den. Außer­dem müs­sen Füh­rungs­po­si­tio­nen in Teil­zeit mög­lich sein. Dann wird es auch was mit der Gleich­stel­lung in den obers­ten Bun­des­be­hör­den bis 2025.“

Nach­richt von Mar­ti­na Ren­ner, 24. Febru­ar 2020

Nach dem Anschlag von Hanau darf nicht län­ger weg­ge­schaut oder ver­harm­lost wer­den. Gesell­schaft und Staat müs­sen den rechts­ex­tre­men, ras­sis­ti­schen Ter­ror mit allen ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln bekämp­fen und unter­bin­den. 

For­de­run­gen der Frak­ti­on DIE LIN­KE im Bun­des­tag gegen rech­ten Ter­ror:

  1. die mög­li­che orga­ni­sa­to­ri­sche oder ander­wei­ti­ge Ein­bin­dung ras­sis­ti­scher und/oder extrem rech­ter Gewalt­tä­ter grund­sätz­lich in den Blick zu neh­men und bei ent­spre­chen­den Delik­ten von Per­so­nen aus die­sen Zusam­men­hän­gen den Orga­ni­sa­ti­ons­zu­sam­men­hang zu berück­sich­ti­gen, sowie regel­mä­ßi­ge und ver­pflich­ten­de Fort­bil­dun­gen für alle mit die­sen The­men befass­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Sicher­heits­be­hör­den durch­zu­füh­ren;
  2. orga­ni­sa­to­ri­sche Zusam­men­schlüs­se in denen mit Ver­satz­stü­cken extrem rech­ter Ideo­lo­gie agiert wird, Waf­fen gesam­melt und Feind­lis­ten ange­legt wer­den als orga­ni­sa­to­ri­sche Ker­ne eines poten­zi­el­len Ter­rors von rechts ernst zu neh­men und in Abspra­che mit den Bun­des­län­dern alle Betrof­fe­nen von Fein­des­lis­ten umge­hend zu infor­mie­ren;
  3. die Sicher­heits­be­hör­den des Bun­des zu einer gegen­über den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den pro­ak­ti­ven Offen­le­gung von Quel­len zu ver­pflich­ten, die im Zusam­men­hang mit rechts­ter­ro­ris­ti­schen Ermitt­lun­gen eine Rol­le spie­len;
  4. die inter­na­tio­na­le Ver­net­zung der mili­tan­ten Nazi­sze­ne stär­ker in den Blick zu neh­men und Fäl­le rech­ten Ter­rors und Gewalt nicht vor­schnell als Ein­zel­fäl­le von Ein­zel­tä­tern zu ver­harm­lo­sen;
  5. in Abstim­mung mit den Bun­des­län­dern die Neo­na­zi-Sze­nen zu ent­waff­nen und Reichs­bür­gern, Neo­na­zis etc. die waf­fen­recht­li­chen Erlaub­nis­se zu ent­zie­hen; 
  6. Ein­stel­lungs­un­ter­su­chun­gen für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Sicher­heits­be­hör­den zu ver­an­las­sen, um demo­kra­tie­feind­li­chen Ten­den­zen in Tei­len die­ser Behör­den offen­siv ent­ge­gen zu tre­ten;
  7. eine unab­hän­gi­ge wis­sen­schaft­li­che Eva­lua­ti­on der Maß­nah­men auf den Weg zu brin­gen, die im Zuge der Emp­feh­lun­gen der NSU-Unter­su­chungs­aus­schüs­se des Bun­des­ta­ges umge­setzt wur­den und hier ins­be­son­de­re die Maß­nah­men in den Blick zu neh­men, die der bes­se­ren Erken­nung ras­sis­ti­scher und extrem rech­ter Tat­mo­ti­va­tio­nen und ihrer straf­recht­li­chen Ver­fol­gung die­nen soll­ten;
  8. pro­ak­tiv und regel­mä­ßig dem Deut­schen Bun­des­tag und der Öffent­lich­keit einen sozi­al­wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Bericht über die Gefah­ren des Ter­ro­ris­mus und der Mili­tanz von rechts vor­zu­le­gen, die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le zu die­sen The­men ver­stär­ken und sie nicht in den geheim tagen­den Aus­schüs­sen des Bun­des­ta­ges zu ver­ste­cken;
  9. Opfern rech­ter und ras­sis­ti­scher Gewalt einen ein­fa­chen Zugang zu recht­li­cher Unter­stüt­zung und finan­zi­el­ler Ent­schä­di­gung zu ermög­li­chen und für eine groß­zü­gi­ge Aus­le­gungs­pra­xis bei sol­chen Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen zu sor­gen;
  10. zivil­ge­sell­schaft­li­che Pro­jek­te wie z.B. Opfer­be­ra­tungs­stel­len und Mobi­le Bera­tun­gen gegen Recht­ex­tre­mis­mus samt ihrer bun­des­wei­ten Koor­di­nie­rungs­gre­mi­en als Früh­warn­sys­te­me für extrem rech­te Radi­ka­li­sie­run­gen aus­rei­chend zu finan­zie­ren;
  11. ein Demo­kra­tie­för­der­ge­setz des Bun­des auf den Weg zu brin­gen, mit dem eine dau­er­haf­te und abge­si­cher­te För­de­rung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Pro­jek­te gegen Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus mög­lich wird.

„Flens­burg will dein Enga­ge­ment und macht es mög­lich“??!

Das, all­wö­chent­lich tagen­de Rat­s­ca­fé der LIN­KEN in Flens­burg
beschäf­tig­te sich ges­tern mit der umstrit­te­nen Geschäfts­ord­nung der
Rats­ver­samm­lung. Dar­über hin­aus ging es in der offe­nen Run­de um die
man­gel­haf­te Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Stadt, wenn es um strit­ti­ge
Pro­jek­te der Stadt­ent­wick­lung geht. So wer­den seit Mona­ten Gut­ach­ten
zum Hotel- und Park­pa­let­ten­bau am Bahn­hofs­wäld­chen zurück­ge­hal­ten.
Eben­falls liegt längst eine Mach­bar­keits­stu­die zur umstrit­te­nen
Ver­le­gung des Wirt­schafts­ha­fens von der Ost auf die West­sei­te vor. Sie
wird mit faden­schei­ni­ger Begrün­dung zurück­ge­hal­ten.

Vor 50 Jah­ren rüt­tel­te Wil­ly Brand, mit der Paro­le „wir wol­len mehr
Demo­kra­tie wagen“, die Repu­blik auf. „Bis heu­te scheint die Bot­schaft
Flens­bur­ger Rats­ver­samm­lung nicht erreicht zu haben“ meint die LIN­KE
Rats­frau Gabi Rit­ter. „Seit Mona­ten beschäf­tigt sich Poli­tik, im
klei­nen Kreis und hin­ter ver­schlos­se­nen Türen mit der Über­ar­bei­tung
der Geschäfts­ord­nung der Rats­ver­samm­lung. Dazu gehö­ren auch die
Rege­lun­gen der „Ein­woh­ner­fra­ge­stun­de“, in der jeder die Gele­gen­heit
haben soll Fra­gen zu stel­len oder Anre­gun­gen los­zu­wer­den“. Nico­las
Jäh­ring, Mit­glied des Kreis­vor­stan­des ergänzt: „Zwei­mal ist es
enga­gier­ten Flens­bur­ge­rin­nen und Flens­bur­gern gelun­gen
Ver­schlech­te­run­gen in der Fra­ge­stun­de zu ver­hin­dern. Sie haben ganz
kon­kre­te Vor­stel­lun­gen und legen gro­ßen Wert dar­auf, die­se in den
Pro­zess ein­brin­gen zu kön­nen. Das ver­wei­gern die
Kommunalpolitiker*innen beharr­lich. Immer wie­der wird dar­auf
ver­wie­sen, dass wir „nun mal eine reprä­sen­ta­ti­ve Demo­kra­tie haben“ und
stell­ver­tre­tend ent­schei­den müs­sen. „Ein bil­li­ges Argu­ment um das
eige­ne Süpp­chen, ganz ohne Öffent­lich­keit kochen zu kön­nen“ meint Gabi
Rit­ter. „Da müs­sen wir uns über Poli­tik­ver­dros­sen­heit nicht wun­dern“.

Im Rat­s­cafè wer­den fol­gen­de For­de­run­gen for­mu­liert:

- Offe­ne, ein­la­den­de Gestal­tung der Einwohner*innen-Fragestunde. Auch
Kri­tik muss zuge­las­sen und erwünscht sein.

- Auch den Sit­zun­gen der Fach­aus­schüs­se des Rates müs­sen die
Einwohner*innen-Fragestunde durch­ge­führt wer­den.

- Glä­ser­ne Akten zu allen gro­ßen Pro­jek­ten der Stadt­ent­wick­lung.
Zeit­na­he Ver­öf­fent­li­chung von Gut­ach­ten ect.

HW Jezew­ski, über vie­le Jah­re Rats­herr für die LIN­KE, ver­weist auf die
Gemein­de­ord­nung, in der fest­ge­legt ist, dass inter­es­sier­te Men­schen
ein­zu­be­zie­hen sind, wenn es um sie betref­fen­de Belan­ge geht. Dem
ver­wei­gert sich der Haupt­aus­schuss kon­se­quent. Wie­der wird hin­ter
ver­schlos­se­nen Türen getagt.

Mit den Teilnehmer*innen des Rat­s­ca­fés hält der Kreis­ver­band der
LIN­KEN ein hohes Niveau an Betei­li­gung von Einwohner*innen in den
Kom­mu­nen für eine der wich­tigs­ten Vor­aus­set­zung, um unde­mo­kra­ti­sche
Ent­wick­lun­gen zurück zu drän­gen und zu ver­hin­dern. Nur wer trans­pa­rent
han­delt und Kri­tik als Berei­che­rung sieht, kann die­ser Ent­wick­lung
ent­ge­gen­tre­ten.

Auf das Bür­ger­bü­ro mei­nes Kol­le­gen Dr. Karam­ba Dia­by (SPD) in Hal­le ist geschos­sen wor­den. Das ist des­halb beson­ders bedrü­ckend, weil dort vor Kur­zem der anti­se­mi­ti­sche Ter­ror statt­fand. Es ist mitt­ler­wei­le All­tag, dass Büros von lin­ken Abge­ord­ne­ten ange­grif­fen wer­den, auch in Schles­wig-Hol­stein erle­ben wir das immer wie­der. Und es ist eine rea­le Bedro­hung, wie der Mord an Wal­ter Lüb­cke gezeigt hat. Die Het­ze der Braun-Blau­en in den Par­la­men­ten berei­tet dafür den Boden, jede Sit­zungs­wo­che erle­ben wir das im Bun­des­tag und anders­wo. Nein, wir wer­den uns nicht ein­schüch­tern las­sen, wer­den anti­fa­schis­ti­sche Bünd­nis­se stär­ken und wei­ter gegen Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus, rech­ten Ter­ror ein­ste­hen, für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft ☀️

Gesell­schaft erle­ben wir lei­der auch eine Zunah­me von Hass gegen­über Frau­en“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tages zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en am Mon­tag. Möh­ring wei­ter:

„Die Zunah­me von Hass gegen­über Frau­en zeigt sich seit eini­gen Jah­ren auch im Inter­net und in den sozia­len Medi­en. Dort erle­ben Frau­en, ins­be­son­de­re Femi­nis­tin­nen, quee­re und les­bi­sche Frau­en oder Frau­en mit ver­mu­te­tem Migra­ti­ons­hin­ter­grund, zuneh­mend ver­ba­le Gewalt und Hass wie Beschimp­fun­gen, Dro­hun­gen und Cyber-Stal­king. Die geschil­der­ten Erleb­nis­se sind erschre­ckend, doch lei­der feh­len uns immer noch offi­zi­el­le Zah­len über die Aus­ma­ße von digi­ta­ler Gewalt.

Die Bun­des­re­gie­rung muss drin­gend han­deln und Stu­di­en und Zah­len zum gesam­ten Aus­maß von Gewalt an Frau­en erhe­ben. Es reicht nicht, ein­mal im Jahr die poli­zei­be­kann­ten Zah­len zu häus­li­cher Gewalt zu prä­sen­tie­ren. Das Pro­blem ist viel grö­ßer: Die meis­ten Vor­fäl­le von häus­li­cher und sexua­li­sier­ter Gewalt wer­den nicht ange­zeigt und sind in den Zah­len nicht ent­hal­ten. Zudem fin­det häus­li­che Gewalt zuneh­mend auch im Inter­net bezie­hungs­wei­se den sozia­len Medi­en statt. Auch hier­für gibt es kei­ne Zah­len. Es fehlt an einem Gesamt­über­blick, der alle For­men von Gewalt an Frau­en berück­sich­tigt und regel­mä­ßig erstellt wird.

Drin­gend gebo­ten ist daher die voll­stän­di­ge Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on, eine Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on gegen Gewalt an Frau­en und Mäd­chen, wie in unse­rem Antrag gefor­dert. Wir brau­chen staat­li­che Koor­di­nie­rungs­stel­len, ein unab­hän­gi­ges Moni­to­ring, regel­mä­ßi­ge Daten­er­he­bung und den umfas­sen­den Aus­bau sowie die bedarfs­ge­rech­te Finan­zie­rung des Hil­fe­sys­tems. Alle Frau­en, die Gewalt erle­ben, müs­sen Schutz und Hil­fe erhal­ten. Daher for­dern wir auch die Rück­nah­me des Vor­be­halts von Arti­kel 59 der Istan­bul-Kon­ven­ti­on, damit Migran­tin­nen ein eigen­stän­di­ges Auf­ent­halts­recht erhal­ten kön­nen.“

Antrag der Frak­ti­on DIE LIN­KE „Gewalt an Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch bekämp­fen – Grund­la­gen zur erfolg­rei­chen Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on schaf­fen“

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