Day

Oktober 1, 2020

DIE LIN­KE. Flens­burg unter­stützt die heu­ti­gen Pro­tes­te in Pad­borg gegen die Zwangs­zu­wei­sung strah­len­der Abfäl­le zur Depo­nie in Har­ris­lee.
»Das Umwelt­mi­nis­te­ri­um macht es sich mit die­ser Lösung sehr ein­fach«, unter­streicht Kat­ri­ne Hoop, Kreis­spre­che­rin der LIN­KEN in Flens­burg. »Bau­schutt aus dem AKW-Rück­bau muss abge­schirmt und über­wacht end­ge­la­gert wer­den. Anders als bei hoch­ra­dio­ak­ti­ven Stof­fen, gibt es für leicht radio­ak­ti­ve Stof­fe siche­re Lage­rungs­lö­sun­gen. Für mich ist es daher unver­ständ­lich, dass der Atom­müll statt des­sen über die Abfall­wirt­schaft bei uns ver­klappt wer­den soll.«
»Es ärgert mich, dass das Minis­te­ri­um gesund­heit­li­che Risi­ken in Kauf nimmt, um der Atom­in­dus­trie einen bil­li­gen AKW-Abriss zu ermög­li­chen«, so Hoop. »Die Inter­es­sen der Bürger:innen müs­sen end­lich vor Wirt­schafts­in­ter­es­sen gestellt wer­den. Und dazu gehört in auch die Betei­li­gung der Betrof­fe­nen bei der Ent­wick­lung ver­ant­wort­ba­rer Lösun­gen«
»Die Pro­tes­te auf däni­scher Sei­te sind abso­lut ver­ständ­lich«, erklärt Hoop. »Däne­mark hat sich kon­se­quent gegen Atom­kraft­wer­ke ent­schie­den. Nun laden wir ihnen unse­ren Müll vor die Gren­ze. Gute Nach­bar­schaft sieht anders aus!«

Wir begrü­ßen den Schritt der Besetzer*innen, sie machen damit auf ein aku­tes Pro­blem in der Stadt auf­merk­sam. „Es kann nicht sein, dass wir zuguns­ten von indi­vi­dua­li­sier­tem Nah­ver­kehr und Hotel­gäs­ten einen Wald ent­wid­men und den Pro­fit­in­ter­es­sen von Inves­to­ren unse­re Stadt­ent­wick­lung über­las­sen! Selbst­ver­ständ­lich wird wie­der die Kri­tik kom­men, dass doch neue Bäu­me gepflanzt wer­den. Die­ser Tat­sa­che Wider­spricht nie­mand aber am Bahn­hof ver­schwin­det unwie­der­bring­lich ein Bestand an Bäu­men und auch ein Wild­be­stand an Fle­der­mäu­sen ist in Gefahr!“ so Luca Grim­min­ger der Kreis­spre­cher der LIN­KEN in Flens­burg.

= https://www.shz.de/…/aktivisten-besetzen-baeume-am… =

Info­schrei­ben der Initia­ti­ve

„Redd de Bahn­hoffsbööm“ – Baum­be­set­zung am Flens­bur­ger Bahn­hof

In der Nacht auf den 1.Oktober 2020 haben wir Bäu­me im Bahn­hofs­wald erklet­tert und besetzt. Die mit dem ers­ten Okto­ber begin­nen­de Rodungs­sai­son ist – jeden­falls für einen Groß­teil der Bäu­me, die dem Hotel- und Park­haus­neu­bau wei­chen sol­len – eine aku­te Bedro­hung. Uns geht es mit unse­rer Akti­on nicht aus­schließ­lich um die zum Teil über 150 Jah­re alten Bäu­me, son­dern um eine ins­ge­samt voll­kom­men ver­fehl­te Ver­kehrs- und Kli­ma­po­li­tik und eine Stadt­ent­wick­lung, die die Inter­es­sen der Einwohner*innen und der zukünf­ti­gen Genera­tio­nen igno­riert.
Hier­mit soli­da­ri­sie­ren wir uns mit den Beschützer*innen des Dan­nen­rö­der Wal­des, in wel­chem ab heu­te Bäu­me auf über 60 Hekt­ar Flä­che ihr Leben für die Auto­bahn 49 las­sen sol­len.
Mit Platt­for­men und Trans­pa­ren­ten, dicken Schlaf­sä­cken und Klet­ter­seil aus­ge­stat­tet stel­len bzw. hän­gen wir uns den geplan­ten Fäl­lun­gen in den Weg. Wir könn­ten an die­ser Stel­le lan­ge Aus­füh­run­gen zu Ahorn und Lin­de, zur Hang­la­ge, zu Fle­der­mäu­sen und zur Quel­le auf dem Gebiet zwi­schen Post, Bahn­hof und Schles­wi­ger Stra­ße schrei­ben. Aber die Argu­men­te sind im Grun­de allen bekannt und wer vor dem Are­al steht und dort ernst­haft ein poten­ti­el­les Bau­grund­stück und nicht ein offen­kun­dig erhal­tens- und schüt­zens­wer­tes Bio­top mit­ten in der Stadt sieht, der oder die hat Umwelt- und Kli­ma­schutz nicht ver­stan­den.
Wir hal­ten die krampf­haf­te Aus­rich­tung der Stadt­po­li­tik auf Wachs­tum für falsch. Dass dabei vie­ler­orts die Inter­es­sen der aktu­el­len Bewoh­nerinnen Flens­burgs auf der Stre­cke blei­ben, sehen wir nicht nur neben der Post. Obwohl es einen Man­gel an Fuß­ball­plät­zen gibt, wur­de der Fuß­ball­platz des VfB Nord­mark abge­ris­sen, Bäu­me sol­len gefällt und dar­aus Bau­grund gemacht wer­den. Ein Bau­wa­gen­platz auf dem Hand­wer­kerinnen und Künstler*innen leben soll den Bau­vor­ha­ben eben­falls wei­chen. Die Bau­bran­che Flens­burgs hat offen­sicht­lich Vor­rang vor unren­ta­blen Pro­jek­ten, die die Stadt lebens­wert und ein­zig­ar­tig machen.
Und auch an wei­te­ren Orten in der Stadt wird es offen­sicht­lich, so sol­len auch am Muse­ums­berg Bäu­me gefällt wer­den, damit Tourist*innen einen bes­se­ren Blick auf die För­de haben. Maß­nah­men wie die­se, aus­ge­rich­tet nicht an den Wün­schen der Men­schen, die hier leben, son­dern an den ver­meint­li­chen Wün­schen geld­brin­gen­der Rei­sen­der, sind an Absur­di­tät schwer zu über­bie­ten.
Flens­burg braucht nicht mehr Park­plät­ze, denn der moto­ri­sier­te Indi­vi­du­al­ver­kehr ist – auch elek­trisch – kein Zukunfts­mo­dell. Die Fixie­rung auf den Auto­ver­kehr zeigt sich nicht zuletzt dar­an, dass sogar kleins­te Ver­kehrs­be­ru­hi­gun­gen wie bei­spiels­wei­se in der Nor­der­stra­ße nur halb­her­zig und zöger­lich umge­setzt wer­den. Der dort geplan­te Pol­ler wird nur außer­halb der Geschäfts­zei­ten den Ver­kehr regu­lie­ren und damit den Auto­ver­kehr tags­über nicht oder allen­falls wenig redu­zie­ren. Wir brau­chen statt­des­sen eine auto­freie Innen­stadt und einen ordent­lich aus­ge­bau­ten und kos­ten­lo­sen ÖPNV.
Und Flens­burg braucht auch nicht mehr Tou­ris­mus. Es war die­sen Som­mer wie­der spür­bar: An war­men Som­mer­ta­gen sind Innen­stadt und Hafen­spit­ze über­füllt. Mehr Hotel­bet­ten machen die Innen­stadt nicht grö­ßer. Es soll­te statt­des­sen dar­um gehen, die Schön­heit die­ser Alt­stadt vor allem für die Men­schen die dort leben zu erhal­ten statt sie zu opti­mie­ren als Geld­druck­ma­schi­ne. Mehr Tou­ris­mus bedeu­tet auch stei­gen­de Qua­drat­me­ter­prei­se und eine aus­ster­ben­de Innen­stadt, weil das Leben dort unbe­zahl­bar wird. Schon jetzt ver­treibt die Gen­tri­fi­zie­rung bei­spiels­wei­se kin­der­rei­che Fami­li­en und Student*innen-WGs aus der Innen­stadt – nicht weil es kei­ne aus­rei­chend gro­ßen Woh­nun­gen gäbe, son­dern weil die bestehen­den zu teu­er ver­mie­tet wer­den.
Des­halb: Besetzt die Bäu­me, ob in Flens­burg, im Dan­ni oder Ham­bi, in Key­en­berg, im Teu­to­bur­ger Wald, im Stei­ger­wald oder in Rumä­ni­en, wo die letz­ten Urwäl­der gefähr­det sind. Bis alle Wäl­der blei­ben!

Kon­takt:
rodung@nirgendwo.info

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen Zum Flens­bur­ger Bahn­hofs­wald:
https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/

Zur Beset­zung im Dan­nen­rö­der Wald: https://waldstattasphalt.blackblogs.org/

Zum Ham­ba­cher Forst auf https://hambacherforst.org/

Zur Beset­zung in Key­en­berg auf https://unserallerwald.noblogs.org/
bzw https://twitter.com/UnserAllerWald

Zum Teu­to­bur­ger Wald auf https://www.pro-teuto.de/

Zum Stei­ger­wald auf https://twitter.com/keinhektarmehr

Zu Rumä­ni­en: https://www.robinwood.de/pressemitteilungen/protest-gegen-zerstörung-rumänischer-urwälder-für-stromtrasse

Aktu­el­le Infos auf Twit­ter:
https://twitter.com/boomdorp
https://twitter.com/BaWaBleibt

Vor Ort berich­ten:
https://twitter.com/RadioFratz
https://twitter.com/fein_frisch

Neu­es­te Bei­trä­ge

Soli­da­ri­tät mit den Opfern des rechts­ra­di­ka­len Ter­ror­an­schlags
31. Oktober 2020
Beset­zung des Bahn­hofs­wal­des
1. Oktober 2020
Gera­de jetzt brau­chen älte­re Men­schen mehr Auf­merk­sam­keit
30. September 2020
Rent­ne­rin­nen und Rent­ner end­lich vor Armut schüt­zen
30. September 2020
Das muss drin sein…
29. September 2020

Kate­go­rien

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen