Lohn­kür­zung mit Erpres­sung für Rei­ni­gungs­per­so­nal im „Fran­zis­kus“

Die Kli­nik­lei­tung spielt mit per­sön­li­chen Schick­sa­len, kri­ti­sie­ren Mit­glie­der des Kreis­vor­stan­des der Flens­bur­ger LIN­KEN in einer Pres­se­mit­tei­lung – und: Für die Zukunft eines neu­en Kran­ken­hau­ses ist ein sol­ches Lohn­dum­ping ein Alarm­si­gnal!

In die­sen Tagen bekom­men die 70 Rei­ni­gungs­kräf­te des Flens­bur­ger Fran­zis­kus-Kran­ken­hau­ses von der Kli­nik­lei­tung die Pis­to­le auf die Brust gesetzt: Sie erhal­ten eine Kün­di­gung und sol­len einen neu­en Arbeits­ver­trag unter­schrei­ben, der für die Wei­ter­be­schäf­ti­gung ab 2020 bei glei­chen Arbeits­in­hal­ten eine Arbeits­zeit­ver­kür­zung ent­hält. – Unterm Strich bedeu­tet das eine Lohn­kür­zung von etwa 8 Pro­zent!

Unter­schrei­ben die Beschäf­tig­ten die neu­en Ver­trä­ge nicht, droht die Kli­nik­lei­tung damit, den Auf­trag für die Rei­ni­gungs­ar­beit öffent­lich aus­zu­schrei­ben. – „Das ist ein uner­träg­li­cher Angriff auf das Rei­ni­gungs­per­so­nal“, erklärt Her­man U. Sol­d­an, einer der bei­den Kreis­vor­sit­zen­den der Flens­bur­ger LIN­KEN. „Bei einem ohne­hin kläg­li­chen (Mindest-)Stundenlohn von nur 10,56 Euro sol­len die Beschäf­tig­ten die glei­che Arbeit nun in kür­ze­rer Zeit leis­ten – und dabei auch noch weni­ger Geld in der Tasche haben. Der Druck, der damit auf sie aus­ge­übt wird, ist im Grun­de eine hand­fes­te Erpres­sung! Wir ver­ur­tei­len die­se Metho­de der Angst und des Lohn­dum­pings gegen das Rei­ni­gungs­per­so­nal. Statt deren ver­ant­wor­tungs­vol­le Arbeit bes­ser wert­zu­schät­zen, spielt die Kli­nik­lei­tung mit dem Schick­sal und der Lebens­grund­la­ge der Beschäf­tig­ten.“

DIE LIN­KE Flens­burg schließt sich der For­de­rung der zustän­di­gen Gewerk­schaft IG Bau auf Rück­nah­me der Kün­di­gun­gen an und erklärt den Beschäf­tig­ten ihre Soli­da­ri­tät. – Schon vor Jah­ren waren unter deren Pro­test die Arbeits­ver­hält­nis­se des Rei­ni­gungs­per­so­nals in bei­den Flens­bur­ger Kran­ken­häu­sern in eige­ne Fir­men über­führt („out­ge­sourct“) wor­den – und genau dadurch wird der Lohn­druck, der jetzt von „ganz oben“ kommt, erst mög­lich. DIE LIN­KE lehnt seit lan­gem sol­che mit­ar­bei­ter­feind­li­chen Unter­neh­mens­stra­te­gien ab.

Unser LIN­KER Vor­stoß als Weg­be­glei­ter des Neu­baus einer Kli­nik am Peel­watt, als Kom­mu­ne Mit­spra­che­recht in sol­chen Fra­gen zu haben, ist nun aktu­el­ler denn je. Die Stadt kommt den Kli­nik­be­trei­bern in vie­len Fra­gen weit ent­ge­gen: bei den Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren, der Grund­stücks­su­che und vie­lem mehr.

LIN­KE-Vor­stands- und Rats­mit­glied Frank Hamann hat­te schon am Anfang der Bera­tun­gen über das neue Kran­ken­haus ver­sucht, ein Mit­spra­che­recht in Ent­loh­nungs­fra­gen mit in die Ver­hand­lungs­scha­le zu wer­fen. Das wur­de von den ande­ren Rats­frak­tio­nen über­wie­gend als „unbe­grün­det“ und „schwer umsetz­bar“ abge­tan. „Nun haben wir den Salat, und als Dres­sing echauf­fie­ren sich heu­te die dama­li­gen Zweif­ler“, beklagt Frank Hamann. Aber er hat auch ande­re Beden­ken: „Wenn wir jetzt nicht auf­pas­sen, droht die neue Kli­nik sich zu einem knall­har­ten Ren­di­te­ob­jekt zu ent­wi­ckeln. Das mit weit­rei­chen­der Unter­stüt­zung durch die Stadt Flens­burg und mit erheb­li­chen För­der­gel­dern des Lan­des in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he ein­fach hin­zu­neh­men, ist ein Feh­ler!“.

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