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Minderheiten

Fast keine Stadt ist so bunt an kulturellen Einflüssen wie Flensburg. Das hat es zu der Stadt gemacht, die sie heute ist. Historisch war die Stadt die längste Zeit dänisch, und das ist auch heute noch überall zu spüren. Aber immer wurde hier auch Platt- und Hochdeutsch gesprochen, und das von einem großen oder sogar dem größten Teil der Bevölkerung. Deutsch und Dänisch gehören heute durch Handel, Tourismus, Arbeit oder Studium in einer modernen Grenzregion zusammen – und ganz besonders bei all denen, die seit Generationen in Flensburg und drumherum leben und die sich über Sprache und Kultur überwiegend oder teilweise als dänische Minderheit definieren. Auch Mitglieder der LINKEN sind Teil der dänischen Minderheit und auch deshalb am problemlosen und positiven Zusammenleben in der dänisch-deutschen Grenzregion besonders interessiert.

In den letzten Jahrzehnten wurde diese schon recht bunte Mischung durch viele Familien aus Südeuropa und der Türkei, die hier arbeiten, lernen und ihren Alltag leben, noch facettenreicher. Später, nach teils gewaltigen politischen Umbrüchen, kamen noch Menschen aus Ost- und Südosteuropa dazu.

Außerdem sind seit über zwanzig Jahren durch Kriege, wirtschaftliche Not und Vertreibung
viele hundert Menschen aus Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika nach Flensburg
gekommen. Diese bisweilen sehr verschiedenartige Mischung von Menschen, Sprachen und Kulturen ist Bereicherung, Herausforderung und ständige Neudefinition unserer Stadt zugleich.

WAS WOLLEN WIR FÜR UNS ALLE IN FLENSBURG ERREICHEN?

Durch die Vielfalt von Sprachen und Kulturen ist Flensburg in ständiger Bewegung und Veränderung. Wir LINKE verstehen dies als positiven Auftrag, unsere Stadt als offene und bunte Stadt im Norden Schleswig-Holsteins zu begreifen und zu gestalten. Neben der deutschen Mehrheitskultur muss es uns gelingen, auch die vielen kulturellen Verschiedenheiten mit Respekt und Akzeptanz zu begrüßen. Wo derzeit noch ein Nebeneinander vorherrscht, wollen wir für alle in Flensburg lebenden Menschen ein Miteinander erreichen – damit eines klar wird: Wir sind alle Flensburgerinnen und Flensburger!

DAS STÖRT UNS:

An einigen Punkten hat die Integration von Zugezogenen sprachlich und kulturell noch nicht ihr Ziel erreicht. Insbesondere die Situation von Geflüchteten, die in den letzten Jahren hierhergekommen sind, ist noch immer nicht optimal. Flensburg hat sich zwar deutlich als „bunte Stadt“ definiert und auf diese Weise eine eigene Integrationspolitik umgesetzt. Dennoch fehlt es an Sprach-, Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten um Integration schneller und besser zu gestalten.

WARUM IST LINKE POLITIK WICHTIG?

Unsere Vorstellung von einem gemeinsamen „Flensburg-Gefühl“ für alle seit Generationen oder erst seit kurzem hier Lebenden ist ein positives Angebot an kulturelle Mehr- und Minderheiten. Dazu bedarf es des Respekts und der Akzeptanz zwischen allen Einwohnerinnen und Einwohnern. Nur so erreichen wir eine friedliche, solidarische und soziale Stadtgesellschaft, in der alle Kulturen und Sprachen ihren Platz finden.

Unsere wichtigsten Forderungen

Für Minderheiten
  1. Die dänische Minderheit ist ein wichtiger Teil der Flensburger Gesellschaft. Sie trägt tagtäglich zu einem positiven Zusammenleben in unserer Stadt bei. Die Kopenhagen-BonnErklärung von 1955, nach der die dänische Minderheit ein Bestandteil des nördlichen Schleswig-Holsteins ist und die die Zugehörigkeit zu ihr durch ein persönliches Bekenntnis definiert, ist der äußere Rahmen für das Zusammenleben. In diesem Sinne müssen dänische Bildungs- und Kulturinstitutionen auch weiterhin im Handeln der Stadt Flensburg eine 100-prozentige Gleichstellung erfahren.
  2. Das Erlernen der dänischen Sprache, z.B. in der Aus- und Weiterbildung, soll stärker gefördert werden, um im Freizeit- und im Arbeitsleben beiderseits der dänisch-deutschen Grenze sprachlich flexibler zu sein.
  3. Flensburg ist durch die Organisationen EMCI (Europäisches Zentrum für Minderheitenfragen) und FUEN (Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten) ein Ort für die Arbeit mit und für das Zusammentreffen von vielen Minderheiten Europas. Das Projekt „Haus der Minderheiten“ in der Norderstraße sollte von der Stadt weiterhin aktiv unterstützt werden.
  4. Insbesondere in Kindertagesstätten und Schulen soll neben der Schulsozialarbeit eine verstärkte Sprach- und Kulturarbeit geleistet werden. Dafür brauchen wir zusätzliche Personalstellen im Auftrag der Stadt Flensburg.
  5. Wir brauchen stadtteilnahe Kultur- und Begegnungsstätten, in denen sich Angehörige aller Kulturen so selbstverwaltet wie möglich und öffentlich gefördert wie nötig begegnen und Gemeinsamkeiten entdecken können.

WAS WIRD DIE LINKE IM RAT TUN?

  1. Wir werden die Einführung von Sprach- und Kulturbeauftragten, die im Auftrag der Stadt in den Kindertagesstätten und Schulen zu einer besseren Integration und zu einem besseren Bildungsniveau beitragen sollen, beantragen.
  2. Wir werden uns für dezentrale, stadtteilnahe multikulturelle Angebote und Freizeiteinrichtungen einsetzen.
  3. Wir werden uns für die Stärkung der Integrationsbehörde bei der Stadt Flensburg einsetzen, damit sie Bedarfen zur Betreuung und zur Integration von Geflüchteten personell und finanziell gerecht werden kann.
02
Mrz

Für echte Partizipation braucht es ein Demokratieförderungsgesetz

Pressemitteilung von Gökay Akbulut, 02. März 2020 „Wir brauchen ein Demokratieförderungsgesetz, das echte und gelebte Partizipation garantiert“, erklärt Gökay Akbulut, migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den Integrationsgipfel der Bundesregierung. Akbulut weiter: „Seehofer erklärte den Kampf gegen Rassismus nach der schrecklichen Tat in Hanau zur Chefsache – wie kann es sein,...
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