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Klima und Energie

von Bernd Riex­in­ger

Alle wis­sen, dass das Über­le­ben des Pla­ne­ten auf dem Spiel steht, auch die Leug­ner der Kli­ma­kri­se. Alle wis­sen, dass rie­si­ge Umbrü­che kom­men wer­den. Doch wer wird mit was noch Pro­fi­te machen und wer wird über die Klin­ge sprin­gen?

Alle wis­sen, dass das Über­le­ben des Pla­ne­ten auf dem Spiel steht, auch die Leug­ner der Kli­ma­kri­se. Alle wis­sen, dass rie­si­ge Umbrü­che kom­men wer­den. Doch wer wird mit was noch Pro­fi­te machen und wer wird über die Klin­ge sprin­gen? Wie lan­ge wer­den die fos­si­len Kapi­tal­frak­tio­nen (Kon­zer­ne der Kohle‑, Auto- und Rüs­tungs­in­dus­trie) noch wei­ter­ma­chen kön­nen, bis sie ent­we­der mas­si­ve Inves­ti­tio­nen in ihren Umbau finan­zie­ren oder unter­ge­hen? Wird es ihnen gelin­gen, die Kos­ten für die Inves­ti­tio­nen auf die Beschäf­tig­ten und „Steu­er­zah­ler“ abzu­wäl­zen oder wer­den ihre Pro­fi­te geschmä­lert? Wer­den die Beschäf­tig­ten in den fos­si­len und tra­di­tio­nel­len Indus­tri­en mit den Risi­ken allein gelas­sen? Müs­sen sie ihre Fort­bil­dung selbst zah­len? Wer­den erst ihre Kin­der eine neue Chan­ce haben und ande­re Berufs­lauf­bah­nen ein­schla­gen, wie es in der Ver­gan­gen­heit meist war? Wer wird zah­len für die­je­ni­gen, deren Län­der zuerst über­flu­tet wer­den? Oder wird es eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Anstren­gung geben, um einen gerech­ten Über­gang für alle zu schaf­fen, vor allem aber für die­je­ni­gen, die den Reich­tum der Gesell­schaf­ten erar­bei­ten, sichern und mit ihrer Sor­ge­ar­beit ermög­li­chen? Das sind die Fra­gen der kom­men­den Jah­re. Es sind auch unse­re Fra­gen.

In sei­nem Buch über die Geschich­te und letzt­lich den Unter­gang der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Ita­li­ens beschreibt Lucio Magri min­des­tens vier Gefah­ren, an denen eine lin­ke Par­tei schei­tern kann: An Oppor­tu­nis­mus und Anpas­sung, also man­geln­dem Mut zum Wider­stand. An Sek­tie­rer­tum und der Bes­ser­wis­se­rei, dass die rich­ti­gen Posi­tio­nen zu ver­tre­ten wich­ti­ger ist als Bünd­nis­se mit den tat­säch­lich han­deln­den Kräf­ten ein­zu­ge­hen und sie vor­an­zu­brin­gen. Schließ­lich: Wenn sie nicht bereit ist, sich gesell­schaft­li­chen Umbrü­chen zu stel­len. Und an man­geln­der inne­rer Soli­da­ri­tät. Ich glau­be: DIE LIN­KE ist die ein­zi­ge Par­tei, die eine ange­mes­se­ne Ant­wort auf die rie­si­gen Auf­ga­ben der Kli­ma­kri­se und die sozia­len Ver­wer­fun­gen hat. Jetzt geht es dar­um zu zei­gen, dass wir genü­gend inne­re Soli­da­ri­tät haben, um über die Details zu dis­ku­tie­ren, zu strei­ten und zu einem gemein­sa­men, muti­gen, wider­stän­di­gen, gesell­schaft­li­chen Pro­jekt zu kom­men, für das wir zusam­men mit allen kämp­fen, die wis­sen, dass es so nicht wei­ter gehen kann und die dafür nicht die­je­ni­gen zah­len las­sen wol­len, auf deren Kos­ten es ohne­hin immer geht.

Die­se Stra­te­gie­kon­fe­renz ist ein Teil die­ses Pro­zes­ses. Hun­der­te von Ein­sen­dun­gen aus der Mit­te der Par­tei zei­gen: DIE LIN­KE ist eine enga­gier­te und leben­di­ge Par­tei, ihre Mit­glie­der stel­len sich den Fra­gen der Zeit und zwar kamp­fes­lus­tig nach außen, aber mit dem Wunsch nach einer soli­da­ri­schen, akti­ven Par­tei, in der der Spaß am Wider­stand und demo­kra­ti­schen For­men Hand in Hand gehen. Drei Lini­en las­sen sich mei­nes Erach­tens in den vie­len Ein­sen­dun­gen erken­nen: Ers­tens, wie brin­gen wir einen sozia­len und öko­lo­gi­schen Sys­tem­wech­sel zu einem LIN­KEN Pro­jekt zusam­men? Zwei­tens, wie wer­den wir wirk­mäch­tig und wie stel­len wir „die Macht­fra­ge“? Drit­tens, was macht eine ver­bin­den­de, ein­la­den­de, akti­ve und demo­kra­ti­sche Par­tei aus, die stark genug für die anste­hen­den Umbrü­che ist?

Im Fol­gen­den stel­le ich mei­nen Vor­schlag vor:

  1. Der neo­li­be­ra­le Kapi­ta­lis­mus stößt an Gren­zen. In den nächs­ten Jah­ren geht es dar­um, die Demo­kra­tie gegen einen auto­ri­tä­ren Kapi­ta­lis­mus zu ver­tei­di­gen und ihre sozia­le Grund­la­ge zu erneu­ern. Nur mit einem sozia­len und öko­lo­gi­schen Sys­tem­wech­sel kön­nen wir ein bes­se­res Leben für alle schaf­fen.

Die Kli­ma­kri­se ist unge­löst, neue Ver­tei­lungs­kämp­fe ste­hen bevor, wenn die Wirt­schaft umstruk­tu­riert wird. Ungleich­heit und Kon­zen­tra­ti­on von wirt­schaft­li­cher Macht und Eigen­tum neh­men zu. Die Kli­ma­kri­se und die Digi­ta­li­sie­rung wer­den sozia­le Erschüt­te­run­gen und neue Wirt­schafts­kri­sen brin­gen. Es gibt aus den Kapi­tal­frak­tio­nen und ihren poli­tisch Ver­bün­de­ten her­aus Bestre­bun­gen nach einem auto­ri­tä­ren Kapi­ta­lis­mus, wie wir ihn unter Trump, Erdo­gan, Orban und ande­ren schon erle­ben.

Die Gefahr von rechts ist dabei nicht auf die AfD begrenzt. Wir wuss­ten schon, dass Tei­le der CDU und der FDP nach rechts offen sind. Aber die Wahl eines Minis­ter­prä­si­den­ten mit Stim­men von AfD, CDU und FDP, die For­de­run­gen nach einer „Exper­ten­re­gie­rung“, die sich de fac­to auch auf die Stim­men der AfD stützt, mar­kie­ren einen Bruch. Wäh­rend DIE LIN­KE auf die kol­lek­ti­ve Weis­heit der Vie­len setzt, und dar­auf, dass die Men­schen die Expert*innen ihres Lebens sind, ist die „Exper­ten­re­gie­rung“ eine alte Idee der Klas­si­ker des Neo­li­be­ra­lis­mus. Sie ver­bin­det anti­de­mo­kra­ti­sche, faschis­ti­sche Ele­men­te mit den Inter­es­sen des Kapi­tals. Tei­le von Uni­on und FDP pak­tie­ren lie­ber mit Faschis­ten als den Wunsch einer Mehr­heit der Thü­rin­ger Bevöl­ke­rung nach einem lin­ken Minis­ter­prä­si­den­ten zu respek­tie­ren. Die Erfah­rung der Wei­ma­rer Repu­blik lehrt: Die Demo­kra­tie stirbt, wenn ihre sozia­le Grund­la­ge aus­ge­höhlt wird. Abstiegs­angst und Angst vor einer Zukunft, der Raub der Wür­de im All­tag und ein ent­fes­sel­ter Kon­kur­renz­kampf im All­tag, um Arbeit, Woh­nen und Bil­dung, haben Ell­bo­gen-Men­ta­li­tä­ten und Aus­gren­zung beför­dert. Ras­sis­mus und rech­te Gewalt gegen Min­der­hei­ten sind wie­der salon­fä­hig gewor­den. Unteil­ba­re Soli­da­ri­tät, der Ein­satz für sozia­le Gerech­tig­keit und gegen jede Form der Aus­beu­tung und Dis­kri­mi­nie­rung sind daher gefor­dert. Wer Kli­ma­schutz und die Inter­es­sen der Men­schen auf sozia­le Absi­che­rung und ein Ein­kom­men gegen­ein­an­der stellt, gießt Was­ser auf die Müh­len der Rech­ten. ­ Der Aus- und Auf­bau einer funk­tio­nie­ren­den öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge, eines demo­kra­ti­schen Sozi­al­staats der Zukunft, der auf Umver­tei­lung und Gerech­tig­keit basiert und nicht auf Ent­wür­di­gung müs­sen im Mit­tel­punkt eines LIN­KEN Pro­jekts ste­hen. Auch als Boll­werk gegen rechts.

Die 2020er Jah­re wer­den bei einem gerin­gen Wirt­schafts­wachs­tum oder neu­en Wirt­schafts­kri­sen von schär­fe­ren Ver­tei­lungs­kämp­fen um die Zukunft des Sozi­al­staa­tes geprägt sein. Der neue Hoff­nungs­trä­ger der Uni­on, Fried­rich Merz, steht dafür, dass die fos­si­len Kapi­tal­frak­tio­nen noch schnell Pro­fi­te machen kön­nen. Wenn er von der Ver­tei­di­gung „frei­heit­li­cher Lebens­wei­se“ spricht, meint er vor allem die Frei­heit für Kon­zer­ne wie Black­rock: unre­gu­lier­te Finanz­märk­te, Umwelt­zer­stö­rung als Geschäfts­mo­dell, Pri­va­ti­sie­rung der Ren­te und Abbau des Sozi­al­staa­tes.

Die Moder­ni­sie­rung des Finanz­markt­ka­pi­ta­lis­mus kann die gesell­schaft­li­chen Pro­ble­me und Kri­sen nicht lösen, weder das Kli­ma ret­ten, noch das Leben der Mehr­heit der Men­schen ver­bes­sern. In die Lücke, die eine aus­ge­zehr­te und zer­ris­se­ne Uni­on und eine ero­die­ren­de SPD las­sen, sto­ßen die Grü­nen. Dafür haben sie sich wei­ter in die Mit­te, in Rich­tung Kapi­tal und Anschluss­fä­hig­keit an die Kon­ser­va­ti­ven bewegt. Von ihnen ist kei­ne gerech­te Ver­tei­lung des Reich­tums zu erwar­ten. Sie suchen nicht den Kon­flikt mit den gro­ßen Kon­zer­nen, die zu den Haupt­ver­ur­sa­chern des Kli­ma­wan­dels gehö­ren. Und sie wer­den die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten nicht nur in den Regio­nen und Sek­to­ren im wirt­schaft­li­chen Umbruch über die Klin­ge sprin­gen las­sen. Ohne star­ke Gewerk­schaf­ten, ohne einen Kon­flikt nicht nur mit der fos­si­len Indus­trie, son­dern mit der Kapi­tal­sei­te ins­ge­samt, ohne Demo­kra­ti­sie­rung der Wirt­schaft und einer Umver­tei­lung von den Pro­fi­ten zu den Löh­nen, wird sich kei­ne sozi­al und öko­lo­gisch gerech­te Zukunft errei­chen las­sen.

  1. DIE LIN­KE hat ein gesell­schaft­li­ches Pro­jekt, das bei­des zusam­men­bringt. Der sozia­le und öko­lo­gi­sche Sys­tem­wech­sel oder – wie er von Cor­byn bis San­ders genannt wird – ein lin­ker „Green New Deal“ ist der Vor­schlag für eine rea­lis­ti­sche wie an die Wur­zel der Pro­ble­me gehen­de Alter­na­ti­ve.Er ist ein inter­na­tio­na­les Hoff­nungs­pro­jekt.

Eine Mehr­heit der Men­schen in Deutsch­land wünscht sich eine Poli­tik, die sozia­le Gerech­tig­keit und Kli­ma­schutz ver­bin­det. Sie fra­gen sich: wie kön­nen wir gut leben und das Kli­ma ret­ten? DIE LIN­KE Ant­wort ist: mit einem grund­le­gen­den Umbau von Wirt­schaft und Gesell­schaft. Kein Schum­meln, kei­ne Abkür­zun­gen, kein Ver­spre­chen, dass wir’s rich­ten, ohne dass sich was ändert. Aber mit mehr demo­kra­ti­scher Steue­rung, mit mehr kol­lek­ti­ver Selbst­be­stim­mung. Dafür müs­sen wir ein gesell­schafts­po­li­ti­sches Pro­jekt in den Mit­tel­punkt unse­rer Poli­tik stel­len.

Der Ein­satz für sozia­le Gerech­tig­keit, Frie­den und eine demo­kra­ti­sche Wirt­schaft und Gesell­schaft ver­bin­det uns als Lin­ke. Dabei dür­fen wir uns nicht in einer Viel­zahl von wich­ti­gen The­men und Ein­zel­for­de­run­gen ver­zet­teln, die neben­ein­an­der ste­hen blei­ben. Wir gehen von dem aus, was ver­nünf­tig und mensch­lich ist:Kein Mensch darf dazu gezwun­gen, sich zwi­schen einem guten Leben im Hier und Jetzt und der Zukunft unse­res Pla­ne­ten ent­schei­den zu müs­sen. Kei­ne Arbei­te­rin und kein Arbei­ter darf gezwun­gen wer­den, sich zwi­schen einem guten Arbeits­platz und der Zukunft ihrer Kin­der ent­schei­den zu müs­sen. Der Kern­ge­dan­ke eines lin­ken Green New Deal ist ein­fach erklärt: das Kli­ma ret­ten, indem wir in sinn­vol­le Arbeit und sozia­le Sicher­heit für alle inves­tie­ren, und so den sozi­al­öko­lo­gi­schen Umbau der Wirt­schaft vor­an­brin­gen.

In den USA mobi­li­siert Ber­nie San­ders und die mit ihm ver­bun­de­nen Bewe­gung Hun­dert­tau­sen­de für einen „Green New Deal“. In Groß­bri­tan­ni­en hat die Labour Par­ty mit ihrer Ver­si­on eines Green New Deal knapp ein Drit­tel der Wähler*innen mobi­li­siert. Auch in Frank­reich, Irland, Por­tu­gal, Spa­ni­en und Skan­di­na­vi­en stellt die Lin­ke offen­siv die Fra­ge eines sozi­al-öko­lo­gi­schen Sys­tem­wan­dels. Wenn es uns gelingt, uns inter­na­tio­nal auf gemein­sa­me Alter­na­ti­ven zu ver­stän­di­gen und wirk­li­che Bewe­gung zu ent­fal­ten, haben wir die his­to­ri­sche Chan­ce, nach Jahr­zehn­ten der Defen­si­ve der Lin­ken, über Gren­zen hin­weg die Per­spek­ti­ve eines Sys­tem­wan­dels wie­der „popu­lär“ zu machen. Ein neu­es gesell­schafts­po­li­ti­sches Pro­jekt braucht dabei auch kla­re Begrif­fe und eine aus­strah­len­de Erzäh­lung. Ent­schei­dend sind aber nicht die Über­schrif­ten, die wir wäh­len, son­dern der Vor­schlag für ein Bünd­nis einer abso­lu­ten Mehr­heit der Men­schen.

Ein lin­ker Green New Deal geht davon aus, dass Beschäf­ti­ge in der Indus­trie, im pri­va­ten Dienst­leis­tungs­sek­tor und in den wach­sen­den sozia­len Dienst­leis­tun­gen nur gemein­sam sinn­vol­le und siche­re Arbeit und gute Löh­ne durch­set­zen kön­nen. Und dass sie dabei zugleich zu Vor­rei­tern für die Ret­tung des Kli­mas wer­den kön­nen: durch den Umbau zu einer kli­ma­neu­tra­len und soli­da­ri­schen Wirtschaft(sordnung). Das wäre ver­bin­den­de Kas­sen­po­li­tik ganz prak­tisch.

  1. Ein sozia­ler und öko­lo­gi­scher Sys­tem­wech­sel schafft ein neu­es Wohl­stands­mo­dell mit sozia­ler Sicher­heit für alle, mehr Zeit, einer kli­ma­neu­tra­len Wirt­schaft und einer Infra­struk­tur für ein gutes Leben.

Sozia­ler und öko­lo­gi­scher Sys­tem­wech­sel heißt, für ein neu­es Wohl­stands­mo­dell zu kämp­fen, das die Inter­es­sen der Men­schen in den Mit­tel­punkt stellt, statt die Pro­fi­te von Weni­gen:

  • Sinn­vol­le und siche­re Arbeit, die zum Leben passt. Mit Löh­nen, die für ein gutes Leben rei­chen. Und ver­kürz­ten Arbeits­zei­ten. Weni­ger Stress und mehr Zeit fürs Zusam­men­sein mit Fami­lie und Freun­den, für sozia­les Enga­ge­ment und Krea­ti­vi­tät – für alle. Der Staat muss die Rah­men­be­din­gun­gen durch die Stär­kung flä­chen­de­cken­der Tarif­ver­trä­ge, einen höhe­ren Min­dest­lohn und die schritt­wei­se Absen­kung der wöchent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit schaf­fen. Durch Arbeits­zeit­ver­kür­zung mit Lohn­aus­gleich kann Beschäf­ti­gung in der Indus­trie in den nächs­ten Jahr­zehn­ten auch ange­sichts der Digi­ta­li­sie­rung und wäh­rend des Umbaus der Pro­duk­ti­on gesi­chert wer­den. Die ekla­tan­te Ungleich­heit bei Löh­nen und Arbeits­zei­ten, die sich in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt hat, wol­len wir über­win­den.
  • Ein star­ker Sozi­al­staat sichert durch sozia­le Garan­ti­en den Lebens­stan­dard, bekämpft Armut und sorgt für gerech­te Über­gän­ge in der Trans­for­ma­ti­on. Gerech­te Über­gän­ge zu einer kli­ma­neu­tra­len Wirt­schaft und Arbeits­welt heißt auch: Ein umfas­sen­des Recht auf kos­ten­freie Bil­dung und Wei­ter­bil­dung und eine Ver­si­che­rung gegen Erwerbs­lo­sig­keit, die den Lebens­stan­dard auch in Umbruch­pha­sen sichert. Die Hoch­schu­len wer­den für Beschäf­tig­te, die sich wei­ter­qua­li­fi­zie­ren wol­len, geöff­net. Ein Wei­ter­qua­li­fi­zie­rungs­geld sichert den Lebens­stan­dard von Beschäf­tig­ten. Arbeit in sozia­len Dienst­leis­tun­gen und ande­ren gesell­schaft­lich sinn­vol­len Berei­chen wie ÖPNV, Umwelt­schutz wird mas­siv auf­ge­wer­tet und bes­ser bezahlt.
  • Mehr Lebens­qua­li­tätdurch eine hoch­wer­ti­ge und kli­ma­neu­tra­le sozia­le Infra­struk­tur. Ein lin­ker Green New Deal schafft demo­kra­ti­sches Eigen­tum an der Infra­struk­tur und eine Re-Kom­mu­na­li­sie­rung pri­va­ti­sier­ter Berei­che wie Woh­nen, Kran­ken­häu­ser und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, Nah­ver­kehr und Ener­gie­ver­sor­gung. Es geht nicht nur um öffent­li­che und funk­tio­nie­ren­de sozia­le Infra­struk­tur, son­dern um eine höhe­re Lebens­qua­li­tät für alle: Zugang zu Pfle­ge, Gesund­heits­ver­sor­gung, Bil­dung und Wei­ter­bil­dung, Mobi­li­tät und Ener­gie­ver­sor­gung. Eine Mobi­li­täts­wen­de in den Städ­ten und auf dem Land, mit aus­ge­bau­tem und per­spek­ti­visch kos­ten­frei­em Nah­ver­kehr. Durch mas­si­ve Inves­ti­tio­nen in die Erneue­rung der Infra­struk­tur und in die Ener­gie­wen­de kön­nen wir den Umbau zu kli­ma­ge­rech­ten Kom­mu­nen bis 2030 schaf­fen.
  • Kli­ma­neu­tra­le Indus­trie bis 2035. Wir wol­len die Indus­trie­pro­duk­ti­on co2-neu­tral und ener­gie-effi­zi­ent gestal­ten und die Indus­trie­struk­tur in Deutsch­land unab­hän­gi­ger von fos­si­len Expor­ten machen. Indus­trie­be­rei­che, die bis­her Men­schen und Kli­ma scha­den, müs­sen umge­baut wer­den, z.B. die Rüs­tungs­in­dus­trie, umwelt­schäd­li­che Plas­tik- und Che­mie­pro­duk­ti­on. Zugleich wür­den neue, gut bezahl­te und kli­ma-neu­tra­le Arbeits­plät­ze geschaf­fen. Ein lin­ker Green New Deal setzt daher auf mehr Demo­kra­tie in der Wirt­schaft und demo­kra­ti­sche Eigen­tums­for­men. Gemein­sam mit Beschäf­tig­ten und Gewerk­schaf­ten, unab­hän­gi­gen Wissenschaftler*innen und regio­na­len Wirt­schafts- und Sozi­al­rä­ten wer­den ver­bind­li­che Bran­chen­zie­le erar­bei­tet. Mit einem Trans­for­ma­ti­ons- und Kon­ver­si­ons­fonds wird sozi­al-öko­lo­gi­sche Inno­va­ti­on in Indus­trie-Unter­neh­men geför­dert. Die Inves­ti­ti­ons­mit­tel wer­den im Gegen­zug für Beschäf­ti­gungs­ga­ran­ti­en und Beleg­schafts­ei­gen­tums­an­tei­le ver­ge­ben.
  • Das Fest­hal­ten an Schwar­zer Null und Schul­den­brem­se ist Wahn­sinn, der auf Kos­ten unse­rer Lebens­qua­li­tät geht und die Zukunft der kom­men­den Genera­tio­nen ver­spielt! Wenn wir die Super­rei­chen und die Kon­zer­ne ange­mes­sen besteu­ern, ist eine Kli­ma- und Gerech­tig­keits­wen­de finan­zier­bar.

Wir wer­den anders, aber glück­li­cher zusam­men­le­ben. Weil die Arbeit Aller aner­kannt ist und nie­mand sich auf Kos­ten der Ande­ren berei­chert. Weil die Bezie­hun­gen unter­ein­an­der end­lich auf Augen­hö­he funk­tio­nie­ren kön­nen. Dabei muss uns klar sein, dass ein sol­cher Ansatz nur mög­lich ist, wenn welt­weit abge­rüs­tet und die gefähr­li­che Spi­ra­le von Auf­rüs­tung und Krieg been­det wird. Ein welt­wei­ter öko­lo­gi­scher Sys­tem­wech­sel, der allen Men­schen das Recht auf ein Leben in Frie­den und sozia­ler Sicher­heit zuge­steht, ist das Gegen­teil von der heu­ti­gen welt­wei­ten impe­ria­len Welt­ord­nung, deren größ­te Akteu­re kei­ne Scheu haben ihre Vor­macht­stel­lung mit mili­tä­ri­scher Gewalt zu ver­tei­di­gen.

  1. Für Ein­stie­ge in einen sozia­len und öko­lo­gi­schen Sys­tem­wech­sel brau­chen wir gesell­schaft­li­che Mehr­hei­ten und außer­par­la­men­ta­ri­schen Druck. DIE LIN­KE kann als ver­bin­den­de und orga­ni­sie­ren­de Mit­glie­der­par­tei die trei­ben­de Kraft für ein neu­es gesell­schaft­li­ches Bünd­nis sein.

Kei­ne sozia­le Bewe­gung in Deutsch­land ist für sich stark genug, um einen gesell­schaft­li­chen Kurs­wech­sel zu erzwin­gen. Kli­ma­be­we­gung, Gewerk­schaf­ten, Sozi­al­ver­bän­de, Mie­ten­pro­tes­te, die anti­ras­sis­ti­schen Bewe­gun­gen gegen rechts und die Frau­en­be­we­gun­gen könn­ten gemein­sam das Land ver­än­dern. Ein sol­ches Bünd­nis ent­steht nicht von allein, es muss geschmie­det wer­den. DIE LIN­KE ist die ein­zi­ge Par­tei, die all die­se Bewe­gun­gen (und noch mehr) in sich trägt und zusam­men brin­gen könn­te. Wir wol­len gesell­schaft­li­che Mehr­hei­ten für einen wirk­li­chen Poli­tik- statt nur Regie­rungs­wech­sel schaf­fen, für Ein­stie­ge in den Aus­stieg aus dem Kapi­ta­lis­mus.

Eine sol­che Mam­mut­auf­ga­be müs­sen wir gemein­sam in kon­kre­te Schrit­te über­set­zen. Wir müs­sen an exem­pla­ri­schen Kon­flik­ten­an­set­zen: wir kön­nen den Kampf um bezahl­ba­res Woh­nen und den Aus­bau des ÖPNV mit der Per­spek­ti­ve kli­ma­neu­tra­ler Kom­mu­nen ver­bin­den. In Streiks um höhe­re Löh­ne oder um mehr Per­so­nal in der Pfle­ge ver­mit­teln wir unse­ren Plan, um sinn­vol­le Arbeit und Löh­ne, die für ein gutes Leben rei­chen, für alle zu schaf­fen. Im März will ich mit einem Mani­fest für eine ver­bin­den­de und orga­ni­sie­ren­de Mit­glie­der­par­tei der Zukunft die Dis­kus­si­on wei­ter beför­dern und Vor­schlä­ge machen, wie wir die orga­ni­sie­ren­de Arbeit der LIN­KEN stär­ken kön­nen. DIE LIN­KE hat das Zeug zu einer Par­tei mit über 100.000 Mit­glie­dern und zur trei­ben­den Kraft für einen sozia­len und öko­lo­gi­schen Sys­tem­wech­sel zu wer­den.

Die sozia­le Revo­lu­ti­on (…) kann ihre Poe­sie nicht aus der Ver­gan­gen­heit schöp­fen, son­dern nur aus der Zukunft (Karl Marx). Lasst uns ein gesell­schaft­li­ches Zukunfts­pro­jekt auf die Füße stel­len, für das es sich zu kämp­fen lohnt.

Die Mehr­heit der Men­schen in Deutsch­land ist der Mei­nung, dass der Kapi­ta­lis­mus schäd­lich ist und nur 12% der Befrag­ten befür­wor­ten ihn. Dabei gibt es eine Spal­tung zwi­schen „oben“ und „unten“. Die die pro­fi­tie­ren sehen den Kapi­ta­lis­mus posi­tiv und dann gibt es da noch die Mehr­heit der Men­schen, die dem Kapi­ta­lis­mus kri­tisch gegen­über­ste­hen. Für uns als LIN­KE ist klar, dass wir wei­ter Druck machen! Für eine sozia­le­re, gerech­te­re und bes­se­re Gesell­schaft.

Wei­ter­füh­rend: https://www.edelman.de/research/edelman-trust-barometer-2020?fbclid=IwAR2Pq9tBRGp4yiRs5pBWHM6g_apEcR-hkRRvelO-8qf2GRMNhxcQJj–WQc

Ges­tern gab es eine sehr tref­fen­de Zusam­men­fas­sung der Jamai­ka-Koali­ti­on: „Die Grü­nen stimm­ten aus Koali­ti­ons­dis­zi­plin mit CDU und FDP dage­gen, obwohl sie in der Sache die SPD-Posi­ti­on tei­len.“ Es ist scha­de, dass Jamai­ka es wie­der ver­passt hat Akzen­te zu set­zen und lie­ber die Rote Later­ne trägt. Mit dem Tem­po­li­mit Vor­stoß, oder Kli­ma­schutz in die Lan­des­ver­fas­sung haben die Regie­rungs­par­tei­en wie­der eine Mög­lich­keit zum schnel­len und effek­ti­ven Kli­ma­schutz ver­passt.

Quel­le für das Zitat: https://www.shz.de/27093572

Ein Kom­men­tar von Luci­an Hum­mel – Bei­sit­zer im Kreis­vor­stand

Was kon­kret ist Kli­ma­schutz und ist es Kli­ma­schutz für den Erhalt auch nur eines ein­zi­gen Bau­mes zu kämp­fen? Der Begriff „Kli­ma­schutz“ wird in letz­ter Zeit häu­fi­ger ver­wen­det und sei­ne Nut­zung ent­frem­det sich wei­ter von sei­ner eigent­li­chen Bedeu­tung.
Was ist er denn über­haupt, der Kli­ma­schutz?
Obwohl es natür­lich vie­le ver­schie­de­ne Ansät­ze gibt, das Kli­ma zu schüt­zen, kann man sich dar­auf eini­gen, dass es um die Ver­hin­de­rung der Treib­haus­gas­emis­sio­nen geht. Sol­che wie Methan oder CO2. Wie das zu errei­chen ist, ist natür­lich offen zum Dis­ku­tie­ren. Als kon­kre­te Maß­nah­men, wären zum Bei­spiel die Auf­fors­tung zu nen­nen, wel­che laut einer Stu­die der tech­ni­schen Hoch­schu­le Zürich die effek­tivs­te Metho­de wäre, um unser Kli­ma zu schüt­zen.
Also ist es nun dadurch gerecht­fer­tigt, für jeden ein­zel­nen Baum zu kämp­fen?
Wor­auf ich hin­aus möch­te ist der Flens­bur­ger Bahn­hofs­wald, wel­cher für ein Hotel inklu­si­ve eines 7‑stöckigen Park­hau­ses wei­chen soll, die­ser Wald spielt in meh­re­ren Aspek­ten eine wich­ti­ge Rol­le. Zuerst spielt er als Wald mit sei­ner zen­tra­len Lage eine wich­ti­ge Rol­le für das Flens­bur­ger Stadt­kli­ma, und stellt eine grü­ne Lun­ge für die Stadt da. Wenn man dies nun opfern wür­de, für ein Park­haus in der Innen­stadt, muss man die Nach­hal­tig­keit klar hin­ter­fra­gen. Denn es gibt wenig Nach­hal­ti­ges, an Autos in der Innen­stadt und gleich­zei­tig weni­ger Wald­flä­chen in der Innen­stadt. Dass das Gan­ze auch durch Ersatz­pflan­zun­gen außer­halb der Stadt nicht ersetzt wer­den kann, da die­se ja offen­sicht­lich nicht in der Innen­stadt sind, ist genau­so erwäh­nens­wert. Zwei­tens spei­chert jeder ein­zel­ne Baum CO2 und für den Erhalt eines Wal­des zu kämp­fen, ist somit kämp­fen für die Ein­spa­rung von CO2. Das als unnö­tig und als kein Kli­ma­schutz abzu­tun, ist als wür­de man jeman­dem sagen, der durch den Ver­zicht auf ein Auto CO2 ein­spa­ren möch­te, es wäre kein Kli­ma­schutz. Es gibt aber eben auch den Unter­schied, ob eine ein­zel­ne Per­son sich stark macht oder eine Insti­tu­ti­on, wie eine Regie­rung sich für Kli­ma­schutz Maß­nah­men ein­setzt.
Die zwei­te­re Vari­an­te lässt sich aller­dings nur von Men­schen aus­füh­ren, die eben auch in einer der­ar­ti­gen Posi­ti­on sind und wenn die­se dann mit ihrem per­sön­li­chen Enga­ge­ment ver­su­chen, ihre eigent­lich wich­ti­ge­ren poli­ti­schen Zie­le zu über­schat­ten, muss man das kri­tisch hin­ter­fra­gen. Denn so löb­lich es auch ist, als Politiker*in, sich per­sön­lich für Kli­ma­schutz stark zu machen, soll­te sich das letz­ten Endes auch im poli­ti­schen han­deln wie­der­spie­geln.
Denn, drit­tens, ist die­ser Wald auch vor Allem von sym­bo­li­scher Wir­kung, denn es ist Kli­ma­schutz, wenn unser Flens­bur­ger Bahn­hofs­wald bleibt und es ist Natur­schutz, wenn er bleibt. Das gan­ze Pro­blem spie­gelt auch irgend­wo das gan­ze Pro­blem wider, was wir welt­weit haben. Einer­seits Kon­zer­ne, sowie Ein­zel­in­ter­es­sen, auf der ande­ren Sei­te die Inter­es­sen der Bür­ger. Denn dass die­ser Wald abge­holzt wird, ist nicht im Inter­es­se des Bür­gers, son­dern klar im Inter­es­se ein­zel­ner Per­son, wel­che so ihr Geld wei­ter ver­meh­ren wol­len. Die­sen Inter­es­sen­kon­flikt sehen wir welt­weit, und vor allem wenn es um den Kli­ma­schutz geht, wird die­ser noch fata­ler. Es gibt nichts Nach­hal­ti­ges an die­ser geplan­ten Abhol­zung, und es spie­gelt das welt­wei­te Pro­blem wider, dass Kon­zern­in­ter­es­sen zulas­ten den Kli­mas wei­ter über­hand haben.

Noch bevor für das umstrit­te­ne Hotel/Parkhaus am Bahn­hof die ers­ten Bäu­me fal­len, ist es ganz in der Nähe bereits zu ille­ga­len Baum­fäl­lun­gen gekom­men. Auf einem städ­ti­schen Grund­stück, in Nach­bar­schaft zur Knuds­borg, hat die Knuds­gil­de nicht nur Bäu­me fäl­len, son­dern gleich nahe­zu den gan­zen Hang abtra­gen las­sen. Das ist rechts­wid­rig, ohne Ände­rung des B‑Planes und Vor­la­ge des Bau­pla­nes gesche­hen, so die lin­ke Rats­frau, Gabi Rit­ter.

Noch Ende letz­ten Jah­res konn­te die Stadt der Bit­te der Knuds­gil­de nach einer 2. Auf­fahrt nicht nach­kom­men. Die Begün­dung : Bei die­sem Grund­stück han­delt es sich um eine geschütz­te Aus­gleichs­flä­che. Für eine Not-Zufahrt wäh­rend der Bau­zeit, die die Stadt­wer­ke für die Sanie­rung der Fern­wär­me benö­tigt, hät­te der B‑Plan in die­sem Gebiet geän­dert wer­den müs­sen (SHZ vom 22.10.18).

Damit war die­ses The­ma offen­sicht­lich nicht abge­schlos­sen. Inzwi­schen ist das Grund­stück gleich für meh­re­re Jah­re, ganz an der Poli­tik vor­bei und ohne B‑Planänderung,  an die Knuds­gil­de ver­pach­tet. Die Bäu­me sind gefällt, der Hang groß­flä­chig abge­tra­gen und eine ca. 8 Meter brei­te Zufahrt gebaut wor­den, die offen­sicht­lich nicht nur den Sinn hat die Bau­zeit zu über­brü­cken. Viel­mehr deu­tet der Umfang der Maß­nah­me auf eine dau­er­haf­te Lösung hin. „Ich war­te schon auf die Beschluss­vor­la­ge für den Ver­kauf des Grund­stücks an die Gil­de“, so Gabi Rit­ter. Schon jetzt ist offen­sicht­lich, dass auch die Bäu­me ober­halb der Zufahrt stark gefähr­det sind. Der Hang spült aus und die Bäu­me ver­lie­ren den Halt. Dar­über hin­aus kann der Kies auf dem gepflas­ter­ten Rad­weg zu einer bösen Fal­le für Fahr­rad­fah­ren­de wer­den.

„Unse­re Ober­bür­ger­meis­te­rin wird uns zu die­sem Vor­gang Rede und Ant­wort ste­hen müs­sen. Es reicht nicht regel­mä­ßig mit dem, über 80.000 Euro teu­rem Gute-Gewis­sen-Dienst-Auto zu koket­tie­ren. Es reicht auch nicht, dass für die ille­gal gefäll­ten Bäu­me ein paar tau­send Euro Buß­geld fäl­lig wer­den. So wird ille­ga­les Han­deln durch die Ver­wal­tung ermög­licht, demo­kra­ti­sche Pro­zes­se aus­ge­he­belt und der Baum­be­stand in unse­rer Stadt ver­ant­wor­tungs­los redu­ziert. Statt­des­sen muss jetzt  der Rück­bau der Maß­nah­me, die Wie­der­her­stel­lung und Bepflan­zung des Han­ges und die Auf­lö­sung des Pacht­ver­tra­ges ange­strebt wer­den.

Der Vor­gang zeigt ein­mal mehr, wie not­wen­dig die Schaf­fung eines Kli­ma- und Umwelt­aus­schus­ses, mit Betei­li­gung von Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und Fri­days for Futur, in Flens­burg ist. Und wir brau­chen ihn, bevor noch wei­te­re Bäu­me fal­len! Dazu gehört die Pla­nung am Bahn­hofs­wald genau­so, wie die am Muse­ums­berg, dem Chris­ti­an­sen­park und dem Alten Fried­hof.

Groß­bri­tan­ni­en und Kon­stanz machen es vor, dort wur­de die laut­star­ken Pro­tes­te von „Fri­days for Future“ gehört: Der Kli­ma­not­stand wur­de aus­ge­ru­fen. Lei­der ist die­ses Umden­ken in der Ver­wal­tung und den Rats­frak­tio­nen in Flens­burg noch nicht ange­kom­men.

Die Plä­ne zur Zer­stö­rung des Wal­des und der Bau eines Park­hau­ses mit einem 7‑stöckigen Hotel, zwi­schen der Schles­wi­ger Stra­ße und Bahn­hof­stra­ße neh­men wei­ter rie­si­ge For­men an. Ein von der Stadt Flens­burg in Auf­trag gege­be­nes Gut­ach­ten hat erge­ben, das es sich um ein beson­ders schüt­zens­wer­tes Bio­top han­delt.

„Die Rats­frak­ti­on DIE LIN­KE wird die­se Plä­ne unter kei­nen Umstän­den unter­stüt­zen. Wir brau­chen die­se Grü­ne Lun­ge und Hei­mat der dort ansäs­si­gen Tie­re für unse­re Stadt. Durch Licht­ver­schmut­zung, Lärm und 24-Stun­den-Betrieb von Hotel und Park­haus wer­den die Tie­re ver­trie­ben“, so Gabi Rit­ter, Rats­frau der Flens­bur­ger LIN­KEN.

So sol­len an die 60, zum Teil sehr alte Bäu­me gefällt wer­den. Die­ser alte Baum­be­stand ist nicht zu erset­zen. Schon gar nicht, wenn der Ersatz wie geplant außer­halb der Stadt erfol­gen soll. In dem klei­nen Wäld­chen sind sel­te­ne Fle­der­maus­ar­ten zu Hau­se. Auch des­halb hat der klei­ne Wald einen beson­de­ren Schutz­sta­tus.

„Empö­rend  ist, dass gera­de die Grü­nen den Wald und sei­ne Tier­welt für den über­di­men­sio­nier­ten Hotel­bau opfern wol­len“, fügt Gabrie­le Rit­ter noch an. Zudem sieht die Links­frak­ti­on die Siche­rung der umlie­gen­den Häu­ser für nicht aus­rei­chend. Im Hang lau­fen unter­ir­di­sche Bäche, die ihn bei Ein­grif­fen schnell insta­bil machen. Die Gefahr ist groß, dass durch Bau­maß­nah­men der gan­ze Hang ins Rut­schen kommt.

Das Bahn­hofs­um­feld soll in den nächs­ten Jah­ren ent­wi­ckelt wer­den. Wir müs­sen dabei mit den vor­han­de­nen Res­sour­cen scho­nend umge­hen und sie als gro­ße Plus­punk­te sehen. Die­se völ­lig über­di­men­sio­nier­ten Bau­kör­per, die für das neue Vier­tel stadt­bild­prä­gend sein wer­den, zer­stö­ren den Wald und den Allee­cha­rak­ter der Bahn­hof­stra­ße für immer.

Wir appel­lie­ren an alle Rats­frak­tio­nen: Lasst uns die­ses Stück unbe­rühr­ter Natur in unse­rer Stadt erhal­ten. Nie­mand will ein Hotel oder sons­ti­ge Ent­wick­lung am Bahn­hof ver­hin­dern. Aller­dings in ver­nünf­ti­ger und umwelt­scho­nen­der Grö­ße.

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22. Mai 2020
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