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Bundestagsfraktion

Pres­se­mit­tei­lung von Sevim Dagde­len, 28. Febru­ar 2020

„DIE LIN­KE for­dert einen Waf­fen­still­stand im syri­schen Idlib und ruft alle Sei­ten zur Dees­ka­la­ti­on auf. Die Bun­des­re­gie­rung muss dem Drän­gen der Tür­kei nach mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung und Ein­rich­tung einer Flug­ver­bots­zo­ne durch die NATO eine deut­li­che Absa­ge ertei­len“, erklärt Sevim Dagde­len, Außen­ex­per­tin der Frak­ti­on DIE LIN­KE und Mit­glied im Aus­wär­ti­gen Aus­schuss. Dagde­len wei­ter:

„Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan för­dert mit sei­ner aggres­si­ven Expan­si­ons­po­li­tik isla­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus und ist damit eine Gefahr für die Regi­on, aber auch für die Sicher­heit Euro­pas. Bis­lang hat die Bun­des­re­gie­rung in unver­ant­wort­li­cher Wei­se kei­ner­lei Kon­se­quen­zen aus ihrer eige­nen Fest­stel­lung von 2016 gezo­gen, dass Erdo­gan die Tür­kei zur ‚zen­tra­len Akti­ons­platt­form‘ für isla­mis­ti­sche Grup­pen in der Regi­on umge­baut hat. Das rächt sich nun. Die Bun­des­re­gie­rung muss dar­aus end­lich Kon­se­quen­zen zie­hen.

Die Prä­senz tür­ki­scher Trup­pen an der Sei­te isla­mis­ti­scher Ter­ror­grup­pen in Syri­en ist ille­gal und darf durch eine von Erdo­gan gefor­der­te Flug­ver­bots­zo­ne durch die NATO nicht auch noch unter­stützt wer­den. Es ist fatal, dass Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas und sei­ne Amts­kol­le­gen aus der EU weder das Vor­ge­hen des tür­ki­schen Mili­tärs noch der Al-Qai­da-Ter­ror­grup­pe Hayat Tah­r­ir al-Scham (HTS) in Syri­en nament­lich ver­ur­teilt haben.

Deut­sche Sol­da­ten dür­fen dem Völ­ker­rechts­bruch Erdo­gans im Ver­bund mit Al-Qai­da kei­nen Bei­stand leis­ten. Die Bun­des­re­gie­rung darf sich durch die Ankün­di­gung Erdo­gans, Flücht­lin­ge in die EU zu schi­cken, nicht erpres­sen las­sen. Die Bun­des­re­gie­rung muss sich in der NATO für eine Ver­ur­tei­lung des tür­ki­schen Vor­ge­hens in Syri­en ein­set­zen.“

Pres­se­mit­tei­lung von Sabi­ne Zim­mer­mann, 28. Febru­ar 2020

„Ohne sta­tis­ti­sche Tricks ist die tat­säch­li­che Arbeits­lo­sen­zahl auch im Febru­ar wie­der leicht gestie­gen. Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat nimmt ohne­hin auch die offi­zi­el­le Arbeits­lo­sen­zahl seit Mona­ten zu. Wir befin­den uns in einer Pha­se wirt­schaft­li­cher Schwä­che. Auch durch die Trans­for­ma­ti­on in vie­len Bran­chen ist der Arbeits­markt her­aus­ge­for­dert. Es ist daher höchs­te Zeit, mit höhe­ren Löh­nen und Sozi­al­leis­tun­gen die Bin­nen­nach­fra­ge zu stär­ken und zugleich Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Außer­dem muss die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung wie­der stär­ker und ver­läss­li­cher wer­den. Gera­de in Zei­ten wirt­schaft­li­cher Schwä­che lohnt es sich, die Leis­tun­gen der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu ver­bes­sern“, erklärt Sabi­ne Zim­mer­mann, arbeits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, zum aktu­el­len Monats­be­richt der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Zim­mer­mann wei­ter:

„Das Kon­zept der LIN­KEN für eine Reform der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung liegt auf dem Tisch: Grund­la­ge ist ein höhe­res Arbeits­lo­sen­geld, das man leich­ter und län­ger bezie­hen kann – das gilt beson­ders für älte­re Beschäf­tig­te. Dar­an schließt sich das Arbeits­lo­sen­geld Plus an, eine voll­wer­ti­ge Ver­si­che­rungs­leis­tung ohne Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­prü­fung. Hin­zu kom­men ein Rechts­an­spruch auf Wei­ter­bil­dung für alle Erwerbs­lo­sen und Beschäf­tig­ten, nach­hal­ti­ge Ver­mitt­lung in qua­li­fi­zier­te Beschäf­ti­gung statt Arbeit um jeden Preis und För­de­rung statt Sperr­zei­ten und Sank­tio­nen. All das ist die Auf­ga­be einer Ver­si­che­rung gegen Arbeits­lo­sig­keit, die die­sen Namen auch ver­dient. Für die abhän­gig Beschäf­tig­ten muss die Tarif­bin­dung wie­der stei­gen, denn nur Tarif­ver­trä­ge sichern gute, ange­mes­sen ent­lohn­te Arbeit.“

Pres­se­mit­tei­lung von Doris Achel­wilm, 25. Febru­ar 2020

„Auf vier Staats­se­kre­tä­re der Bun­des­re­gie­rung kommt groß­zü­gig gerech­net eine Staats­se­kre­tä­rin. Nur jede zehn­te Füh­rungs­kraft kann sich Teil­zeit­ar­beit erlau­ben. Die Bun­des­re­gie­rung ist weit ent­fernt von ihrem Ziel, in den nächs­ten fünf Jah­ren in ihrer eige­nen Ver­wal­tung für eine gleich­be­rech­ti­ge Teil­ha­be von Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen zu sor­gen“, erklärt Doris Achel­wilm, gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, zum heu­te vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Gleich­stel­lungs­in­dex 2019. Achel­wilm wei­ter:

„War­me Wor­te der Regie­rung hel­fen den Beschäf­tig­ten in den Bun­des­mi­nis­te­ri­en nicht. Sie brau­chen end­lich ein Gleich­stel­lungs­ge­setz mit Durch­set­zungs­kraft. Die Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten benö­ti­gen aus­rei­chend Stel­len und Befug­nis­se, wie zum Bei­spiel eige­ne Kla­ge­rech­te. Nur so kön­nen sie dar­auf ein­wir­ken, dass offe­ne Füh­rungs­po­si­tio­nen mit Frau­en besetzt wer­den. Außer­dem müs­sen Füh­rungs­po­si­tio­nen in Teil­zeit mög­lich sein. Dann wird es auch was mit der Gleich­stel­lung in den obers­ten Bun­des­be­hör­den bis 2025.“

Nach­richt von Mar­ti­na Ren­ner, 24. Febru­ar 2020

Nach dem Anschlag von Hanau darf nicht län­ger weg­ge­schaut oder ver­harm­lost wer­den. Gesell­schaft und Staat müs­sen den rechts­ex­tre­men, ras­sis­ti­schen Ter­ror mit allen ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln bekämp­fen und unter­bin­den. 

For­de­run­gen der Frak­ti­on DIE LIN­KE im Bun­des­tag gegen rech­ten Ter­ror:

  1. die mög­li­che orga­ni­sa­to­ri­sche oder ander­wei­ti­ge Ein­bin­dung ras­sis­ti­scher und/oder extrem rech­ter Gewalt­tä­ter grund­sätz­lich in den Blick zu neh­men und bei ent­spre­chen­den Delik­ten von Per­so­nen aus die­sen Zusam­men­hän­gen den Orga­ni­sa­ti­ons­zu­sam­men­hang zu berück­sich­ti­gen, sowie regel­mä­ßi­ge und ver­pflich­ten­de Fort­bil­dun­gen für alle mit die­sen The­men befass­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Sicher­heits­be­hör­den durch­zu­füh­ren;
  2. orga­ni­sa­to­ri­sche Zusam­men­schlüs­se in denen mit Ver­satz­stü­cken extrem rech­ter Ideo­lo­gie agiert wird, Waf­fen gesam­melt und Feind­lis­ten ange­legt wer­den als orga­ni­sa­to­ri­sche Ker­ne eines poten­zi­el­len Ter­rors von rechts ernst zu neh­men und in Abspra­che mit den Bun­des­län­dern alle Betrof­fe­nen von Fein­des­lis­ten umge­hend zu infor­mie­ren;
  3. die Sicher­heits­be­hör­den des Bun­des zu einer gegen­über den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den pro­ak­ti­ven Offen­le­gung von Quel­len zu ver­pflich­ten, die im Zusam­men­hang mit rechts­ter­ro­ris­ti­schen Ermitt­lun­gen eine Rol­le spie­len;
  4. die inter­na­tio­na­le Ver­net­zung der mili­tan­ten Nazi­sze­ne stär­ker in den Blick zu neh­men und Fäl­le rech­ten Ter­rors und Gewalt nicht vor­schnell als Ein­zel­fäl­le von Ein­zel­tä­tern zu ver­harm­lo­sen;
  5. in Abstim­mung mit den Bun­des­län­dern die Neo­na­zi-Sze­nen zu ent­waff­nen und Reichs­bür­gern, Neo­na­zis etc. die waf­fen­recht­li­chen Erlaub­nis­se zu ent­zie­hen; 
  6. Ein­stel­lungs­un­ter­su­chun­gen für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Sicher­heits­be­hör­den zu ver­an­las­sen, um demo­kra­tie­feind­li­chen Ten­den­zen in Tei­len die­ser Behör­den offen­siv ent­ge­gen zu tre­ten;
  7. eine unab­hän­gi­ge wis­sen­schaft­li­che Eva­lua­ti­on der Maß­nah­men auf den Weg zu brin­gen, die im Zuge der Emp­feh­lun­gen der NSU-Unter­su­chungs­aus­schüs­se des Bun­des­ta­ges umge­setzt wur­den und hier ins­be­son­de­re die Maß­nah­men in den Blick zu neh­men, die der bes­se­ren Erken­nung ras­sis­ti­scher und extrem rech­ter Tat­mo­ti­va­tio­nen und ihrer straf­recht­li­chen Ver­fol­gung die­nen soll­ten;
  8. pro­ak­tiv und regel­mä­ßig dem Deut­schen Bun­des­tag und der Öffent­lich­keit einen sozi­al­wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Bericht über die Gefah­ren des Ter­ro­ris­mus und der Mili­tanz von rechts vor­zu­le­gen, die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le zu die­sen The­men ver­stär­ken und sie nicht in den geheim tagen­den Aus­schüs­sen des Bun­des­ta­ges zu ver­ste­cken;
  9. Opfern rech­ter und ras­sis­ti­scher Gewalt einen ein­fa­chen Zugang zu recht­li­cher Unter­stüt­zung und finan­zi­el­ler Ent­schä­di­gung zu ermög­li­chen und für eine groß­zü­gi­ge Aus­le­gungs­pra­xis bei sol­chen Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen zu sor­gen;
  10. zivil­ge­sell­schaft­li­che Pro­jek­te wie z.B. Opfer­be­ra­tungs­stel­len und Mobi­le Bera­tun­gen gegen Recht­ex­tre­mis­mus samt ihrer bun­des­wei­ten Koor­di­nie­rungs­gre­mi­en als Früh­warn­sys­te­me für extrem rech­te Radi­ka­li­sie­run­gen aus­rei­chend zu finan­zie­ren;
  11. ein Demo­kra­tie­för­der­ge­setz des Bun­des auf den Weg zu brin­gen, mit dem eine dau­er­haf­te und abge­si­cher­te För­de­rung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Pro­jek­te gegen Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus mög­lich wird.

„Flens­burg will dein Enga­ge­ment und macht es mög­lich“??!

Das, all­wö­chent­lich tagen­de Rat­s­ca­fé der LIN­KEN in Flens­burg
beschäf­tig­te sich ges­tern mit der umstrit­te­nen Geschäfts­ord­nung der
Rats­ver­samm­lung. Dar­über hin­aus ging es in der offe­nen Run­de um die
man­gel­haf­te Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Stadt, wenn es um strit­ti­ge
Pro­jek­te der Stadt­ent­wick­lung geht. So wer­den seit Mona­ten Gut­ach­ten
zum Hotel- und Park­pa­let­ten­bau am Bahn­hofs­wäld­chen zurück­ge­hal­ten.
Eben­falls liegt längst eine Mach­bar­keits­stu­die zur umstrit­te­nen
Ver­le­gung des Wirt­schafts­ha­fens von der Ost auf die West­sei­te vor. Sie
wird mit faden­schei­ni­ger Begrün­dung zurück­ge­hal­ten.

Vor 50 Jah­ren rüt­tel­te Wil­ly Brand, mit der Paro­le „wir wol­len mehr
Demo­kra­tie wagen“, die Repu­blik auf. „Bis heu­te scheint die Bot­schaft
Flens­bur­ger Rats­ver­samm­lung nicht erreicht zu haben“ meint die LIN­KE
Rats­frau Gabi Rit­ter. „Seit Mona­ten beschäf­tigt sich Poli­tik, im
klei­nen Kreis und hin­ter ver­schlos­se­nen Türen mit der Über­ar­bei­tung
der Geschäfts­ord­nung der Rats­ver­samm­lung. Dazu gehö­ren auch die
Rege­lun­gen der „Ein­woh­ner­fra­ge­stun­de“, in der jeder die Gele­gen­heit
haben soll Fra­gen zu stel­len oder Anre­gun­gen los­zu­wer­den“. Nico­las
Jäh­ring, Mit­glied des Kreis­vor­stan­des ergänzt: „Zwei­mal ist es
enga­gier­ten Flens­bur­ge­rin­nen und Flens­bur­gern gelun­gen
Ver­schlech­te­run­gen in der Fra­ge­stun­de zu ver­hin­dern. Sie haben ganz
kon­kre­te Vor­stel­lun­gen und legen gro­ßen Wert dar­auf, die­se in den
Pro­zess ein­brin­gen zu kön­nen. Das ver­wei­gern die
Kommunalpolitiker*innen beharr­lich. Immer wie­der wird dar­auf
ver­wie­sen, dass wir „nun mal eine reprä­sen­ta­ti­ve Demo­kra­tie haben“ und
stell­ver­tre­tend ent­schei­den müs­sen. „Ein bil­li­ges Argu­ment um das
eige­ne Süpp­chen, ganz ohne Öffent­lich­keit kochen zu kön­nen“ meint Gabi
Rit­ter. „Da müs­sen wir uns über Poli­tik­ver­dros­sen­heit nicht wun­dern“.

Im Rat­s­cafè wer­den fol­gen­de For­de­run­gen for­mu­liert:

- Offe­ne, ein­la­den­de Gestal­tung der Einwohner*innen-Fragestunde. Auch
Kri­tik muss zuge­las­sen und erwünscht sein.

- Auch den Sit­zun­gen der Fach­aus­schüs­se des Rates müs­sen die
Einwohner*innen-Fragestunde durch­ge­führt wer­den.

- Glä­ser­ne Akten zu allen gro­ßen Pro­jek­ten der Stadt­ent­wick­lung.
Zeit­na­he Ver­öf­fent­li­chung von Gut­ach­ten ect.

HW Jezew­ski, über vie­le Jah­re Rats­herr für die LIN­KE, ver­weist auf die
Gemein­de­ord­nung, in der fest­ge­legt ist, dass inter­es­sier­te Men­schen
ein­zu­be­zie­hen sind, wenn es um sie betref­fen­de Belan­ge geht. Dem
ver­wei­gert sich der Haupt­aus­schuss kon­se­quent. Wie­der wird hin­ter
ver­schlos­se­nen Türen getagt.

Mit den Teilnehmer*innen des Rat­s­ca­fés hält der Kreis­ver­band der
LIN­KEN ein hohes Niveau an Betei­li­gung von Einwohner*innen in den
Kom­mu­nen für eine der wich­tigs­ten Vor­aus­set­zung, um unde­mo­kra­ti­sche
Ent­wick­lun­gen zurück zu drän­gen und zu ver­hin­dern. Nur wer trans­pa­rent
han­delt und Kri­tik als Berei­che­rung sieht, kann die­ser Ent­wick­lung
ent­ge­gen­tre­ten.

Auf das Bür­ger­bü­ro mei­nes Kol­le­gen Dr. Karam­ba Dia­by (SPD) in Hal­le ist geschos­sen wor­den. Das ist des­halb beson­ders bedrü­ckend, weil dort vor Kur­zem der anti­se­mi­ti­sche Ter­ror statt­fand. Es ist mitt­ler­wei­le All­tag, dass Büros von lin­ken Abge­ord­ne­ten ange­grif­fen wer­den, auch in Schles­wig-Hol­stein erle­ben wir das immer wie­der. Und es ist eine rea­le Bedro­hung, wie der Mord an Wal­ter Lüb­cke gezeigt hat. Die Het­ze der Braun-Blau­en in den Par­la­men­ten berei­tet dafür den Boden, jede Sit­zungs­wo­che erle­ben wir das im Bun­des­tag und anders­wo. Nein, wir wer­den uns nicht ein­schüch­tern las­sen, wer­den anti­fa­schis­ti­sche Bünd­nis­se stär­ken und wei­ter gegen Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus, rech­ten Ter­ror ein­ste­hen, für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft ☀️

Gesell­schaft erle­ben wir lei­der auch eine Zunah­me von Hass gegen­über Frau­en“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tages zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en am Mon­tag. Möh­ring wei­ter:

„Die Zunah­me von Hass gegen­über Frau­en zeigt sich seit eini­gen Jah­ren auch im Inter­net und in den sozia­len Medi­en. Dort erle­ben Frau­en, ins­be­son­de­re Femi­nis­tin­nen, quee­re und les­bi­sche Frau­en oder Frau­en mit ver­mu­te­tem Migra­ti­ons­hin­ter­grund, zuneh­mend ver­ba­le Gewalt und Hass wie Beschimp­fun­gen, Dro­hun­gen und Cyber-Stal­king. Die geschil­der­ten Erleb­nis­se sind erschre­ckend, doch lei­der feh­len uns immer noch offi­zi­el­le Zah­len über die Aus­ma­ße von digi­ta­ler Gewalt.

Die Bun­des­re­gie­rung muss drin­gend han­deln und Stu­di­en und Zah­len zum gesam­ten Aus­maß von Gewalt an Frau­en erhe­ben. Es reicht nicht, ein­mal im Jahr die poli­zei­be­kann­ten Zah­len zu häus­li­cher Gewalt zu prä­sen­tie­ren. Das Pro­blem ist viel grö­ßer: Die meis­ten Vor­fäl­le von häus­li­cher und sexua­li­sier­ter Gewalt wer­den nicht ange­zeigt und sind in den Zah­len nicht ent­hal­ten. Zudem fin­det häus­li­che Gewalt zuneh­mend auch im Inter­net bezie­hungs­wei­se den sozia­len Medi­en statt. Auch hier­für gibt es kei­ne Zah­len. Es fehlt an einem Gesamt­über­blick, der alle For­men von Gewalt an Frau­en berück­sich­tigt und regel­mä­ßig erstellt wird.

Drin­gend gebo­ten ist daher die voll­stän­di­ge Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on, eine Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on gegen Gewalt an Frau­en und Mäd­chen, wie in unse­rem Antrag gefor­dert. Wir brau­chen staat­li­che Koor­di­nie­rungs­stel­len, ein unab­hän­gi­ges Moni­to­ring, regel­mä­ßi­ge Daten­er­he­bung und den umfas­sen­den Aus­bau sowie die bedarfs­ge­rech­te Finan­zie­rung des Hil­fe­sys­tems. Alle Frau­en, die Gewalt erle­ben, müs­sen Schutz und Hil­fe erhal­ten. Daher for­dern wir auch die Rück­nah­me des Vor­be­halts von Arti­kel 59 der Istan­bul-Kon­ven­ti­on, damit Migran­tin­nen ein eigen­stän­di­ges Auf­ent­halts­recht erhal­ten kön­nen.“

Antrag der Frak­ti­on DIE LIN­KE „Gewalt an Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch bekämp­fen – Grund­la­gen zur erfolg­rei­chen Umset­zung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on schaf­fen“

Herz­li­chen Glück­wunsch zur neu­en Frak­ti­ons­spit­ze im Deut­schen Bun­des­tag. Diet­mar Bartsch und Ami­ra Moham­med Ali bil­den ab heu­te das neue Füh­rungs­duo der Bun­des­tags­frak­ti­on. Viel Erfolg!

Von Lorenz Gös­ta Beu­tin:

Anti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus sind kei­ne Rand­phä­no­me­ne, sie gehö­ren zur Mit­te der Gesell­schaft. Wenn jetzt die Braun-Blau­en als „Brand­stif­ter“ iden­ti­fi­ziert wer­den, ist das rich­tig. Nur sind sie es nicht allei­ne, es sind auch Poli­ti­ker wie Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer, die sich flei­ßig an rech­ter Het­ze und der Spal­tung unse­rer Gesell­schaft betei­ligt haben. See­hofer hat Nazi-Slo­gans fast unver­än­dert über­nom­men: Deutsch­land sei „nicht das Sozi­al­amt der Welt“, Mer­kels Poli­tik sei eine „Herr­schaft des Unrechts“, Migra­ti­on die „Mut­ter aller Pro­ble­me“ und er wer­de „bis zur letz­ten Patro­ne“ gegen die „Zuwan­de­rung in die Sozi­al­sys­te­me“ kämp­fen. Wer also Ras­sis­mus und rech­te Het­ze bekämp­fen will, darf die Mit­te der Gesell­schaft bis in die Spit­zen der Poli­tik nicht aus den Augen las­sen. Wer so dumpf hetzt, macht sich mit­schul­dig. See­hofer und alle, die so daher­ge­re­det haben, sind eben­falls geis­ti­ge Brand­stif­ter.

Zum Bei­trag: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=3043141959035227&id=704854642863982

Die woh­nungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Bun­des­tags­frak­ti­on for­dert ein öffent­li­ches Wohn­nungs­bau­pro­gramm in Höhe von 10 Mil­li­ar­den Euro für 250.000 neue Sozi­al­woh­nun­gen pro Jahr

Die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung (PDF) auf Caren Lays schrift­li­che Fra­ge zum Bestand der Sozi­al­woh­nun­gen in der Bun­des­re­pu­blik zeigt: Unter dem Strich gab es 2018 wie­der einen deut­li­chen Rück­gang an Sozi­al­woh­nun­gen.

Laut Bun­des­re­gie­rung gab es Ende 2018 gera­de noch 1.176.458 Sozi­al­woh­nun­gen in Deutsch­land. Das sind 42.497 weni­ger als im Jahr zuvor. Rund 70.000 Sozi­al­woh­nun­gen sind auf­grund aus­lau­fen­der Bin­dun­gen weg­ge­fal­len, wäh­rend nur 27.040 neu gebaut wur­den.

Im Jahr 1990 gab es noch 3 Mil­lio­nen Sozi­al­woh­nun­gen in Deutsch­land. Allein zwi­schen 2002 und 2017 hat sich der Bestand sozi­al gebun­de­ner Woh­nun­gen von 2,5 Mil­lio­nen auf 1,2 Mil­lio­nen hal­biert. In fast allen Bun­des­län­dern sind die Zah­len rück­läu­fig. Der­zeit feh­len über 5 Mil­lio­nen Sozi­al­woh­nun­gen in der Bun­des­re­pu­blik.

Dazu erklärt Caren Lay, Spre­che­rin der Frak­ti­on für Mieten‑, Bau- und Woh­nungs­po­li­tik und stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de:

„Der Bund muss ein Ret­tungs­pro­gramm für den Sozia­len Woh­nungs­bau auf­le­gen. Es braucht end­lich mehr Mit­tel für den Sozia­len Woh­nungs­bau. Statt der geplan­ten Absen­kung der Gro­ßen Koali­ti­on auf nur 1 Mil­li­ar­de Euro, braucht es ein öffent­li­ches Wohn­nungs­bau­pro­gramm in Höhe von 10 Mil­li­ar­den Euro für 250.000 neue Sozi­al­woh­nun­gen pro Jahr. Ein­mal geför­der­te Sozi­al­woh­nun­gen müs­sen künf­tig immer Sozi­al­woh­nun­gen blei­ben.“

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Neu­es­te Bei­trä­ge

Beginn des Schul­jah­res 2020
12. August 2020
Beginn des Aus­bil­dungs­jah­res 2020
2. August 2020
Ver­fas­sungs­schutz? Weg damit!
10. Juli 2020
Tou­ris­ten­freund­li­ches Flens­burg!
9. Juli 2020
Aus­ver­kauf von Steu­er­gel­dern!
1. Juli 2020

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