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Bundestagsfraktion

Ges­tern hat das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz ihren jähr­li­chen Bericht ver­öf­fent­licht. Die vor­ge­leg­ten Zah­len, die einen mut­maß­li­chen Gleich­stand von Rechts- und Links­ex­tre­mis­mus dar­le­gen sol­len, sind befremd­lich. Es drängt sich der Ein­druck auf, als sei nach Auf­nah­me der rechts­ex­tre­mis­ti­schen AfD-Grup­pie­run­gen ‚Der Flü­gel‘ (7.000 Mit­glie­der) und ‚Jun­ge Alter­na­ti­ve‘ (1.600 Mit­glie­der) in das Zah­len­werk eine Anwei­sung ergan­gen, auch die Zah­len zum Links­ex­tre­mis­mus künst­lich her­auf­zu­rech­nen, um an einer absur­den Huf­ei­sen­theo­rie und der Gleich­set­zung von rechts und links fest­hal­ten zu kön­nen“.

Es ist höchst alar­mie­rend, dass rech­te Struk­tu­ren bis in die Bun­des­wehr und in Poli­zei­be­hör­den hin­ein­rei­chen, wie nicht zuletzt auch die jüngs­ten mas­si­ven Bedro­hun­gen gegen Jani­ne Wiss­ler, die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der LIN­KEN im Hes­si­schen Land­tag, zei­gen.

Die Lis­te der Skan­da­le des BfV ist lang und jeder ein­zel­ne zeigt, dass der Ver­fas­sungs­schutz ein Fremd­kör­per in der Demo­kra­tie ist und abge­schafft gehört. Wäh­rend sich die Behör­de damit beschäf­tig­te meh­re­re Abge­ord­ne­te der Frak­ti­on DIE LIN­KE abzu­hö­ren, u.a. die Vize­prä­si­den­tin des Bun­des­ta­ges Petra Pau und den heu­ti­gen Minis­ter­prä­si­den­ten des Frei­staa­tes Thü­rin­gen, Bodo Rame­low, zogen mit dem NSU Nazis mor­dend durchs Land. Als letz­te­re auf­flo­gen, war die ers­te Reak­ti­on der Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den nicht etwas zur Auf­klä­rung bei­zu­tra­gen, im Gegen­teil, es wur­den mas­sen­haft Akten geschred­dert. Über Jah­re gab es ein dich­tes Netz von V‑Leuten, wel­che von den Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den ein dickes Taschen­geld beka­men, ohne auch nur den Hin­weis auf einen ein­zi­gen Mord zu lie­fern.

DIE LIN­KE. möch­te das V‑Leute Wesen sofort been­den und den Ver­fas­sungs­schutz abschaf­fen. Er ist nicht kon­trol­lier­bar und führt ein gefähr­li­ches Eigen­le­ben als Staat im Staat. „Fein­de der Demo­kra­tie“ soll­ten mit den Mit­teln der Demo­kra­tie bekämpft wer­den, nicht jedoch mit Mit­teln, die der demo­kra­ti­schen Kon­trol­le ent­zo­gen wur­den. An Stel­le des Ver­fas­sungs­schut­zes soll eine Infor­ma­ti­ons- und Doku­men­ta­ti­ons­stel­le für Men­schen­rech­te, Grund­rech­te und Demo­kra­tie und Bund und Län­dern geschaf­fen wer­den.

Wel­che Lob­by­is­ten neh­men eigent­lich wann wel­chen Ein­fluss auf den Gesetz­ge­bungs­pro­zess? Hier soll­te es Trans­pa­renz geben, fin­den wir, und haben des­halb schon zu Beginn die­ser Wahl­pe­ri­ode einen Gesetz­ent­wurf ein­ge­bracht, der ein Lob­by­is­ten­re­gis­ter ver­bind­lich machen wür­de. Doch die Gro­ße Koali­ti­on ver­schleppt die Anhö­rung zu unse­rem Ent­wurf und blo­ckiert so den Weg hin zu mehr Trans­pa­renz. Des­we­gen wird die Frak­ti­on DIE LIN­KE wei­ter wie bis­her zu jedem Gesetz in einer Klei­nen Anfra­ge abfra­gen, wer Ein­fluss auf das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren genom­men hat und die Ant­wor­ten öffent­lich machen – für jedes ein­zel­ne Gesetz.

Wahr­schein­lich hat Phil­ipp Amt­hor mei­ne Kolum­ne »Frei­tag um eins« vor dem Lan­des­vor­stand gele­sen.

Die Men­schen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind in der Regel ruhi­ge, beschei­de­ne Men­schen. Men­schen, die hart und ehr­lich arbei­ten. Kei­ne Wich­tig­tu­er. Das erklärt u.a. die Wahl­er­fol­ge der Kanz­le­rin. Da wird abends mal ein küh­les Bier getrun­ken. Cham­pa­gner ist etwas für Schiffstau­fen. Dass es aus­ge­rech­net ein Abge­ord­ne­ter aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist, der ein Fai­ble für Luxus­ho­tels und Cham­pa­gner hat, ist völ­lig dane­ben.

Mit Mit­te 20 ist Amt­hor in den Bun­des­tag ein­ge­zo­gen. Weni­ge Mona­te spä­ter war das schon nicht mehr genug, er miss­brauch­te sein Man­dat, um sich als Lob­by­ist für eine New Yor­ker Fir­ma mit Sitz in der Steu­er­oa­se und Brief­kas­ten­fir­men­hoch­burg Dela­ware ein­zu­set­zen. Wir kämp­fen im Bun­des­tag gegen Steu­er­oa­sen, selbst man­che aus der Uni­ons­frak­ti­on, und er arbei­te­te für eine. Unfass­bar!

Amt­hor spricht von einem Feh­ler. Was für eine Ver­nied­li­chung! Ein Feh­ler kann nicht fast zwei Jah­re andau­ern. So lan­ge war er zwi­schen St. Moritz, Kor­si­ka, New York oder auf dem Okto­ber­fest für eine US-Fir­ma unter­wegs, nicht für die Werf­ten in M‑V..

Ein­zel­fall oder Struk­tur? Zumin­dest die Bilanz der CDU und CSU in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode ist erschre­ckend: Mil­lio­nen­schwe­re Bera­ter­ver­trä­ge für exter­ne Kum­pels und frü­he­re Kol­le­gen unter Frau von der Ley­en. Ein Mega­scha­den für den Steu­er­zah­ler beim Maut-Murks durch Ver­kehrs­mi­nis­ter Scheu­er und sei­ne CSU-Vor­gän­ger. Die Aser­bai­dschan-Affä­re von Frau Strenz und jetzt Amt­hor. Der sich nicht ent­schei­den kann zwi­schen Seen­plat­te und Scham­pus, zwi­schen Par­la­ment und Lob­by, zwi­schen den Inter­es­sen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Meck­len­burg-Vor­pom­merns und den Inter­es­sen einer US-Fir­ma. Wer hat die Rech­nun­gen bezahlt? Die Flü­ge, die Über­nach­tun­gen, die teu­ren Essen? Amt­hor schweigt.

Er hat sich noch nicht ein­mal ent­schul­digt, vor allem nicht bei den Men­schen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Sein Ver­hal­ten scha­det dem Anse­hen der Poli­tik, dem Anse­hen des Deut­schen Bun­des­ta­ges, dem Anse­hen mei­nes Hei­mat­lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­merns. Wenn die CDU in Meck­len­burg-Vor­pom­mern Anstand besitzt, wird er nicht noch mit dem Lan­des­vor­sitz belohnt.

Der­zeit ist Phil­ipp Amt­hor in aller Mun­de. Noch ist nicht klar, ob Herr Amt­hor gegen das Abge­ord­ne­ten­ge­setz ver­sto­ßen hat. Zwei­fel­haft ist es alle­mal. Die Bun­des­tags­ver­wal­tung muss jetzt han­deln und die Geschäf­te von Phil­lipp Amt­hor auf­klä­ren. Angeb­lich ist bis­her kein Geld geflos­sen, aber Akti­en­an­tei­le in einem nicht uner­heb­li­chen Maß.

Lob­by­ar­beit in einem demo­kra­ti­schen Par­la­ment ist an sich nichts ver­werf­li­ches. Lob­by­ar­beit ist sogar wich­tig, damit sich Abge­ord­ne­te über die Situa­tio­nen in ver­schie­de­nen Berei­chen unse­rer Gesell­schaft infor­mie­ren las­sen. Bedenk­lich wird es jedoch, wenn die Ein­fluss­nah­me mit Geld, Akti­en und ande­ren Vor­tei­len soweit aus­ge­baut wird, dass Anstand und Moral ver­lo­ren gehen und Ein­zel­in­ter­es­sen im Vor­der­grund ste­hen.

Die Links­frak­ti­on im deut­schen Bun­des­tag for­dert schon lan­ge ein­deu­ti­ge Richt­li­ni­en für Lob­by­is­ten:

  • Lob­by­re­gis­ter beim Deut­schen Bun­des­tag und den Minis­te­ri­en.
  • Karenz­zei­ten für aus­schei­den­de Poli­ti­ker.
  • Ver­bot von so genann­ten „Leih­be­am­ten“ in Minis­te­ri­en.
  • Offen­le­gung der Neben­tä­tig­kei­ten von Abge­ord­ne­ten.
  • Straf­bar­keit der Abge­ord­ne­ten­be­stechung an inter­na­tio­na­les Niveau anglei­chen.
  • Ver­bot von Unter­neh­mens­spen­den an Par­tei­en.
  • Ver­bot des Spon­so­ring von Ver­an­stal­tun­gen von Par­tei­en und Minis­te­ri­en.

Ein ver­pflich­ten­des Lob­by­re­gis­ter wür­de durch eine gesetz­li­che Rege­lung ein­ge­führt und auf­zei­gen, wel­che Akteu­re sich mit ihren Inter­es­sen in Poli­tik­pro­zes­se ein­brin­gen und wel­che Res­sour­cen sie dafür auf­wen­den. Doch ent­ge­gen der Ver­spre­chen, end­lich trans­pa­ren­ter agie­ren zu wol­len, ver­wei­gert die Bun­des­re­gie­rung erneut ein Lob­by­re­gis­ter.

Ein Lob­by­re­gis­ter wäre der ers­te rich­ti­ge Schritt. Denn die­ses Zeigt an, wel­che Ver­tre­ter sich an Gesetz­ge­bun­gen und Ent­schei­dungs­pro­zes­sen betei­li­gen und wel­che Mit­tel zur Ein­fluss­nah­me­sie dafür ein­setz­ten. Die Gro­Ko Par­tei­en SPD/CDU-CSU haben aber bis­her, vehe­ment solch eine Rege­lung abge­lehnt. Unver­ständ­lich, denn eine gute Demo­kra­tie lebt von trans­pa­ren­ten Ent­schei­dungs­pro­zes­sen!

Pres­se­mit­tei­lung von Nie­ma Movas­sat, 20. April 2020

„Welt­weit haben heu­te schon fast 130 Mil­lio­nen Men­schen lega­len Zugang zu Can­na­bis für den Frei­zeit­kon­sum. In Deutsch­land wird jedoch wei­ter in Kauf genom­men, dass Men­schen wegen ein­fa­chen Can­na­bis­de­lik­ten kri­mi­na­li­siert wer­den – allein im Jahr 2019 betraf das mehr als 186.000 Per­so­nen. Das ist ein Anstieg um 28 Pro­zent in nur drei Jah­ren. Immer mehr Can­na­bis­kon­su­men­tin­nen und Can­na­bis­kon­su­men­ten müs­sen somit um ihren Arbeits­platz, ihren Ruf und ihre finan­zi­el­le Lage fürch­ten“, erklärt Nie­ma Movas­sat, dro­gen­po­li­ti­scher Spre­cher der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Welt-Can­na­bis-Tag am 20. April. Movas­sat wei­ter:

„Die gesund­heit­li­chen Risi­ken, mit denen die Pro­hi­bi­ti­on begrün­det wird, wer­den zudem durch die Kri­mi­na­li­sie­rung unnö­tig erhöht. Denn ohne staat­li­che Kon­trol­len ist auch Can­na­bis immer wie­der mit schäd­li­chen Sub­stan­zen gestreckt.

Ange­sichts der Coro­na-Kri­se wäre Lega­li­sie­rung von Can­na­bis als Genuss­mit­tel umso wich­ti­ger. Lei­der bremst der Virus aber gera­de meh­re­re Lega­li­sie­rungs­plä­ne aus. In ein­zel­nen US-Staa­ten, die eine Lega­li­sie­rung geplant hat­ten, wer­den vor­erst ande­re Prio­ri­tä­ten gesetzt. In Mexi­ko wird die für Ende April geplan­te Bil­li­gung des Geset­zes­ent­wurfs für die Can­na­bis­le­ga­li­sie­rung sehr wahr­schein­lich ver­scho­ben, da zen­tra­le Akteu­re ihre Arbeit aus­ge­setzt haben. Län­der wie z.B. Kana­da, die bereits lega­li­siert haben, kön­nen hin­ge­gen auch in Kri­sen­zei­ten ihre Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten mit kon­trol­liert ange­bau­tem Can­na­bis ver­sor­gen. In Deutsch­land hin­ge­gen haben die getrof­fe­nen Pan­de­mie-Maß­nah­men auch Aus­wir­kun­gen auf dem ille­ga­len Dro­gen­markt. Die Nach­fra­ge scheint unge­bro­chen, aber das Ange­bot ver­rin­gert sich. Mit Eng­päs­sen stei­gen die Prei­se und sinkt die Qua­li­tät. Die Wahr­schein­lich­keit, dass Dro­gen mit gesund­heits­schäd­li­chen Sub­stan­zen gestreckt sind, ist jetzt noch höher. DIE LIN­KE for­dert daher: Regu­lie­rung von Can­na­bis durch staat­lich kon­trol­lier­ten Anbau und Ver­kauf. Die Lega­li­sie­rung ist lan­ge über­fäl­lig, und die Gesund­heit der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung aufs Spiel zu set­zen, ist fahr­läs­sig – nicht nur zu Coro­na­zei­ten.“

Ami­ra Moha­med Ali und Diet­mar Bartsch zum 75. Jah­res­tag der Befrei­ung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Buchen­wald am 11. April 1945

Am 11. April 1945, vor 75 Jah­ren, befrei­ten Sol­da­ten der US-Armee das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald. Hier hiel­ten die Natio­nal­so­zia­lis­ten von 1937 bis 1945 266.000 Men­schen gefan­gen und ermor­de­ten mehr als 56.000 von ihnen.

Mit vie­len ande­ren Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern gilt Buchen­wald bis heu­te als Sym­bol der bru­ta­len NS-Herr­schaft. Der jähr­li­che Gedenk­tag ist Mah­nung und Auf­trag zugleich, die Erin­ne­rung an den Nazi-Wahn, an alle Opfer der NS-Herr­schaft wach­zu­hal­ten und jeder Form von Men­schen­ver­ach­tung ent­schie­den und geschlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten.

Rechts­ex­tre­me und Rechts­ter­ro­ris­ten sind und blei­ben eine Gefahr. Dies haben uns nicht nur die Anschlä­ge in Hal­le und Hanau gezeigt. Aber unse­re Gesell­schaft ist wach, sie pro­tes­tiert, sie demons­triert gegen die Men­schen­ver­ach­ter. Als demo­kra­ti­sche Gesell­schaft tra­gen wir alle die Ver­ant­wor­tung dafür, uns zu weh­ren, wenn Men­schen auf­grund ihrer Reli­gi­on, Her­kunft, Sexua­li­tät oder sexu­el­len Ori­en­tie­rung aus­ge­grenzt und ange­fein­det wer­den. „Nie wie­der“ darf nicht nur ein Lip­pen­be­kennt­nis sein, son­dern muss sich gera­de in der poli­ti­schen Pra­xis zei­gen.

„Bei aller Betrof­fen­heit der Wirt­schaft: Wir müs­sen auch an die­je­ni­gen den­ken, die jetzt in beson­de­rer Not sind“, sagt Diet­mar Bartsch ange­sichts der Her­aus­for­de­run­gen, vor der die Coro­na-Kri­se ins­be­son­de­re Rent­ne­rin­nen und Rent­ner in der Grund­si­che­rung, Solo­selbst­stän­di­ge, Mini­job­ben­de, klei­ne Hand­werks­be­trie­be oder Künst­le­rin­nen und Künst­ler stellt. „Der Schutz­schild der Bun­des­re­gie­rung für Beschäf­tig­te und Unter­neh­men ist rich­tig, reicht aber nicht aus“, betont Ami­ra Moha­med Ali und for­dert weit­rei­chen­de Unter­stüt­zungs­maß­nah­men für beson­ders Betrof­fe­ne.

„Man müss­te zum Bei­spiel Woh­nungs­kün­di­gun­gen aus­schlie­ßen, Strom­sper­ren nicht mehr zulas­sen“, so Bartsch. Man müs­se an die vie­len Solo­selbst­stän­di­gen den­ken, die Künst­le­rin­nen und Künst­ler: „Hier muss es auch unbü­ro­kra­ti­sche Hil­fe geben.“ Ami­ra Moha­med Ali for­dert, staat­li­che Not­hil­fen auf Lohn­fort­zah­lung für Beschäf­tig­te und Son­der­zah­lun­gen für Rent­ne­rin­nen und Rent­ner aus­zu­wei­ten. „Gera­de Men­schen mit nied­ri­gem Ein­kom­men kön­nen Ein­bu­ßen hier nicht ver­kraf­ten“, stellt die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de klar. „Der Staat muss sich dar­um küm­mern, dass die Lohn­fort­zah­lung für Eltern wäh­rend der Schul- und Kita­schlie­ßun­gen gesi­chert ist.“ Eltern könn­ten nicht ihren gan­zen Jah­res­ur­laub ein­set­zen oder auf Lohn ver­zich­ten.

Auch für Mini­job­ber, klei­ne Hand­werks­be­trie­be, Restau­rant­be­trei­ber und ande­re müs­se es schnell Finanz­hil­fen geben. Außer­dem mahnt sie zunächst für die Mona­te März und April unbü­ro­kra­ti­sche Son­der­zah­lun­gen von je 200 Euro für alle Rent­ne­rin­nen und Rent­ner in der Grund­si­che­rung und alle Hartz-IV-Leis­tungs­be­rech­tig­ten an. Auch setzt sie sich für ein sofor­ti­ges Ver­bot von Strom­sper­ren und die Aus­set­zung von Woh­nungs­räu­mun­gen ein: „Sol­che Strom­sper­ren sind grund­sätz­lich ver­kehrt und in der jet­zi­gen Aus­nah­me­si­tua­ti­on wird es noch viel mehr Men­schen geben, deren klei­ne Jobs weg­fal­len und sie in wirt­schaft­li­che Not gera­ten. Genau­so wenig darf es die Räu­mung von Woh­nun­gen geben.“


Moha­med Ali ist seit 2015 Vor­stands­mit­glied im Kreis­ver­band Oldenburg/Ammerland der Par­tei DIE LIN­KE in Nie­der­sach­sen. Erst­mals für ein poli­ti­sches Amt kan­di­dier­te Moha­med Ali zur Kom­mu­nal­wahl 2016 auf Lis­ten­platz 2 in Wahl­be­reich VI der Stadt Olden­burg. Die Lin­ke erreich­te bei die­ser Wahl ihr bes­tes Ergeb­nis bei einer Kom­mu­nal­wahl seit ihrer Grün­dung.
Zur Bun­des­tags­wahl 2017 trat Moha­med Ali als Direkt­kan­di­da­tin für den Wahl­kreis 27 (Olden­burg-Ammer­land) an. Sie wur­de auf Platz 5 der nie­der­säch­si­schen Lan­des­lis­te ihrer Par­tei gewählt und dar­über in den Bun­des­tag gewählt. Im 19. Bun­des­tag ist sie Mit­glied im Aus­schuss für Recht und Ver­brau­cher­schutz sowie im Aus­schuss für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft. Sie war Spre­che­rin für Ver­brau­cher­schutz und für Tier­schutz der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag.
Am 12. Novem­ber 2019 wur­de sie als Nach­fol­ge­rin Sah­ra Wagen­knechts – neben Diet­mar Bartsch – zur Co-Vor­sit­zen­den der Frak­ti­on gewählt. Sie gewann in einer Kampf­ab­stim­mung gegen Caren Lay mit 36 zu 29 Stim­men.

Equal Pay Day: Care-Arbeit ist sys­tem­re­le­vantund muss ent­spre­chend bezahlt wer­den.

„Equal Pay, also die glei­che Bezah­lung von glei­cher und gleich­wer­ti­ger Arbeit, kann nur erreicht wer­den, wenn Care-Arbeit end­lich mas­siv auf­ge­wer­tet wird. In der aktu­el­len Situa­ti­on zeigt sich mit aller Deut­lich­keit, wel­che Arbeit gesell­schaft­lich so not­wen­dig ist, dass sie nicht auf Pau­se gestellt wer­den kann: Ohne Care-Arbeit wür­de alles zusam­men bre­chen. Und genau­so deut­lich muss allen klar sein, wer die­se Arbeit leis­tet: über­wie­gend Frau­en. Wann, wenn nicht jetzt, soll­te die­se Arbeit end­lich ange­mes­sen bezahlt wer­den? Men­schen, die Pan­zer oder Autos pro­du­zie­ren, ver­die­nen immer noch deut­lich mehr, als Men­schen, die einer der­art sys­tem­re­le­van­ten Arbeit nach­ge­hen“, so Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE im Bun­des­tag anläss­lich des Equal Pay Days am 17. März 2020.

Möh­ring wei­ter: „Seit Jah­ren ist die Rede von einer Kri­se im Pfle­ge- und Gesund­heits­be­reich. Der Ratio­na­li­sie­rungs- und Spar­druck haben zu mas­si­ver Per­so­nal­knapp­heit geführt. Die zuneh­men­de Pri­va­ti­sie­rung hat zum Ergeb­nis, dass Pro­fit­stre­ben an die Stel­le des eigent­li­chen Zwecks – Gesund­heit und Gene­sung – getre­ten ist. Die­se durch fal­sche Poli­tik ver­ur­sach­te Kri­se trifft nun auf die durch das Coro­na-Virus erzeug­te Kri­se. Die­se Mischung ist fatal, alle Bemü­hun­gen müs­sen dar­auf gerich­tet sein, den Kol­laps des Gesund­heits­sys­tems zu ver­hin­dern. In der Coro­na-Kri­se zeigt sich ins­ge­samt, auf wes­sen Arbeit unse­re Gesell­schaft dar­über hin­aus auf­baut: Es sind die­je­ni­gen, die in den Super­märk­ten an der Kas­se sit­zen, die Rega­le ein­räu­men, die Lebens­mit­tel pro­du­zie­ren und lie­fern, die die Not­fall-Kin­der­be­treu­ung leis­ten, damit pfle­ge­ri­sches und medi­zi­ni­sches Per­so­nal arbei­ten kann, es sind Rei­ni­gungs­kräf­te und die Müll­ab­fuhr und so vie­le mehr. Vie­le der Jobs sind die, die in einem Gehalts­ran­king am unte­ren Ende lan­den. Mit Wucht zeigt uns Coro­na, in was für einer unge­rech­ten Gesell­schaft wir leben. Das zu ändern, soll­te eine der ers­ten Leh­ren sein.“

„Am 8. März gehen Frau­en welt­weit auf die Stra­ße, um für ihre Rech­te, für Gleich­stel­lung und für ein Leben frei von Gewalt zu demons­trie­ren. All das ist für Frau­en immer noch nicht selbst­ver­ständ­lich. Im Gegen­teil: Wir erle­ben zwar klei­ne gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Schrit­te, die dem zuneh­men­den, mit­un­ter töd­li­chen Frau­en­hass aber nicht genug ent­ge­gen­set­zen“, erklärt Cor­ne­lia Möh­ring, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März. Möh­ring wei­ter:

„Gewalt an Frau­en muss auf allen Ebe­nen kon­se­quent bekämpft wer­den. Die Frak­ti­on DIE LIN­KE hat in die­ser Woche den Antrag ‚Für eine fried­li­che, femi­nis­ti­sche Außen­po­li­tik‘ beschlos­sen. Uns geht es nicht um eine
Beset­zung von mili­tä­ri­schen Spit­zen­po­si­tio­nen mit Frau­en oder quo­tier­ten Bun­des­wehr­ein­hei­ten. Mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen schüt­zen kei­ne Frau­en­rech­te. Deut­sche Pan­zer sichern kei­ne Frau­en­rech­te. Waf­fen­ge­walt schafft Situa­tio­nen, in denen Frau­en und Mäd­chen sys­te­ma­tisch sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt sind. Des­halb for­dern wir den Stopp deut­scher Waf­fen­ex­por­te und die Ver­an­ke­rung von sexua­li­sier­ter Gewalt als legi­ti­men Flucht­grund im Asyl­ge­setz. Und ange­sichts der huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe an der euro­päi­schen Außen­gren­ze ist das Gebot der Stun­de: Die EU muss die Gren­ze öff­nen und die schutz­su­chen­den Men­schen auf­neh­men.“

Doris Achel­wilm, Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE für Gleich­stel­lungs- und Queer­po­li­tik, fährt fort:

„Wir kämp­fen am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag auch für ein gerech­te­res Wirt­schafts­sys­tem. Pro­fi­te wer­den auf Kos­ten von Frau­en und Mäd­chen gemacht. Sie leis­ten welt­weit täg­lich 12,5 Mil­li­ar­den Stun­den unbe­zahl­te
Arbeit: bei der Kin­der­er­zie­hung, im Haus­halt und bei der Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. Die­se gesell­schaft­lich not­wen­di­gen Auf­ga­ben wer­den im patri­ar­cha­len Kapi­ta­lis­mus als bil­lig oder selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt.
Oxfam hat errech­net: Ihr Geld­wert ent­spricht einer Sum­me von 11 Bil­lio­nen US-Dol­lar im Jahr – und das, wenn für die­se Arbeit gera­de ein­mal lan­des­üb­li­che Min­dest­löh­ne gezahlt wür­den. 

Auch bei uns sind Erwerbs- und Sor­ge­ar­beit ungleich zwi­schen den Geschlech­tern ver­teilt. Laut Zwei­tem Gleich­stel­lungs­be­richt von 2017 brin­gen Frau­en für Sor­ge­ar­beit in Fami­li­en um die Hälf­te mehr Zeit auf als Män­ner und ste­cken ent­spre­chend beruf­lich zurück. Die Fol­ge sind schlech­te­re Ein­kom­men, Auf­stiegs­chan­cen und Ren­ten. Gleich­zei­tig wer­den Sor­ge­be­ru­fe wie die Pfle­ge, schlech­ter bezahlt als z.B. tech­ni­sche Fach­be­ru­fe. Des­halb for­dern wir, Arbeit und Zeit geschlech­ter­ge­recht zu ver­tei­len. Beru­fe der Sozia­len Arbeit, Gesund­heit, Erzie­hung und haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen müs­sen end­lich gesell­schaft­lich und finan­zi­ell auf­ge­wer­tet wer­den. Am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag und an allen ande­ren Tagen im Jahr.“

Pres­se­mit­tei­lung von Gökay Akbu­lut, 02. März 2020

„Wir brau­chen ein Demo­kra­tie­för­de­rungs­ge­setz, das ech­te und geleb­te Par­ti­zi­pa­ti­on garan­tiert“, erklärt Gökay Akbu­lut, migra­ti­ons- und inte­gra­ti­ons­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LIN­KE, mit Blick auf den Inte­gra­ti­ons­gip­fel der Bun­des­re­gie­rung. Akbu­lut wei­ter:

„See­hofer erklär­te den Kampf gegen Ras­sis­mus nach der schreck­li­chen Tat in Hanau zur Chef­sa­che – wie kann es sein, dass er als Innen­mi­nis­ter heu­te zum ers­ten Mal am Inte­gra­ti­ons­gip­fel teil­nimmt? Er hät­te die­ses The­ma längst zur Chef­sa­che machen und den Tod von Men­schen ver­hin­dern müs­sen. Die Bun­des­re­gie­rung darf dem Ras­sis­mus-Pro­blem in die­sem Land nicht mehr aus­wei­chen.

Es muss auf allen Ebe­nen gehan­delt wer­den, ins­be­son­de­re in Schu­len und bei der Aus­bil­dung von Beam­tin­nen und Beam­ten, die eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung tra­gen. Wir brau­chen Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung auf dem Arbeits- und Woh­nungs­markt, dar­um muss end­lich das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) refor­miert wer­den.

Die For­de­rung nach der Vor­in­te­gra­ti­on für Schutz­su­chen­de, die nach Deutsch­land kom­men, ist zynisch. Die ein­zi­ge Vor­in­te­gra­ti­on die wir brau­chen, ist die in den Köp­fen der Men­schen. Sogar Men­schen, die in zwei­ter und drit­ter Genera­ti­on in Deutsch­land leben, erfah­ren Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung. 

DIE LIN­KE for­dert neben der Ein­füh­rung des Kom­mu­nal­wahl­rechts für Nicht-EU-Bür­ger eine Ver­ein­fa­chung der Ein­bür­ge­run­gen und dass Inte­gra­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on nicht nur bei einem Gip­fel ver­han­delt wer­den: Es muss gehan­delt wer­den.“

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Neu­es­te Bei­trä­ge

Beginn des Schul­jah­res 2020
12. August 2020
Beginn des Aus­bil­dungs­jah­res 2020
2. August 2020
Tou­ris­ten­freund­li­ches Flens­burg!
9. Juli 2020
Aus­ver­kauf von Steu­er­gel­dern!
1. Juli 2020
Min­dest­lohn bleibt Man­gel­lohn
1. Juli 2020

Kate­go­rien

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